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Welche Cloud braucht der SAP-Anwender?

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Geschrieben von Peter Körner, Red Hat

An der SAP-Modernisierung kommt kein Anwender kurz- und mittelfristig vorbei. Abwarten ist keine Option, teils verlockend günstige „Lift & Shift“-Angebote sind aber zu kurz gedacht!

SAP-Anwendungen dürfen nicht länger als isolierte, anforderungsspezifisch -adaptierte Systeme gesehen werden. Open-Source-basierte Hybrid-Cloud-Plattformen, integrierte End-2-End-Architekturen und Automatisierungstechnologien sind der Schlüssel zum Migrationserfolg – reden wir mal darüber.

SAP-Anwender stehen zum einen vor der Herausforderung, auf SAP HANA und SAP S/4HANA zu migrieren. Zum anderen müssen sie Innovationen vorantreiben, um in einem wettbewerbsintensiven Umfeld eine schnelle Adaptions- und Reaktionsfähigkeit zu erreichen. Dabei ist sowohl die „Keep the Core Clean“-Strategie von SAP umzusetzen als auch die Erweiterbarkeit von S/4HANA durch moderne Cloud-fähige DevOps-Lösungen sicherzustellen. Die „Keep the Core Clean“-Strategie empfiehlt beziehungsweise erfordert eine Migration der bisherigen SAP-Eigenentwicklungen auf eine neue Architektur und Plattform, die die Entwicklung und den Betrieb von SAP-Anwendungen mit nativen Cloud-Technologien unterstützt.

Wichtige Aspekte sind hierbei die agile Integration, CI (Continuous Integration) und CD (Continuous Deployment), Container und Microservices sowie die Nutzung beliebiger Programmiersprachen in Ergänzung oder als Ersatz zu ABAP. Zur Stärkung der Innovationskraft müssen darüber hinaus Side-by-Side-Erweiterungen und die Integration von SAP- und Non-SAP-Lösungen in hybriden End-to-End-Prozessen viel schneller umsetzbar sein. 

Bei diesen Modernisierungsvorhaben bestehen für SAP-Anwender in der Regel drei konkrete Herausforderungen: Erstens müssen sie eine Cloud-Infrastruktur nutzen, die ihre Anforderungen optimal abdeckt, zum Beispiel hinsichtlich der Optimierung und Weiterverwendung bestehender, traditioneller Ressourcen oder der Integration alter und neuer Systeme beziehungsweise Prozesse. Zweitens geht es um die Entwicklung moderner Anwendungen und Lösungen und drittens um das Management und die Automatisierung von Hybrid-Cloud-Umgebungen.

Dabei muss auch klar sein, dass die eine Cloud nicht die Antwort auf jede Herausforderung sein kann – ansonsten endet die Modernisierung schnell in einem neuen Silo und einem zusätzlichen Vendor-Lock-in mit schwer kalkulierbaren Risiken und einem Kontrollverlust. Die gute Nachricht: So etwas lässt sich schon heute mit einer Abstraktion über mehrere Clouds in Kombination mit On-premises-Umgebungen bequem vermeiden, auch wenn einzelne Cloud-Anbieter das nicht gern in den Vordergrund stellen. 

Mehr als nur Kubernetes: Vom Multi-Cloud-Management bis zu Developer-Services. Quelle: Red Hat

Die Sicht der User

Doch welche Lösungsumgebungen benötigen SAP-Anwender nun konkret? Ein Blick auf die spezifischen Herausforderungen der unterschiedlichen Personas kann dabei die Antworten liefern. IT Operations, Cloud Operations und Software Engineering können hierbei als Beispiele fungieren.

Ein IT-Operations-Leiter ist typischerweise für Teams in den Bereichen Linux, Windows, Storage, Virtualisierung, Netzwerk, IT-Security und Monitoring verantwortlich. Zentrale Herausforderungen sind vielfach die personelle Unterbesetzung, die Aufrechterhaltung des Betriebs bei gleichzeitig steigenden Anforderungen, das Management von Legacy-Systemen, die zunehmende Cloud-Infrastruktur-Nutzung und die vorherrschende Silo-Mentalität. In dieser heterogenen Umgebung bietet vor allem eine Infrastruktur-agnostische Automatisierungsplattform, die auch unterschiedliche Silos miteinander verbindet, eine entscheidende – auch zeitliche – Entlastung.

Zum Verantwortungsbereich eines Cloud-Operations-Leiters gehören die Definition einer zukunftssicheren Cloud-Architektur, die auch moderne Workloads in Bereichen wie KI, ML oder generell Microservices unterstützt. Zudem muss er oft die Transformation von Applikationen in die Cloud vorantreiben. Herausforderungen in dieser hybriden Welt bestehen bei der Container-Orchestrierung, der Ende-zu-Ende-Security, dem Multi-Cloud-Management und der Vermeidung eines Vendor-Lock-ins. Eine Lösung für diese Anforderungen bieten im allgemeinen Kubernetes und im Besonderen Red Hat OpenShift, da dort zum Beispiel Cluster-Management, Kostenkontrolle und -optimierung über alle Anbieter sowie Security- und Governance–Management bereits enthalten sind.

Der Software-Engineering-Verantwortliche schließlich muss Lösungen entwickeln und bereitstellen, die das Unternehmenswachstum fördern; Beispiele sind neue Anwendungen in Industrie 4.0, IoT, Edge, KI, ML, Data Analytics oder Big Data. Der Software-Entwicklungsleiter ist dabei mit Aufgaben konfrontiert wie der Gewinnung und Bindung von Talenten, der permanenten Einarbeitung neuer Ingenieure, dem Umgang mit mehreren Clouds und ihren Tools, der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften oder der Integration vorhandener Lösungen, spätestens jetzt auch in eine moderne SAP-Landschaft. Auch hier bieten Kubernetes und Red Hat OpenShift eine wichtige Unterstützung, da sie alle Entwickler-Lieblings-Tools, IDEs und Frameworks wie SAP API Management gleich mit bereitstellen, um dem Entwickler die extrem zeitaufwändige Pflege und Wartung seiner Umgebung zu ersparen.  

Die Lösungsumgebung

Die Anforderungen der verschiedenen Personas spezifizieren somit die ideale Ziel-umgebung: eine Multi-Hybrid-Cloud-Plattform für SAP-Landschaften. Sie ermöglicht Anwendern, den Digital Core von SAP on-premises oder bei jedem großen Cloud-
Anbieter zu betreiben, auch in Teilen oder über die Zeit änderbar. Dabei sollte auch eine Lösung zur Verwaltung des Lebenszyklus des digitalen Kerns mit Funktionen wie proaktiver Überwachung, Patching oder automatischer Fehlerbehebung genutzt werden, um Ausfallzeiten in der Produktionsumgebung zu vermeiden. In Verbindung mit einer Automatisierungslösung wie Red Hat Ansible Automation Platform können Anwender zudem ihre SAP-S/4HANA-Migration, neue Deployments oder die Day-2-Operations vollständig automatisieren, sodass sich die IT-Teams auf Innovationen konzentrieren können.

Tatsächlich erhöht so ein Ansatz nachweislich nicht die Komplexität, die Kosten oder die Laufzeit der Migrationsprojekte. Eine sinnvolle Kombination der Anforderungen zu einem frühen Zeitpunkt ergibt Synergien, schnelle ROIs, eine beschleunigte Cloud-Nutzung und trotzdem eine dauerhaft hohe Flexibilität. Bei der Wahl der Plattform, die die Verwaltung von SAP- und Non-SAP-Umgebungen innerhalb des Unternehmens und in der Cloud ermöglicht, entscheiden sich daher immer mehr Unternehmen für die Enterprise-Kuber-netes-Lösung Red Hat OpenShift. Sie unterstützt eine Cloud-native Entwicklung von SAP-S/4HANA-Erweiterungen unter Verwendung von in Containern laufenden Microservices. Die Plattform kann vor Ort eingesetzt werden und wird zusätzlich von allen wichtigen Cloud-Anbietern wahlweise als Managed Service oder nativ angeboten und bietet unmittelbar nutzbare Tools für GitOps, CI/CD oder Multi-Cluster-Management.

So können alle Anwendungen, die auf der Plattform entwickelt und bereitgestellt werden, über mehrere Umgebungen und Clouds hinweg konsistent betrieben werden. Prinzipiell stehen nahezu alle SAP-Anwender vor den gleichen Herausforderungen. Sie müssen die Deadline 2027 für die SAP-Technologie-Modernisierung einhalten, die IT-Kosten senken und zugleich in agile Innovationen investieren. Open-Source-Technologien, Cloud-native Entwicklungsmodelle und Hybrid-Cloud-Umgebungen sind dabei die Business Enabler schlechthin, gerade auch hinsichtlich der Umsetzung der digitalen Transformation. SAP-Anwender können damit sowohl ABAP-Eigenentwicklungen migrieren als auch neue End-to-End-Prozesse mit SAP integrieren. Nicht zuletzt gewinnen sie durch die Cloud-agnostische Multi-Hybrid-Cloud-Nutzung eine maximale strategische Flexibilität – gemäß dem Leitgedanken „Develop once – deploy anywhere“.

Über den Autor

Peter Körner, Red Hat

Peter Körner ist Business Development Manager Open Hybrid Cloud SAP Solutions bei Red Hat.

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