Lizenz-Kolumne MAG 21-10

Zuckerbrot und Peitsche

Lizenzen
Geschrieben von Guido Schneider, SLC365

Mit Rise with SAP schafft SAP Anreize zum Wechsel zu S/4 Hana in der Cloud. Dabei gibt es – analog zu Digital Access – die Möglichkeit, User-Lizenzen universal und nach Bedarf einzusetzen. Das wird vielen SAP-Kunden schmecken.

Mit Rise with SAP bietet die SAP ihren Bestandskunden sowie Neukunden die Business-Transformation als Dienstleistung an. Sprich: alles aus einer Hand mit mehr oder weniger einem einzigen Vertrag. Es bedeutet, dass man als Bestandskunde über eine Contract Conversion seine alten ECC-Verträge migriert und seine S/4-Lösung in der Cloud betreibt. Bei der Vertragsumwandlung gibt es eine Reihe von Rahmenbedingungen, die es zu berücksichtigen gilt. So verlangt SAP unter anderem eine erweiterte Investition und eine Mindestlaufzeit von drei bis fünf Jahren. Vor der Wandlung sollen SAP-Kunden ein Lizenzaudit machen, das nicht älter als sechs Monate sein darf.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Optionen, die man speziell auf die eigenen Anforderungen ausrichtet und auswählt. Add-ons weiterhin von SAP-Partnern zu beziehen oder die freie Wahl des Cloud-Anbieters sind solche Optionen. Rise with SAP besteht aktuell aus den folgenden Komponenten: S/4 Hana in der Public oder Private Cloud, Embedded Services und Tools, SAP Business Process Intelligence, SAP Business Technology Platform und das SAP Business Network. Die SAP-S/4-Cloud-Lizenzierung ist abobasiert und teilt sich in vier Bereiche auf: User Access (Advanced Use, Core Use, Self-Service Use), Digital Access (via APIs), Add-on-Module (Industrie- und LoB-Lösungen) und Infrastruktur-Add-ons.

Zuckerbrot und Peitsche

Das Zuckerbrot wird in Form einer vollen Nutzungsäquivalenz beim User Access gereicht. Alle S/4-Cloud-Nutzungstypen können über eine Lizenzmaterial-Nummer (8010836) erworben werden: Rise with SAP S/4 Cloud. Die Metrik ist Full Use Equivalent (FUE). Ein FUE kann mit einem bestimmten Gewichtungsfaktor auf verschiedene Nutzungsarten während der gesamten Laufzeit verteilt werden. Interessant ist ein Kostenvergleich, um herauszufinden, wohin die Reise geht. Wenn man zum Beispiel 1750 FUEs erwirbt (35 muss man mindestens erwerben), dann kosten diese laut PKL Q2/2021 insgesamt 2.940.000 Euro pro Jahr (1 FUE kostet in der entsprechenden Staffel 140 Euro pro Monat). Diese könnte man wie folgt aufteilen: 10 für S/4 Hana Cloud, Developer Access (20 FUEs), 900 für S/4 Hana Cloud, Advanced Use (900 FUEs), 1000 für S/4 Hana Cloud, Core Use (200 FUEs) und 18.900 für S/4 Hana Cloud, Self-Service Use (630 FUEs).

Was würde das bei S/4-Hana-On-premises kosten? Mit obigen Angaben insgesamt etwa 10.080.000 Euro Investition plus 2.217.600 Euro für die Wartung ergibt 12.297.600 Euro im ersten Jahr. Abobasierte Angebote und On-premises-Lizenzen sind allerdings nur bedingt vergleichbar. Ziehen Sie also Ihre eigenen Schlüsse aus der Vergleichsrechnung.

Alle Wege führen zu S/4

Am Wechsel beziehungsweise der Migration zu S/4 Hana führt kein Weg vorbei. Es ist offensichtlich, dass SAP Sie dazu bewegen will, in die Cloud zu gehen. Zwischen den verschiedenen User-Lizenztypen über die FUE-Metrik zeitlich unbegrenzt wechseln zu können ist ein sehr gutes Angebot. Der Einsatz eines externen SAM-Tools zur Ermittlung der benötigten Lizenztypen vor und nach der Migration ist daher auch in der Cloud sinnvoll. Der Druck, innerhalb der nächsten sechs Jahre zu migrieren, ist mit Rise with SAP allerdings nicht genommen.

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Über den Autor

Guido Schneider, SLC365

Guido Schneider ist Gründer und Inhaber Software License Compliance 365.

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