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Wie kommen SAP-Partner auf den Open-Source-Weg

Open Source bestimmt die Zukunft, auch in der SAP-Welt. Dieser Wandel betrifft auch langjährige SAP-Partner. Sie müssen sich die Frage stellen, wie sie am besten auf den Open-Source-Weg kommen, um ebenso zu partizipieren.
19. Oktober 2022
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Open-Source

Allein in Deutschland gibt es viele Hundert SAP-Partner. Darunter befinden sich große globale Systemintegratoren, lokale Solution-Provider, ISVs, Managed Service Provider, Hybrid-Cloud-Partner und viele mehr. Und die Aufgabenstellung für die Partner jeder Größe und jedes Schwerpunkts ist dabei von einer deutlichen Veränderung geprägt. Das Schlüsselwort lautet Open-Source. Seit Längerem geht SAP selbst verstärkt den Open-Source-Weg, manifestiert durch das SAP Linux Lab, SAP-Cloud-Angebote sowie mit Linux als einzigem Betriebssystem für Hana. Um die digitale Transformation und Innovationen voranzutreiben, müssen Unternehmen zudem auch Nicht-SAP-Umgebungen als Teil einer Gesamtstrategie für die Optimierung der Prozesslandschaft betrachten. Und auch hier ist Open-Source ein zentraler Erfolgsfaktor – in Verbindung mit der Etablierung agiler End-to-End-Prozesse sowie der Nutzung moderner Cloud-nativer Entwicklungsmodelle und Hybrid-Cloud-Modelle. Open Source ist aktuell der Innovationstreiber schlechthin, etwa für Cloud und Edge Computing generell, IoT oder Big Data. 

Die Fragen, die sich für SAP-Service-Partner unweigerlich stellen müssen, lauten: „Wie werde ich jetzt Teil eines modernen SAP-Ökosystems und welche Maßnahmen unterstützen mich auf dem Open-Source-Weg?“

Ein Ausflug in die Open-Source-Community mit ihren Tausenden Frameworks, Tools und Projekten verwirrt meist mehr, als dass es zu einem soliden Technologie-Fundament führt. Ein paar Docker-Container reichen hier nicht aus. Solides Fachwissen und gehärtete, zertifizierte Open-Source-Plattformen sind notwendig für den Einsatz beim SAP-Kunden. Als SAP-Partner muss man sich das aber nicht zwingend komplett selbst erarbeiten – Unternehmen wie Red Hat sind seit Jahren genau darauf spezialisiert. So bleibt Zeit für die eigenen Mehrwertleistungen für den Kunden. Ein Beispiel ist die Containerisierung von Fachanwendungen und Backend-Services. Red Hat bietet hier verschiedene Trainings zur Applikationsmodernisierung und -migration auf Open-Source-Basis an.

Dabei geht es etwa um eine Einführung in die Entwicklung und Verwaltung von Containern für das Deployment und den sicheren Betrieb in Kubernetes-Clustern. Darüber hinaus ist für die erfolgreiche Open-Source-Nutzung auch Know-how in Bereichen wie agiles Arbeiten, Methodik oder Fehlerkultur erforderlich. Abgesehen von der Nutzung unterschiedlicher Trainingsangebote hilft auf dem Open-Source-Weg auch ein Blick auf sogenannte Open Source Policies. Sie zielen ab auf eine optimale Nutzung von Open Source und die Minimierung aller technischen, rechtlichen oder geschäftlichen Risiken. Entsprechende Beispiele und Templates für eine Open Source Policy finden sich auf GitHub.

Ist ein SAP-Partner diesem Weg gefolgt, geht es um das Thema Implementierung. Der Einsatz von Open-Source-Methoden und Cloud-nativer Entwicklung mit Containern und Microservices bietet bekanntermaßen zwei gravierende Vorteile: zum einen die freie Wahl der Infrastruktur und zum anderen die einfache Anpassung an die kundenspezifischen Anforderungen. Der intelligente Einsatz von Automatisierung beschleunigt darüber hinaus die Adaptation und verkürzt damit die Zeit bis zum Produktivbetrieb.

Auch unter vertrieblichen Aspekten bringt der Open-Source-Einsatz einen erheblichen Mehrwert. Er ist die Basis für die Nutzung von Cloud Marketplaces zur einfacheren Implementierung und auch für Hybrid-Cloud-Zertifizierungen. Außerdem unterstützt Open Source das Cross-Partnering. So erleichtert zum Beispiel eine neue Open-Source-Initiative des SAP Linux Labs die automatisierte Erstellung und Verwaltung von SAP-Umgebungen. Basis dafür sind vereinheitlichte und modulare Codes und Tools, die von SAP-Technologiepartnern entwickelt und bereitgestellt werden. Dazu gehören etwa Red Hat, Suse, IBM oder SVA. Weitere Open-Source-Vorteile sind die mögliche Skalierung über Hyperscaler hinweg, die vereinfachte Integration mit anderen Lösungen, Daten und Services sowie die leichtere und schnellere Verbesserung des eigenen Produkts. Mitmachen erwünscht!

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