Die Meinung der SAP-Community Hausmitteilung MAG 1907

Zurück zum Urzustand

Hausmitteilung
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Es gab eine Zeit, in der Verlage nicht wussten, wohin mit den Einnahmen aus Produkt- und Personalanzeigen. Bei der FAZ und Computerwoche mussten Aufträge abgelehnt werden, weil die Post die jeweils 200 Seiten starken Ausgaben nicht zum Zeitungstarif, sondern als Päckchen verschickt hätte.

Die einstigen Werbeeinnahmen der klassischen Medien sind ins Internet „abgeflossen“ oder „versiegt“, weil Unternehmen ihren eigenen „Newsroom“ in Form von Twitter, Facebook, Instagram und Web-Portal betreiben. Auf der Strecke bleiben der Leser und das Korrektiv durch einen kritischen Journalismus.

Es gab und gibt den neugierigen und wissenden Leser, der ein Recht auf transparente und objektive Information hat – nur diese gibt es immer weniger und im Web noch seltener. Die digitalen Medien sind eine wichtige und unabdingbare Bereicherung. Ohne Twitter und Facebook wäre unsere Kommunikation ärmer. Daraus lässt sich nicht folgern, dass klassischer Print-Journalismus nicht notwendig ist!

Christian Lawrence formulierte es im PR-Report 2/2019: […] ohne das Fundament des Qualitätsjournalismus laufen wir Gefahr, die Instanz der unabhängigen, fachkundigen Beurteilung von Vorgängen in Politik und Wirtschaft schrittweise zu verlieren. Dadurch sinkt das gesellschaftliche Verständnis von Demokratie und sozialer Marktwirtschaft. (Ende des Zitats)

Fujitsu

Der Mehrwert sind die fachkundige Beurteilung und der Diskurs. Wir erleben es jeden Tag wieder, dass die SAP-Bestandskunden diese Einordnung, Verifizierung, Klassifizierung und Diskussion wollen und brauchen. Wir machen autorisierte Bildungsarbeit und die Community verlangt danach.

Noch einmal Christian Lawrence, der vom dänischen Kommunikationswissenschaftler Thomas Pettitt berichtet: […] laut Pettitt passierte Meinungsbildung vor Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert nur über die Begegnungen von Menschen […], die sich gegenseitig Geschichten erzählten und Informationen zuflüsterten.

Die […] Verbreitung von Büchern hat nicht nur das verfügbare Wissen in der Bevölkerung verbreitert, sondern diesem durch das […] „geschlossene“ Buch eine nicht anzuzweifelnde Autorität verliehen.

Der heutige Meinungsaustausch auf sozialen Plattformen und die Erosion des […] geschaffenen Wissens katapultieren uns in den Urzustand zurück, indem zwar jeder mit jedem sprechen kann, jedoch die Autorität der Erkenntnisse schwindet. (Ende des Zitats)

Die SAP-Community braucht eine offene, transparente, verifizierte und autorisierte Kommunikationsplattform. Die Lösung liegt für Christian Lawrence auf der Hand: Anzeigen kaufen.

Dieser Akt löst noch nicht alle Kommunikationsprobleme, aber er garantiert unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Jeder Euro, der in teure, sich selbst zufriedenstellende Hausmessen, in Flugtickets zur Sapphire nach Orlando, in Content-kontrollierte Herstellerveranstaltungen investiert wurde, sollte zukünftig in offene Kommunikationsplattformen wie den DSAG-Jahreskongress und Medien wie das E-3 Magazin fließen.

Der britische Journalist und Verleger Lord Northcliffe (1865–1922) hat die Bedeutung des unabhängigen Journalismus definiert: „News is what some­body somewhere wants to surpress; all the rest is advertising.“ Aber Werbung finanziert diesen unabhängigen Journalismus.

Weblink: https://www.prreport.de/singlenews/uid-892222/helft _dem_journalismus/#a892222

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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