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Werksumhängung beim Buchungskreismerge

[shutterstock.com: 535836259, nonowon]
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Im Duisburger Stahlwerk ArcelorMittal galt es, zwei selbstständig bilanzierende Einheiten zu einer einzigen auf demselben SAP-System zu vereinen. Dazu wurde ein Buchungskreis aufgelöst und vollständig in den verbleibenden integriert.

Der komplexe Merge umfasste den Transfer sämtlicher Logistik- und CO-Objekte inklusive ihrer Historie, bei den Objekten aus dem Finanzwesen waren lediglich die offenen Belege, Salden und Anlagen betroffen.

Da die System-Transformation bei laufendem Betrieb stattfand, durfte die Downtime des SAP- Systems maximal 30 Stunden betragen. Dieses Zeitlimit konnte durch ein minimal­invasives Vorgehen mit der Spezialsoftware cbs ET eingehalten werden.

Weil auch ArcelorMittal alle Unternehmensprozesse von der Logistik über die Steuerung der Produktion bis zum Finanzwesen im SAP-System abbildet, ist es für die Verantwortlichen wichtig, ihre komplexe IT-Landschaft immer auf dem neuesten Stand zu halten.

Fujitsu

Mit der Zusammenlegung der beiden Buchungskreise in den Duisburger Werken Hochfeld und Ruhrort wurde der Auftritt nach außen vereinheitlicht. Dies spiegelt sich auch in allen Formularen wider. Intern konnten die Verwaltungsabläufe gestrafft und Synergien, etwa im Einkauf, erzielt werden.

Für diese organisatorische Umstrukturierung fand eine Integration zweier bisher selbstständig bilanzierender Unternehmensteile zu einer Einheit statt. Diese Unit nutzt künftig nur noch ein einziges SAP-System ERP/ECC 6.0 mit APO und BW.

Konkret wurde der kleinere Buchungskreis aufgelöst und die zugehörigen Daten aller Logistik- und CO-Objekte samt ihrer Historie wurden transferiert. Lediglich im Finanzwesen genügte die Übertragung offener Belege, Salden und Anlagen. Die grundlegende Organisation und alle Prozesse der Werke blieben unverändert.

Hoell Tobias

Umfassende Merging-Projekte sind kaum möglich, ohne die Betriebsabläufe zu stören – schon gar nicht im Rahmen einer 24/7-Produktion wie bei ArcelorMittal. Eine Produktionsunterbrechung verursacht jedoch enorme Kosten.

Daher war die Projektvorgabe, die beiden Buchungskreise bei laufender Produktion im SAP-Finanzmodul zusammenzulegen und die Downtime des SAP-Systems auf maximal 30 Stunden zu begrenzen.

Innerhalb dieses engen Zeitfensters kann die Produktion bei entsprechender Planung unabhängig vom SAP-System weiterlaufen. Alle Informationen, die während des Produktionsprozesses normalerweise an das SAP- System geliefert werden, laufen in der Schnittstelle in einem Puffer auf und lassen sich nachträglich automatisiert aufarbeiten.

Die Herausforderung bestand da­rin, den Merge innerhalb dieser 30-Stunden-Downtime durchzuführen. Dabei wurden rund eine Million offene Posten sowie alle bisherigen Prozesse unverändert überführt.

Um den Zeitplan bei dieser System Landscape Transformation einzuhalten, migrierte das Projektteam die historischen Objekte vorab und indizierte die übrigen Datensätze so, dass sie in der optimalen Reihenfolge übertragen wurden.

Um innerhalb des geplanten Zeitfensters alle SAP-EEC-Module anzusprechen und rund eine Million offener Posten verbuchen zu können, bereitete sich das Projektteam akribisch vor.

Es startete mit einer Analyse aller Prozesse, System- und Datenstrukturen in den beiden Unternehmensteilen und skizzierte darauf aufbauend die Planung. In anschließenden Workshops legten die Anwender aus den Bereichen Logistik und Finanzen den Projektumfang fest und definierten für jedes einzelne Objekt spezifische Selektionskriterien. Anhand der Ergebnisse des User- Acceptance-Tests wurde die Datenqualität sukzessive erhöht.

Die technische Migration führte das cbs-Team mit der Migrationssoftware Enterprise Transformer an einem Wochenende durch. Dank des minimalinvasiven Vorgehens mit diesem Tool verkürzte sich die Ausfallzeit der betroffenen Systeme beim Go-live auf 24 Stunden.

In dieser Zeit wurden die aktuellen Daten migriert. Die Überführung aller Objekte aus der Historie hatte schon vorher stattgefunden. Um den Export- und Importvorgang zu beschleunigen, wurde die Rechenleistung erhöht und alle Tabellen wurden mit Indizes verknüpft, um die Daten schnell zu finden und zuzuordnen. Diese Maßnahmen haben den für den Export benötigten Zeitaufwand um 80 Prozent verkürzt.

Am Montagmorgen zeigte sich, dass sich die sorgfältige Planung sowie die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Beratungsteam und den Anwendern ausgezahlt hatte: Die ArcelorMittal-Mitarbeiter hatten Zugriff auf alle Daten und haben nicht bemerkt, dass sie nun in einem anderen Buchungskreis arbeiten.

„cbs hat seine Expertise als Technical Leader für anspruchsvolle Datentransformationen unter Beweis gestellt und war ein verlässlicher Partner. Diese professionelle Unterstützung hat uns einen entscheidenden Schritt weitergebracht“

resümiert SAP-Teamleiter Arkadius Fischer.

 

https://e-3.de/partners/cbs-corporate-business-solutions/

Über den Autor

Tobias Höll, cbs Corporate Business Solutions

Tobias Höll ist bei cbs Corporate Business Solutions im Bereich Landscape Transformation tätig undunterstützt Unternehmen weltweit im Bereich Transformation.

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