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Workday vs. SAP? Power of One

[shutterstock.com: 1092544934, Rawpixel.com]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Im Bereich Human Capital Management (HCM) bevorzugen viele SAP-Bestandskunden SAP-eigene Lösungen. Doch andere Unternehmen überzeugen zusehends mit ihren Lösungen – so auch Workday.

Jens Krüger ist Chief Technology Officer (CTO) EMEA bei Workday. Er verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz, der Produktentwicklung wie auch Strategieberatung umfasst.

Krüger begann seine Karriere am Hasso-Plattner-Institut, wo er Teil des Hana-Gründungsteams war. Jens Krüger sprach mit dem E-3 Magazin über die Integration von Workday und SAP und die Roadmap zukünftiger HCM-Produkte im Workday-Portfolio.

Wie implementieren Kunden Workdays HCM-Software?

Jens Krüger: Bei Workday ist die Kunden­zufriedenheit eines der wichtigsten Ziele, und so geben wir alles dafür, dass unsere Kunden mit unserer Lösung so schnell wie möglich produktiv arbeiten können.

Wir verwenden agile Methoden während der Implementierung und legen einen großen Fokus darauf, dass unsere Kunden nach der Produktivsetzung befähigt sind, laufende Anpassungen am System selbstständig machen zu können.

Neben diesen standardisierten Prozessen bietet Workday eine passende Accelerated-Deployment-Methode an, die es Kunden erlaubt, nah am Standard, risikominimiert und zeitsparend die HCM-Lösung zu implementieren.

Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen Workdays HCM-Software und anderen Lösungen?

Krüger: Workday unterscheidet sich von anderen Lösungen in seiner architektonischen Grundlage, der „Power of One“: eine Datenquelle, ein Sicherheitsmodell, eine User Experience, eine Version und eine Community.

Dieser Entwicklungsansatz wird seit der Gründung von Workday konsequent verfolgt und bildet die Basis für alle Aktivitäten in der Entwicklung. Software as a Service (SaaS) so anzubieten, wie wir das tun – mit regelmäßigen Updates und einer Version für alle Kunden –, bietet einige Vorteile:

Weltweit arbeiten alle Kunden stets auf der gleichen Version, wobei mithilfe des Konzeptes der kontinuierlichen Bereitstellung wöchentlich alle Kunden auf den neuesten Stand gebracht werden.

Zweimal im Jahr werden neue Funktionen freigeschaltet, die allen Kunden zum gleichen Zeitpunkt zur Verfügung stehen – damit wird eine kontinuierliche Anpassung an Prozesse gewährleistet, wobei Kunden individuell über die Freischaltung entscheiden.

Wenn sich Unternehmen für Workday entscheiden, liegen Funktionen und Daten meistens in verschiedenen Systemen vor. Daher bietet Workday Schnittstellen out of the box, was die Verbindung zu anderen Systemen ohne Probleme ermöglicht, einschließlich der SAP-Systeme.

Workday kann viele große Kunden im Bereich HCM vorweisen, doch die Wachstumsraten verlangsamen sich. Denken Sie, dass Finanzsoftware das neue Flaggschiffprodukt von Workday werden könnte, insbesondere in Anbetracht der kürzlich erfolgten Übernahme von Scout RFP?

Krüger: Unsere Vision ist es, unsere Kunden in der sich wandelnden Arbeitswelt, in der Technologie Jobprofile neu definiert, wo alternative Arbeitsmodelle zum Alltag gehören und wo Agilität der Schlüssel zum Geschäftserfolg ist, in eine optimale Position zu bringen.

Anfangs lag der Fokus auf Transaktionen und Analyse. Workday erlebte ein schnelles Wachstum im HR-Sektor, das nach wie vor anhält und ein wichtiger Wachstumsmarkt ist, da sich die Bedürfnisse und Präferenzen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern ändern.

Unsere Kunden fragen regelmäßig nach Anwendungen, die ein vielfältiges Arbeiten unterstützen.

Wie reagieren Sie auf diese Forderungen?

Krüger: Workday nutzt maschinelles Lernen inzwischen für sein komplettes Anwendungsportfolio. Innerhalb der Workday-HCM-Lösung starteten wir beispielsweise mit dem Skills Graph.

Der Skills Graph erschafft eine universelle Sprache für Fähigkeiten, die es ermöglicht, Skills einzelnen Personen zuzuordnen und mit deren Beziehung zur Arbeit, ihren Möglichkeiten und Projekten und zu vielem mehr in Relation zu setzen.

Workday befindet sich aber auch im Wandel hin zu einem führenden Anbieter einer Lösung für Finanzen, Planung und Procurement. Teil dieses Wandels begründet sich in der zunehmenden Bedeutung der Finanzabteilung und des CFO in Bezug auf strategische und operative Belange.

Wir sehen dabei, dass die Finanzsoftware von Workday zunehmend als vollständige Alternative anerkannt wird. So konnten wir 2019 weitere Unternehmen wie Career Partner, Syncron, Polestar oder TX Group (ehemals Tamedia) als Neukunden gewinnen.

Wie sieht die Roadmap 2020 und danach aus?

Krüger: Eine Technologie, die stärker zum Tragen kommt, ist sicherlich Machine Learning. Mit unserer Skills Cloud oder Workday People Experience findet Machine Learning bereits heute Anwendung.

Workday entwickelt kontinuierlich seine Anwendungen weiter, damit Kunden genau die Software – im Finanz- und Personalwesen – an die Hand bekommen, die das Unternehmen in seinem Wachstum optimal begleitet.

Vielen Dank für das Gespräch.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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