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8. September 2022

SAP kippt

In wenigen Wochen findet der DSAG-Jahreskongress 2022 in Leipzig mit einer Premiere statt: Die Keynote am Eröffnungstag hält nicht der SAP-Chef Christian Klein, sondern Vorstandsmitglied Thomas Saueressig.
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Es war gute Tradition, dass am ersten Tag des DSAG-Jahreskongresses jeweils der SAP-CEO einen Vortrag ablieferte. Im ersten Jahr seiner Amtszeit sprach Ex-CEO Jim Hagemann Snabe noch auf Englisch – es war die Zeit der SAP-Doppelspitze gemeinsam mit dem Amerikaner Bill McDermott. Am Ende seines Vortrags verkündete Snabe unter begeistertem Applaus, dass er Deutsch lernen will und im nächsten Jahr dann in der Muttersprache der Delegierten und Besucher seine Keynote halten wird. So war es. So viel Respekt gegenüber den DSAG-Mitgliedern gibt es nicht mehr.

Warum Christian Klein als SAP-Chef den Weg nach Leipzig scheut, ist nicht bekannt. Böse Gerüchte behaupten, er werde nicht mehr lange SAP-Chef sein und gedanklich sei er schon abgetreten. Tatsache ist, dass SAP am Abgrund steht und kippt, wie Jürgen Röder, seit 2001 Finanzredakteur beim Handelsblatt, schreibt. Neben analytischen Finanzberichten ist sein zweites Lieblingsthema der Wein, über den er regelmäßig in seiner Handelsblatt-Kolumne „Jürgens Weinlese“ berichtet.

Über SAP hat Jürgen Röder diese Woche folgendes veröffentlicht: „Das langfristige Kursbild bei dem Dax-Schwergewicht ist sehr brisant. Bei dem SAP-Papier steht derzeit die wichtige Unterstützungszone um 95 Euro im Fokus, die auch während des Corona-Crashs Mitte März nicht unterschritten wurde. Am heutigen Mittwoch wird die Aktie bei 85,35 Euro gehandelt, ein Minus von 0,2 Prozent. Sollte sich die Aktie nicht bald wieder über 95 Euro erholen, droht bei SAP der gesamte Aufwärtstrend der vergangenen zwanzig Jahre zu kippen.“

Es ist für Professor Hasso Plattner kein schönes Bild, wenn im fünfzigsten Jahr des Bestehens die Erkenntnis reifen muss, dass die vergangenen zwanzig Jahre eine Fehlentwicklung waren. Damit muss nicht nur die Regentschaft von Bill McDermott, sondern auch Hana, S/4 und Christian Klein abgeschrieben werden. Weil SAP-Finanzvorstand Luka Mucic den ERP-Konzern nicht führen und retten durfte, wird es ab Beginn des neuen Jahres auch einen neuen Finanzvorstand geben: Dominik Asam kommt von Airbus und war auch dort CFO. Er hat eine sehr interessante und erfolgreiche Berufslaufbahn hinter sich und wird mit viel Erfahrung bei SAP einziehen. Kaum verwunderlich wäre, wenn ihn Professor Hasso Plattner in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gleich zum neuen CEO ernennt, weil Christian Klein andere Karrierepläne hat – ähnlich wie Luka Mucic.

Was dann mit dem Börsenkurs passiert, ist ungewiss: Optimisten lassen den Kurs weit über 100 Euro steigen, Pessimisten lassen den Kurs auf weit unter 85 Euro abstürzen. SAP kippt – ins Positive oder Negative.

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