Extra 2106 MAG 21-06

Von allgemeiner Verunsicherung zur individuellen „metromap“

[shutterstock: 495074725 ardiwebs]
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Geschrieben von Matthias Knak, affinis AG

Nach Embrace und RISE: Wie es SAP-Kunden und -Technologiepartnern mit der SAP S/4HANA Strategie geht und was man aus der Situation machen kann.

S/4HANA war nicht nur für End-User Neuland und die SAP hat nicht nur diese mit dem vielen „Hin und Her“ verunsichert. SAP-Beratungsunternehmen mussten viel abpuffern in der letzten Zeit und das eigene Vertrauen für die SAP herhalten, denn: S/4HANA ist gekommen, um zu bleiben – so oder so, für jeden Anspruch gilt es also einen geeigneten Weg zu S/4HANA zu finden.

RISE with SAP ist dabei die aktuellste Initiative der SAP. Ob und für wen RISE sinnvoll ist und in welchem Rahmen, muss sich aufgrund aktuell fehlender Transparenz noch zeigen. Ein spannender Projekttitel sollte hier nicht blenden. Die partnerschaftliche und oftmals langzeitliche Betreuung mit ganzheitlicher Sicht auf das Unternehmen und die Heterogenität der IT-Landschaft haben auch ihre Vorzüge.

Die R(e)ise zu S/4HANA muss Altlasten betrachten und unternehmensspezifische Werte berücksichtigen. Business Transformation as a Service darf nicht nur Marketing-Getöse sein, es muss Wirkung zeigen.

Wir haben, nah am Kunden, seit einiger Zeit die unglaubliche Verunsicherung wahrgenommen – manche Berater nennen es auch gerne Orientierungslosigkeit. Immer, wenn man dachte, „jetzt gibt es klare Rahmenbedingungen, jetzt legen wir los“, änderte sich etwas SAP-seitig.

Viele Gespräche, insbesondere viel Zuhören und die Sorgen ernst nehmen, Verwirrungen auffangen und Komplexität greifbar machen standen im Mittelpunkt der Beratungs- und Austauschgespräche mit Kunden und Partnern. Dabei trifft man auf unterschiedliche Typen: vom Early -Adopter über den Strategen zum Zögerlichen. Jeder Kunde hat seine ganz individuelle Ausgangssituation und es gilt die ganzheitliche Betrachtung in den Vordergrund zu rücken.

Über Floragard

Die Floragrad Vertriebs-GmbH mit Sitz in Oldenburg vertreibt seit 1919 Blumenerden und -substrate und ist dabei im Verlauf der Zeit zu einem echtem Globalplayer lanciert. 

Die IT-Infrastruktur unter der Verantwortung von Roger Schöning wird seit 2009 durch die affinis (vorher PTS) betreut. 

„Die affinis betreut uns seit inzwischen mehr als zehn Jahren verlässlich in den Bereichen Hosting, SAP Basis und Datensicherung. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie die verlässliche Qualität in der Leistung haben uns bisher nie an einer Fortsetzung zweifeln lassen – und das ist ein großes Kompliment, schließlich ist das SAP System quasi unser ,Herzstück‘. Dieses liegt nach wie vor vertrauensvoll bei der affinis.“

Roger Schöning, IT Leiter Floragard Vertriebs-GmbH

Erstes S/4 Fazit: Jeder hat eine individuelle Einstiegsstation

Aber was steht überhaupt am Anfang einer jeden Diskussion? Hier treffen wir insbesondere auf die Fragestellungen: Welchen realistischen Business Value kann ein Wechsel auf S/4HANA schaffen? Welchen Impact hat die Transition an sich auf Ressourcen und welche Dauer muss ich hier berücksichtigen?

Jede Perspektive hat einen anderen Schwerpunkt im Blick. Natürlich gibt es keinen One-fits-all Ansatz, aber irgendwo muss man ja anfangen! Wichtig, hierbei gilt: Bestehendes neu denken.

Der Ansatz: Interdisziplinär für eine ganzheitliche Methodik

Ergebnis unseres internen S/4HANA-Angangs ist der mit Partnern und Kunden gemeinsam entwickelte Fahrplan „metromap“ zu S/4HANA. Dabei haben wir unsere Strategen gemeinsam mit unseren Prozess- und Fachexperten sowie unserem Account Management interdisziplinär beauftragt, eine nachhaltige und ganzheitliche Methodik zu entwickeln. Diese beschreibt Fahrpläne für eine technische, betriebswirtschaftliche sowie organisatorische Perspektive, um zielgruppengerecht den Weg des Wechsels auf S/4HANA einzuleiten und zu begleiten. 

Von der Analyse bis zur Umsetzung definieren wir gemeinsam mit dem Kunden die verschiedenen Meilensteine aus den jeweiligen Perspektiven – nur so, so sind wir überzeugt, können große Migrationen oder Transformationen nachhaltig und gewinnbringend gelingen. Denn noch heute ist (fast) jedes System ein Unikat und jeder Kunde bringt seine individuellen Herausforderungen mit in die Transformation. 

In jeder Phase der Einführungsmethodik stellen wir eine Perspektive in den Mittelpunkt und „fahren“ mit ihr vom Status quo entlang der verschiedenen Stationen bis zum SOLL-Zustand. Wir nehmen jede Sichtweise mit und veredeln dies im Sinne des Gesamterfolgs mit unseren Change Experten gemäß Prosci®-Methodik.

Neben der technischen Sicht und dem Projektmanagement legen wir viel Wert auf die menschliche Seite des Wandels. Denn, die wichtigste Botschaft ist: Eine erfolgreiche S/4HANA Transformation ist kein (reines) IT-Projekt. Diese Botschaft hat wahrscheinlich schon Jeder gehört, wir stellen jedoch immer wieder fest, dass die beiden Welten, Kernbusiness und IT, noch nicht überall die gleiche Endstation vor Augen haben.

Natürlich geht es um eine zukunftsfähige Ausrichtung der IT, aber es geht auch (und insbesondere) um das kritische Auseinandersetzen mit heutigen Prozessen und Geschäftszielen. Je nach Zielsetzung gilt es, einen individuellen Fahrplan in Richtung S/4HANA zu entwickeln und alle Perspektiven einzubeziehen, um darauf basierend den geeigneten Weg zu S/4HANA via Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition zu kreieren. Neben technischen Umständen gilt es auch zukünftige Geschäftsmodelle, Marktumgebung und Innovationskraft zu betrachten.

Gemeinsam „einfach mal machen“

Um möglichst schnell viele Mannschaftsmitglieder in die neue Welt eintauchen zu lassen, haben wir gemeinsam mit dem langjährigen Kunden Floragard den ersten Anlauf getan und getreu dem Motto „einfach mal machen“ „die Ärmel hochge-krempelt“ und „losgelegt“.

Roger Schöning, IT-Leiter des Hidden Champions, gehörte sicher zu denjenigen, die sich bereits frühzeitig und mit mehr Neugierde als Sorge dem Thema S/4HANA näherten. Nach einem gemeinsamen Kick-off Workshop war die Richtung schnell klar – die „metromap“ muss in die Praxis umgesetzt werden.

Der Ansatz wurde in intensiven Gesprächen mit Vertretern von Floragard von allen Seiten als sehr geeignet empfunden, das Vertrauen in das Vorgehensmodell dadurch geschaffen. Insbesondere die S/4HANA Veränderungen aus der Perspektive der betroffenen Mitarbeiter von Anfang an zu sehen hat sehr beeindruckt. Angefangen mit einer gemeinsamen Personalentwicklungsstrategie führte unser Projekt zu einer erfolgreichen Umstellung auf S/4HANA.

Ohne Vertrauen geht’s nicht –
die grundlegende Basis

Vertrauen ist dabei der Schlüssel zum Erfolg bei einer solch umfassenden und zukunftsweisenden Business Transformation. Es ist nicht sinnvoll, noch länger mit dem Wechsel zu warten. Das System ist in mehreren Releases gereift und SAP veröffentlicht Innovationen nur noch auf S/4HANA.

In Summe heißt das, S/4HANA vereint inzwischen Verlässlichkeit und In-novation und bietet damit einen Innovationsvorteil gegenüber R/3-Usern. Über das Ende der Wartung – aktuell 2027 – brauchen wir nicht sprechen.

Es gibt Hinweise, die darauf deuten lassen, dass eine erweiterte Wartung über 2030 hinaus passieren kann, denn vor nicht allzu langer Zeit hat Christian Klein im Interview mit ASUG darauf hingewiesen, dass SAP keinen Kunden zurücklassen will. Aus „Cloud first“ soll „Customer first“ werden und dazu gehört es auch, „hybride Szenarien“ zu bedienen. 

Der Weg zu S/4 ist für viele gesetzt, das Wie ist oft noch offen. Mit unserer „-metromap“ steigen wir mit unseren Kunden zusammen in die gewählte Linie ein. Gemeinsam buchen wir ein Ticket zu höherer Automatisierung, besserer Entscheidungsunterstützung und als Zielstation das intelligente Unternehmen mit klarem Fokus auf erweiterte Geschäftsmodelle.

Wir haben nun einen klaren Fahrplan, der hilft, Perspektiven zusammenzuführen und den Weg greifbar und erfolgreich zu machen. Steigen Sie ein…

Über affinis

Seit mehr als 20 Jahren navigieren wir unsere Kunden durch die Reise der Digitalisierung. Die Komplexität der IT wächst und dem begegnen wir erfolgreich mit einer starken Mannschaft sowie der ganzheitlichen Betrachtung unserer Kunden sowie der jeweiligen Individualsituation. Wir schaffen Lösungen aus einer Hand und vertrauensvolle Kundenbeziehungen. Damit sind unsere Kunden für ihre Herausforderungen aus System- und Prozesssicht gut gewappnet und können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. 

Matthias Knak, Lead Business Development affinis AG, ist seit über 15 Jahren im SAP-Beratungsumfeld tätig

Über den Autor

Matthias Knak, affinis AG

Lead Business Development, affinis AG

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