Digitale Transformation MAG 22-02

SAPverse, MetaSAP, New Rise?

Digital-Transformation
Geschrieben von Michael Kramer

Erfolgreiche Firmen sind manchmal erfolgreich, weil sie früh auf einen Trend setzen oder ihn sogar kreieren. Oder sie kommen spät, treffen aber bessere Entscheidungen als die Early Mover, auf deren Erfahrungen sie aufsetzen können.

Viele von Ihnen kennen die Umbenennung von Facebook in Meta. Damit trägt Mark Zuckerberg nicht nur dem Umstand Rechnung, dass die Firma als Facebook einige weitere Schwergewichte sein Eigen nennt, wie WhatsApp, Instagram oder auch Hardware wie die Oculus-VR-Brillen. Da kann eine Dachmarke, die nicht nur einen Bereich in den Vordergrund hebt, Sinn machen. Dies haben zuvor auch andere Firmen wie Google durchgeführt, das bereits 2015 zur Tochter von Alphabet wurde.

Mehr, mehr, mehr

Nun wird Meta aber mehr sein: Es kommt das Metaverse ins Spiel. Sie erinnern sich vielleicht an eine Entwicklung vor fast 20 Jahren. Linden Lab launchte 2003 die damals einzigartige und ungemein faszinierende 3D-Simulation einer ganzen Welt namens Second Life. Hier konnten Benutzer virtuelle Waren wie Grundstücke kaufen, ihre realen Produkte virtuell ausstellen, sogar sich mit anderen Personen per selbst gewähltem Avatar treffen.

Bezahlt wurde mit dem virtuellen Linden-Dollar. Auch wenn die Idee sehr interessant war und viel diskutiert und ausprobiert wurde, durchgesetzt hat sich Second Life nicht. Aus heutiger Sicht musste das System vor fast zwei Jahrzehnten mit einer wenig leistungsfähigen Infrastruktur auskommen, mit einfachen Browsern und vielen Einschränkungen, die so einen Plattformpionier gerne zwicken und zwacken.

Der Begriff vom Metaverse kommt ursprünglich nicht von der Firma Meta, sondern ist aus dem 1991 (!) erschienenen Roman „Snow Crash“ des Science-Fiction-Autors Neal Stephenson. Es handelt sich um eine künstlich erschaffene virtuelle Realität, in der Menschen sich Avatare auswählen und sich in einer Open World frei bewegen. Innerhalb des Metaverse können Geschäfte getätigt und Waren generiert werden. Es gibt Schnittstellen zur realen Welt und zum Warenkreislauf der realen Welt. Damit können Produkte der realen Welt im Metaverse gehandelt werden. Die Kommunikation und Events finden in Echtzeit statt. 

Ob Meta mit dieser Ausrichtung ein großer Erfolg zuteilwird, zeigt die Zukunft. Wenn wir dieses Konzept auf Unternehmenslösungen übertragen, haben wir ganz andere Möglichkeiten: Stellen Sie sich vor, auf einer zentralen Plattform bietet SAP ihren Kunden eine Infrastruktur für möglichst viele der Aktivitäten an, die ein Kunde nun mal so macht: Beschaffung, Produktion, Marketing, Vertrieb oder Service. SAP liefert den Kunden eine Plattform und die SAP-Lösungen liefern die dazugehörigen Daten und Workflows an. SAP-Kunden hätten durch eine schnelle Anbindung und den Datenaustausch Vorteile. Drittkunden werden auch angebunden.  

Anfänge sind gemacht

Mit der SAP Extended Reality Cloud (XR Cloud) können visualisierte Echtzeitapplikationen erstellt werden. Zum virtuellen Treffen und Verhandeln ist es dann nur noch ein kleiner Schritt. Mit AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) haben viele Unternehmen schon Erfahrung gemacht. Wichtig ist auch die freie Anbindung von Drittsystemen. So hat IBM mit der Supply Chain Intelligence Suite eine Lösung, bei der zukünftige oder aufgetretene Unterbrechungen oder Verspätungen von Lieferketten erkannt werden.

Dazu werden unterschiedliche Informationen verschiedener Quellen mit KPIs verglichen und von einer KI ausgewertet. Die erforderlichen Teilnehmer für einen Resolution-Raum werden durch die KI informiert und Lösungen vorgeschlagen. Eine Kooperation mit einem SAPverse würde die Datenanbindung und Kommunikation erweitern. Es gibt sehr viele solcher von Kunden eingesetzten Lösungen. Eine Lösung wie ein SAPverse würde allen helfen: den SAP-Kunden, den Non-SAP-Kunden und natürlich auch SAP selbst.

Über den Autor

Michael Kramer

Michael Kramer, Digital Transformation Enthusiast und Aufsichtsratmitglied des E-3 Verlags B4Bmedia.net AG

1 Kommentar

  • Ich bin seit 15 Jahren in Second Life unterwegs. Es handelt sich hierbei um eine Plattform, die von den Nutzern selber gestaltet wird. Diese Plattform ist keinesfalls tot.

    Eine Plattform die uns ermöglicht unsere Fantasie in vielfältiger Weise umzusetzen, sie hilft uns, Leute aus aller Herren Ländern kennenzulernen, sie hilft uns zu lernen in dem man Kurse, Schulungen und so weiter besucht, sie hilft Künstlern ihre Kunst Online zu bauen und auszustellen, sie hilft musikalische Menschen hier auf Bühnen aufzutreten, sie hilft Menschen die durch Handicaps manche Dinge nicht mehr tun können, sie online zu tun und vieles, vieles, vieles mehr.

    Und euch heutzutage gibt es noch Neuligen, die Second Life ebenso spannend finden wie ich noch nach 15 Jahren. Sie sollten sich einen Avatar erstellen und einige Monate diese virtuelle Welt erkunden und vor allem mit alt eingesessenen Menschen sprechen … den Steuereinheiten von den Avataren, die vielfältig gestaltet werden können.

    Second Life ist kein Spiel und es ist nicht ausgestorben. Immer wieder findet man Artikel auf Online Seiten darüber das es nicht funktioniert hat, das es keiner mehr nutzt und so weiter. Nur wenige geben sich die Mühe selber zu erkunden und sich mit Leuten zu unterhalten, diese Schreiber formulieren danach auch positive Texte. Sich schlaumachen in Vorfeld ist eine gute Möglichkeit ordentlich darüber zu berichten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar