Coverstory 2005 MAG 2005

SAP S/4 Power

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Geschrieben von Andreas Klaus Span, IBM

Ob S/4, C/4 oder BW/4: Für alle SAP-Softwareangebote wird es in Zukunft nur eine Plattform geben. Hana ist mehr als eine Datenbank. Hana ist die Plattform für das zukünftige SAP-Universum. Damit bekommt die Wahl der passenden Infrastruktur eine besondere Bedeutung, denn Hana ist sehr anspruchsvoll. Ob in der Cloud oder On-premises: Die IBM-Architektur der Power-Server hat sich in zahlreichen Tests und realen Anwendungen als führend erwiesen.

SAP hat 2015 den Zehnjahresplan, hinsichtlich der Migration aller Kunden zur Datenbank Hana, verkündet. Die ursprüngliche Deadline 2025 für ERP/ECC 6.0, SAP Business Suite 7 und AnyDB wurde zwischenzeitlich auf 2027/2030 verschoben, aber der Releasewechsel auf Hana ist aktueller denn je.

Für SAP-Bestandskunden steht somit die Entscheidung an, auf welcher Infrastruktur die Plattform Hana zukünftig betrieben werden soll. In erster Linie geht es hierbei um eine Architekturentscheidung zugunsten von Hana als Datenbankplattform und weniger um eine Entscheidung hinsichtlich On-prem oder Cloud.

Nach einem anfänglichen Rush verschiedener Marktsegmente, die unter hohem Konkurrenzdruck stehen (oder schon in der Planung fortgeschritten waren), wie etwa Retail, Manufacturing und Automotive, macht sich eine Verzögerung in der Migrationsrate bemerkbar.

Nur etwa 20 Prozent der SAP-Bestandskunden haben den operativen Schritt auf die Hana-Plattform schon gewagt. Daneben gibt es in der SAP-Community naturgemäß unzählige PoCs.

Die Gründe dafür sind mannigfaltig: Zum einen sind es langfristige Projekte, die von einem Minimum an sechs Monaten bis zu mehreren Jahren dauern können. Sorgfältige Planung, Integration in den allgemeinen Business-Transformation-Plan, Datenkonsolidierung etc. sind alles Schritte, die wohlüberlegt werden müssen und ihre Zeit brauchen.

Zum anderen ist vielen Kunden die Plattform nicht homogen genug. Stimmen dazu wurden in jüngster Vergangenheit in User Groups und Foren immer lauter. Zudem schrecken hohe Kosten und Bindungsängste auch den einen oder anderen ab.

Und dann gibt es einfach noch Kunden, die Zeit brauchen, die ihre Migration schon geplant, aber nicht in Angriff genommen haben.

All das hat SAP wohl vernommen und verinnerlicht und, wie auch schon in diesem Magazin thematisiert, die Fristen des Übergangs zur neuen Hana-Welt erheblich verlängert – erstmals bis 2027 und sogar darüber hinaus bis 2030, gegen einen gewissen Servicebeitrag.

Eine weitere bedeutsame Konzession in diesem Zusammenhang ist das Bekenntnis zu der Hana- und S/4-Plattform bis mindestens 2040. All dies, um Kunden eine verlässliche Zukunftsprojektion zu bieten und sie hinsichtlich langwieriger, komplexer Szenarien nicht zu beunruhigen.

Liquidität und Cyberkriminalität

Zu all dem kommt jetzt noch die weltweite Covid-19-Rezession: fast zum Erliegen gekommener globaler Handel und Produktion, Verzweiflung allerorts hinsichtlich Liquidität, neue Herausforderungen und/oder Bedrohungen wie digitale Engpässe oder eskalierende Cyberkriminalität, fehlende Planungssicherheit usw.

Zum Jahresende 2019 beherrschte eigentlich ein optimistischer Ton den Markt. Verschiedenste Analysten und User-Group- Sprecher waren sich, basierend auf diversen Umfragen, einig, dass für den Zeitraum 2020 bis 2022 etwa 50 Prozent aller Unternehmen Investitionen in diesem Bereich geplant hatten.

Das ist unter den aktuellen Umständen fraglich oder wird zumindest verschoben werden. Da kam die Wartungsverlängerung der SAP wohl zur rechten Zeit. Alles in allem eine komplexe, unsichere und herausfordernde Zeit, die neue Wege und auch neue Zusicherungen braucht.

Vor diesem nicht unproblematischen Hintergrund wollen wir einen Blick auf die Entwicklung von Hana on Power werfen. Wie sieht es mit der Wachstumsrate aus, was ist der heutige Marktanteil, was sind die Zukunftserwartungen und welche neuen Entwicklungen gibt es auf der Plattform?

Die Erfolgsstory geht weiter: Der Anteil von SAP Hana on Power ist weiterhin gewachsen, auf mittlerweile über 3800 Kunden weltweit (davon etwa 600 in Europa) und weit mehr als 25 Prozent Marktanteil (Der geneigte Leser wird sich an den Umkehrschluss des vergangenen Sommers erinnern, als Intel behauptete, etwa 75 Prozent Marktanteil zu besitzen.)

Bemerkenswert dabei ist, dass etwa zwei Drittel der Kunden ihre Hana-Projekte auf x86-Architektur gestartet haben und dann ob der mehr oder minder misslichen Erfahrungen umgeschwenkt sind.

ERP-Marktführer SAP steht am Beginn eines Generationswechsels: Hana und S/4 auf IBM Power.

Charakteristisch für Europa ist der große Anteil an Enterprise-Kunden (etwa 80 Prozent des gesamten Kundenstammes), der somit noch immer etwa 50 Prozent des weltweiten Hana-on-Power-Volumens ausmacht.

Wir treffen aber auch immer wieder auf Studien, die besagen, dass der Großteil der Hana-Installationen unter 2 TB liegt und somit eher dem Mittelstand zugerechnet werden kann. Das stimmt sicherlich für den asiatischen Geschäftsraum. In Europa bleibt es noch „the next frontier“.

Um diesem Potenzial Rechnung zu tragen, fokussieren wir uns bei IBM auch immer mehr auf sogenannte TSPs (Technical Solution Providers), Multiplikatoren jeglicher Art wie z. B. MSPs , CSPs, SIs.

Waren es anfänglich meist On-premises-Installationen, die auf Power als Plattform gesetzt haben, sind es mittlerweile auch immer mehr Cloud-Lösungen in allen Varianten (von Private Cloud über Hybrid Cloud bis hin zu Multi-Cloud).

Da Cloud-Lösungen meist nur so gut sind wie die darunter liegende Infrastruktur, ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr SAP-Bestandskunden wie auch Cloud-Anbieter auf die Vorzüge von Power bauen. Selbst SAP bietet mittlerweile ihre HEC (Hana Enterprise Cloud) auch auf ­Power an und sieht das als Garant für zukünftiges Wachstum.

In diesem Kontext ist auch die Akquisition von Red Hat seitens IBM nochmals zu erwähnen. Sie macht IBM zum Platzhirsch im Bereich Hybrid Cloud und erschließt neue Wachstums- und Integrationsmöglichkeiten.

Red-Hat-Apps

„Aufbauend auf Red Hat OpenShift bietet sich dem Anwender Zugang zu KI-Applikationen, Blockchain und Containerization. Die nötigen Technologiekomponenten basieren auf der Red Hat Open Hybrid Cloud Infrastructure“

erklärt Jochen Glaser, Global Head of SAP Business bei Red Hat.

„Nach der kürzlichen Ankündigung der Umstellung sämtlicher IBM-Cloud-Pak-Angebote auf Red Hat OpenShift und Red Hat Enterprise Linux hat sich IBM dazu entschieden, auch Red Hat Enterprise Linux als Plattform für Hana auf IBM Power einzusetzen.

Die offiziellen SAP-Zertifizierungen für Red Hat Enterprise Linux 8.1 auf IBM Power 9 für Hana sind bereits erfolgt.“

Auf dem Gebiet von Automation ist Red Hat mit Ansible führend und bietet einen weiteren Pluspunkt für die Integration auf der Power Platform. Kein anderer Anbieter bietet auch nur annähernd ein so breitgefächertes Portfolio wie IBM.

Ansible kann in einem Workflow unterschiedlichste Playbooks und Rollen zusammenführen. So kann jeder Bereich der IT seine Kompetenzen in passenden Playbooks abbilden, die dann in komplexe Abläufe eingebracht werden können, ohne andere Bereiche zu beeinflussen.

Die Möglichkeiten zeigen sich perfekt an der Automatisierung von Hana-Deployments und -Konfigurationen. Die In-memory-Datenbank Hana bietet spezifische Setup-Anforderungen, die in SAP-Notes dokumentiert sind.

SAP definiert alle ­Setup-Richtlinien für alle Plattformen in diesen Notes, die viele manuelle Schritte beinhalten. So besteht die Gefahr, dass die eine oder andere systemspezifische Note übersehen oder falsch interpretiert wird.

Zudem gewährt SAP nur dann Support für Produktionssysteme, wenn die SAP-­Notes-Schritte konsequent eingehalten und dokumentiert werden.

Gekoppelt mit den Vorzügen der besten Virtualisierung auf dem Markt (built in and for free) und den schon legendären Security- und Stabilitätsvorteilen bietet sich Hana on Power als eine Option in jeder Kundenüberlegung an.

Ein weiterer Erfolgsgarant sind die Flexibilität und Skalierbarkeit der Plattform. Unter dem Druck der exponentiell gewachsenen Ansprüche der vergangenen Wochen kam auch schon mal der eine oder andere Hyperscaler ins Wanken – und nicht nur wegen der Netzbandbreite, sondern auch wegen der nahtlosen On-demand-Verfügbarkeit, die auf einer überragenden Skalierbarkeit beruht.

Wir durchleben gerade Zeiten, in denen das berühmte „good enough“ „just not good enough“ ist. Mit anderen Worten: Die gestiegenen Anforderungen an die IT spielen zu unseren Gunsten; jetzt kommen die Kernvorteile der Power-Architektur mehr denn je zur Geltung.

Seit Ende 2015 ist Hana auf IBM Power Systems mit IBMs innovativer Power-Architektur und -Prozessoren verfügbar. Die Marktforscher von IDC sind der Überzeugung, dass Power-Systeme für Hana und S/4 einen überzeugenden Differenzierungsfaktor bedeuten.

Beim Thema Cloud bevorzugen die SAP-Bestandskunden Azure, bei Hana-Server – On-premises oder Cloud – immer mehr IBM Power, weil das Gesamtbild stimmiger ist: Power, Linux und Hana.

Power wurde für sehr datenintensive Workloads wie Hana konzipiert und umfasst leistungsstarke integrierte Virtualisierung, die SAP-zertifiziert ist, sowie zahlreiche Merkmale zur Verbesserung der Zuverlässigkeit.

Die rasant steigenden Ansprüche an Sicherheit und Verfügbarkeit bringen auch immer mehr Kunden dazu, wieder verstärkt auf On-premises-Konzepte zu setzen. Es ist zu prognostizieren, dass sich Faktoren wie Security und Operational Cost unter den gegenwärtigen Umständen weiter herauskristallisieren werden.

On-premises ist sicherlich eine berechtigte, sichere, preisübersichtliche und kalkulierbare Variante, darüber hinaus trägt IBM aber den Firmenstrategien Rechnung und setzt verstärkt auf hybride Lösungen, die dem Schlagwort und Trend „digital transformation for cloud“ gerecht werden.

Kaum eine Firma hat nicht „Cloud“ in ihren mittelfristigen Zielen stehen, verstärkt läuft und entwickelt sich der Trend zu „Multi-Cloud“. Je komplexer und vernetzter die Lösungsansätze, desto breiter der Kontakt zu mehreren (vielen) Clouds jeglicher Couleur – und das muss vorbereitet und ermöglicht werden, nahtlos und sicher.

Und um zum ökonomischen Aspekt zu kommen: Aus einer Forrester-Studie geht klar hervor, wo die Vorzüge der Hana on Power Platform liegen. Der Total-Cost-of-Ownership-Vorsprung wächst demnach mit jedem Nutzungstag.

Gepaart mit der Belastbarkeit des Systems und seinen technologischen Vorzügen ergibt das ein Paket, das manch geplagtem CFO/CIO-Tandem Erleichterung in diesen schweren Tagen verspricht.

HoP-Transformation

In der erwähnten IDC-Studie wird auch ganz richtig angemerkt: „Der Wechsel zu einer SAP-Hana-In-memory-Plattform ist unkomplizierter geworden, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war.

IBM ist dabei, sich als Hana- und S/4-Experte zu positionieren, der das komplette Paket anbieten kann – von der Festlegung der Strategie und funktionaler Spezifikation über IBM Services bis zur Umsetzung und Bereitstellung von Power-basierter Hardware on- premises und als hybride Cloud.

Bereits im April 2016 kündigten IBM und SAP eine Partnerschaft für die digitale Transformation an, um gemeinsam innovative Lösungen rund um kognitive Erweiterungen, Anwendererfahrungen und branchenspezifische Funktionen mit Hana und S/4 zu schaffen.

Es gibt mehrere Gründe, die IBM- Power-Systeme zu einer hervorragenden Plattform für Hana machen, wobei eine herausragende Flexibilität, Resilienz und Leistung der Plattform im Mittelpunkt stehen.“

Abschließend sollte erwähnt werden, dass die betriebswirtschaftlichen Aspekte weit über den rein rechnerischen TCO-Ansatz hinausgehen. Eine zeitige Hana-Positionierung und -Implementierung liefert oft einen Wettbewerbsvorteil und hilft einem Unternehmen, sich strategisch für die Zukunft zu positionieren.

IBM agiert hier nicht nur als Infrastrukturlieferant, sondern auch als Berater und Begleiter einer Reise, die gerade erst begonnen hat. Denn Hana ist nicht allein eine Datenbank, sondern eine sich ständig erneuernde ERP/CRM-Plattform für S/4, BW/4 und C/4.

Natürlich schläft die Konkurrenz nicht und rüstet fleißig auf. Mehr denn je nach dem steilen Anstieg der Hana-on-Power- Erfolgskurve. Seit sich auch Winbacks gegen Hyperscaler und ihre Clouds he­rumsprechen (aufgrund von Kosten und Verlässlichkeit gleichermaßen), wird der Kampf zunehmend erbittert.

So gab es unlängst aufgrund des Persistent-Memory-Konzepts etlichen Wirbel im Markt, ohne aber zu erwähnen, dass es während eines VM-Reboots dazu eine spezielle und kostspielige Intel-Optane-Lösung braucht. (Weitere Details dazu und zu neueren technischen Updates finden Sie in dem Abschnitt der Top-Solutions-Architektin Katharina Probst auf den folgenden Seiten.)

Zusammenfassend möchte ich das Bekenntnis der IBM zu unseren existierenden, aber auch zukünftigen Kunden im Hana-Umfeld erneuern. In Zeiten, in denen es topverlässlicher Lösungen zu einer erschwinglichen Preisgestaltung bedarf, zögern wir nicht, unser Angebot weiter auszubauen, um es noch flexibler, performanter und leichter bedienbar zu machen. 3800 bisherige Implementierungen ohne jeglichen Zwischenfall sprechen dafür.

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Über den Autor

Andreas Klaus Span, IBM

Andreas Klaus Span ist Director und Business Unit Executive für SAP Hana on Power und Cognitive Sales, IBM Power Systems EMEA, IBM Sales & Distribution, STG Sales, IBM Global Markets.

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