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Unfaire Software-Lizenzierung in der Cloud

Eine neue Studie bringt unfaire Software-Lizenzierung in Zusammenhang mit einer Wettbewerbsverzerrung auf dem Cloud-Infrastruktur-Markt.
3. Februar 2022
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Der französische Experte für Wettbewerbsrecht, Prof. Frédéric Jenny, untersucht, inwieweit unfaire Software-Lizenzbedingungen etablierter Software-Unternehmen den Wettbewerb auf dem noch jungen Markt für Cloud-Infrastruktur-Dienste in Europa verzerren. Die Studie dokumentiert Praktiken, mit denen eine Handvoll marktmächtiger Unternehmen ihre Kunden bei Unternehmens-, Produktivitäts- und Datenbank-Software auf ihre eigenen Cloud-Infrastruktur-Dienste lenkt.

Diese Praktiken, so die Studie, werden dem Wettbewerb in der Cloud erheblich schaden und das Wachstum, die Innovation und die Lebensfähigkeit der europäischen Cloud-Infrastruktur-Anbieter und ihrer Kunden beeinträchtigen. Für europäische Verbraucher wird dies zu einer geringeren Auswahl und höheren Preisen für Cloud-Dienste führen.

„Über mehrere Monate hinweg habe ich mit Anwendern von Unternehmens-Software aller Größen und Branchen gesprochen“, so Frédéric Jenny. „Einige Anwender hatten Angst vor möglichen Repressalien, wenn sie sich gegen vermeintlich unlautere Praktiken aussprechen. Selbst einige Großkunden von Cloud-Diensten haben erkannt, dass sie auf die zentralen Produktivitätssuiten, die ebenjene Software-Unternehmen kontrollieren, nicht verzichten können.“

Die Studie, die den Mitgliedern des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und des Rates im Zuge der Prüfung, Diskussion und Abstimmung über den Digital Markets Act (DMA) übermittelt wurde, weist eindeutig auf eine Reihe von Praktiken hin, mit denen etablierte Software-Unternehmen die Wahlmöglichkeiten europäischer Unternehmen bei der Cloud-Migration einschränken. Technische, finanzielle und vertragliche Beschränkungen werden eingesetzt, um Anwender im eigenen Cloud-Infrastruktur-Ökosystem zu halten – unabhängig davon, ob dies die beste Lösung für den Kunden darstellt.

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