MAG 21-10 Open Source Kolumne

Teamwork Makes the Dream Work

Open-Source

Die Eclipse Foundation, in der mehr als 400 Open-Source-Projekte beheimatet sind, ist in selbstverwalteten Arbeitsgruppen organisiert. Warum wurde dieser Ansatz gewählt? Und wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern?

Wenn Unternehmen oder Einzelpersonen allein arbeiten, können sie Ergebnisse erzielen, die auf ihre Erfahrung und ihr Fachwissen beschränkt sind. Wenn Unternehmen oder Einzelpersonen jedoch mit einer Vielzahl von Akteuren und Experten der Branche zusammenarbeiten, erhalten sie neue Erkenntnisse und Zugang zu umfangreichem Fachwissen, was das Endergebnis für alle erheblich verbessert. Das Gleiche gilt für den Open-Source-Sektor, wo kleine und große Mitgliedsorganisationen von der Zusammenarbeit profitieren.

Bei der Eclipse Foundation bieten Arbeitsgruppen eine strategische Ausrichtung für Organisationen bei der Entwicklung von Open-Source-Technologien. Hier ziehen die Mitglieder nicht nur Vorteile aus der Schwarmintelligenz, sondern können sich an gemeinsamen technischen und geschäftlichen Interessen ausrichten und zusammen eine Vision für die Entwicklung von Open-Source-Software entwickeln, die alle weiterbringt. 

Zu diesem Zweck stellt die Eclipse Foundation Dienstleistungen, Governance und Ressourcen zur Verfügung – quasi einen organisatorischen Überbau, der es den Arbeitsgruppen ermöglicht, einen starken Fokus auf Technologie- und Innovationsziele zu legen und gleichzeitig weiter zu wachsen und sich zu diversifizieren.

Arbeitsgruppen sind ein Ort für die strategische Ausrichtung von Open-Source-Technologien, an dem Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammenkommen, um ein gemeinsames Interesse zu fördern, einen Bereich wie die Automobilindustrie zu unterstützen oder herstellerneutral an der Entwicklung von Spezifikationen zu arbeiten.

Diese kollaborativen Ökosysteme ergänzen die Arbeit, die Softwareentwickler leisten, um eine offene Zusammenarbeit und Innovation in Unternehmen zu ermöglichen. Unternehmen mit breit gefächerten technologischen Interessen, wie zum Beispiel SAP, treten oft mehreren Arbeitsgruppen bei und schaffen so neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit über Technologiebereiche und Branchenschwerpunkte hinweg.

Um sicherzustellen, dass alle gleichermaßen von dieser Form der Zusammenarbeit profitieren, werden in einer Governance-Charta der Umfang, die Ziele und die Vision jeder Arbeitsgruppe festgelegt. Eine Arbeitsgruppe schafft gleiche Bedingungen, bei denen keine Person oder Organisation einen Sonderstatus oder ein Vetorecht hat, unabhängig von der Größe der Organisation oder der Anzahl ihrer Entwickler, die an Open-Source-Projekten beteiligt sind. Die Arbeitsgruppen arbeiten im Rahmen eines herstellerneutralen Verwaltungsmodells und etablierter kartellrechtlicher und urheberrechtlicher Richtlinien. Diese stellen sicher, dass die gesamte entwickelte Open-Source-Software von allen genutzt werden kann.

Ein aktuelles Beispiel: Anfang Juni hat die Eclipse Foundation die Eclipse IDE Working Group gegründet. Ihr Ziel ist es, die Weiter-entwicklung, Akzeptanz und Nachhaltigkeit der Eclipse–IDE-Produktsuite, der zugehörigen Technologien und des Ökosystems zu gewährleisten. Die neue Arbeitsgruppe, zu deren Gründungsmitgliedern Bosch, IBM und SAP gehören, konzentriert sich auf die Bereitstellung von Governance, Leitlinien und Finanzmitteln für die Gemeinschaften, die den Einsatz und die Wartung der Eclipse IDE und damit verbundener Open-Source-Produkte unterstützen.

SAP ist vielen bekannt durch Entwicklung, Vertrieb und Support seiner verschiedenen Unternehmenssoftwareanwendungen. Weniger bekannt ist jedoch, dass SAP einen großen Teil dieser Entwicklungen als regelmäßiger Nutzer und Unterstützer von Open-Source-Software erreicht hat.

SAP ist ein strategisches Gründungsmitglied der Eclipse Foundation, unterstützt und trägt zu verschiedenen Projekten bei und beteiligt sich an insgesamt drei Arbeitsgruppen: Eclipse IoT, die kommerzielle IoT-Lösungen entwickelt; Eclipse Cloud Development Tools; und natürlich Eclipse IDE. Dementsprechend ist das Unternehmen stark in die Eclipse–Community eingebunden.

Über den Autor

Michael Plagge, Eclipse Foundation

Michael Plagge ist Ecosystem Development Director bei der Eclipse Foundation.

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