Künstliche Intelligenz MAG 21-07

Warum Automatisierung intelligent sein sollte

KI-Kolumne
Geschrieben von Annette Maier UiPath

Vor einigen Jahren hat RPA die Automatisierungsbranche revolutioniert, seitdem kommen stetig neue Funktionen und Tools hinzu, die das Leben der Mitarbeiter vereinfachen sollen und immer komplexere Aufgaben übernehmen können.

Um die immer größeren Anforderungen bei der Prozessautomatisierung bewältigen zu können, sollte die Automatisierung intelligent sein. So nutzt beispielsweise das Konzept des Fully Auto­mated Enterprises mehrere Komponenten und inte­griert RPA mit fortschrittlichen Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) oder maschinellem Lernen.

Der Einsatz von KI ermöglicht dabei tiefere kognitive Automatisierungen, die unter anderem Natural Language Processing oder Document Understanding beinhalten und damit einen Beurteilungsprozess seitens der Software-Roboter erlauben.

Denn ein gewöhnlicher Software-Roboter kann zwar bereits Daten aus strukturierten Quellen scannen, extrahieren und verarbeiten, aber ein KI-gestützter Software-Roboter geht einen Schritt weiter: Er kann diese Daten verstehen und entsprechend verarbeiten – selbst wenn diese unstrukturiert sind.

Diese weiterreichenden Möglichkeiten durch die Kombination von RPA und künstlicher Intelligenz können sich dabei besonders in komplexen Software-Umgebungen wie SAP bezahlt machen. Im Zuge der digitalen Transformation unterliegen viele dem Fehlurteil, dass sie bestehende Systeme und Geschäftsanwendungen ersetzen müssen – eine Herkulesaufgabe, schaut man sich das SAP-Ökosystem an. RPA ermöglicht es den Unternehmen jedoch, bestehende Infrastrukturen weiterhin zu nutzen, ohne ihr SAP-Ökosystem zu modifizieren oder zu verändern.

So übernehmen intelligente Software-Roboter eine Vielzahl hochkognitiver Aktionen, wie beispielsweise das Anmelden im SAP-System, die Verbindung über BAPI, die Automatisierung von Nutzereingaben über SAP WinGUI, das Extrahieren von Daten aus Dokumenten wie Rechnungen oder Kundenaufträgen und die Verarbeitung der extrahierten Daten im jeweiligen SAP-System.

Der Vorteil besteht darin, dass Automatisierung über alle SAP-Systeme und darüber hinaus implementiert werden kann. Auch die Integration von Dritt­anwendungen und sogar Altsystemen ist ohne APIs möglich. So können durch Automatisierung beispielsweise Daten zwischen CRM-Systemen und internen ERP-Systemen ausgetauscht oder gar finanzielle Prognosen getroffen werden.

Aber RPA kann auch den Wechsel hin zu neuen Systemen wie beispielsweise S/4 Hana unterstützen, weil unter anderem manuelles Aufbereiten von Daten und Strukturen wegfällt. Durch den Einsatz von Software-Robotern lässt sich so wertvolle Zeit – und damit auch Kosten – einsparen.

Des Weiteren können Unternehmen mittels RPA auch ihr SAP-Testing optimieren, das üblicherweise recht zeitaufwändig ist, da es oft durch das Tempo eines traditionellen Test- und Release-Plans für benutzerdefinierte SAP-Änderungen begrenzt wird. Entsprechende Automatisierungsplattformen inte­grieren zum Beispiel Testfunktionen, um Automatisierung in großem Maßstab voranzutreiben.

Eine Plattform für alles

Während bereits die unterschiedlichen Technologien und Tools einzeln Unternehmen viele Vorteile bringen, bietet eine nahtlose Integration, die auf dem Automatisierungs-plattformgedanken basiert, fast unendliche Möglichkeiten. Hierfür benötigen Unternehmen jedoch eine umfassende Automatisierungsplattform, mit der Automatisierung im gesamten Unternehmen schnell und effizient skaliert werden kann und die den vollständigen End-to-End-Automatisierungslebenszyklus berücksichtigt.

Damit wird eine komplexere Automatisierung im Unternehmen möglich, die auch komplexere Analysen hinsichtlich der Auswirkungen der Automatisierung selbst sowie intelligente Software-Roboter, die Entscheidungen basierend auf Daten treffen können, umfasst.

Der Einsatz von Automatisierung innerhalb der SAP-Umgebung ermöglicht Unternehmen eine Vielzahl an Möglichkeiten, mit denen sie wettbewerbs­fähig bleiben, indem sie ihren Mitarbeitern Zeit für relevante Aufgaben verschaffen.

Über den Autor

Annette Maier UiPath

ist Area Vice President Central & Eastern Europe bei UiPath.

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