Infrastruktur MAG 20-11

S/4-Hana-Transition-Strategy

[shutterstock: 736454596, Khakimullin Aleksandr]
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Geschrieben von Nina Seiler, cbs

S/4-Vorstudien gibt es an jeder Ecke. Die Krux: Passen die Ideen der IT überhaupt zu den Zielen des Managements? Wer schnellstmöglich zu einem passenden Projektvorschlag kommen will, muss sein Gesamtsystem mit allen Elementen untersuchen.

S/4 ist das alles beherrschende Thema, aber für viele ist es nicht greifbar. Und tatsächlich ist der anstehende Umstieg in die neue SAP-Welt vielleicht erst mal nur der Anlass, um endlich einmal fundiert und analytisch über das große Ganze nachzudenken. Das Ziel ist One Digital Enterprise mit weltweit einheitlichen Strukturen und integrierten, digitalen End-to-End-Geschäftsprozessen. Jedes Unternehmen sucht die Corporate Business Solution 2025.

Die IT weiß: Dass es aktuell an vielen Stellen hakt, hat nichts mit der Software zu tun. Die Ursachen liegen viel tiefer, etwa in heterogenen Strukturen, in Prozessdefinitionen, in Regelwerken und nicht richtig gepflegten Stammdaten. Daher ist es wichtig, den Kreis größer zu ziehen. Es geht nicht um singuläre Aspekte, es geht um das gesamte System und den systemischen Zusammenhang, den es zu beleuchten gilt.

Ausgehend von diesem Verständnis hat cbs einen Intensiv-Workshop für Industrie­unternehmen entwickelt. Überschrift: „S/4 Hana Strategy“. Der Workshop funktioniert auch remote. Es geht um Prozesse, Globalisierung, unternehmensweite Einheitlichkeit, Apps, Daten, IT-Systeme, die gesamte Architektur, Governance, Ressourcen, Kosten und um Zeit – alle Bereiche werden betrachtet und in ihren Abhängigkeiten zueinander bewertet.

Jedes Element in diesem Verbund ist gleich wichtig. Es soll das System der Corporate Business Solu­tion, einer weltweit harmonisierten Unternehmenslösung, für den Kunden ganzheitlich erschlossen werden. Es geht also nicht nur um eine reine Diagnose, es geht auch um einen Therapieplan, also um konkrete Handlungsempfehlungen.

Speed als Schlüsselfaktor

Ziel: eine erste Indikation in puncto S/4 zu erhalten, denn die Zukunft ist ohne S/4 nicht denkbar. Es gibt Antworten auf diese Fragen: Wie komme ich schnellstmöglich und wertschöpfend unternehmensweit nach S/4? Wie wird mein Vorhaben in der Realität aussehen? Greenfield, Brownfield oder ist auch eine Zwischenlösung denkbar, ein selektiver Umstieg? Und: Wie viel Zeit muss ich einplanen?

Ein Schlüsselfaktor ist: Speed! Wie kann ich die Projektlaufzeit drastisch verkürzen? Kein Unternehmen kann sich heute noch ein unternehmenskritisches Projekt leisten, das mehrere Jahre dauert.

Nach zwei Tagen Workshop gibt es einen ersten Programm-Plan (High Level) und es gibt Klarheit bezüglich der voraussichtlich benötigen Zeit für den S/4-Umstieg. Zudem bekommen die Verantwort­lichen Antworten auf die Frage: Was ist jetzt als Nächstes zu tun, was sind die nächsten Schritte?

Natürlich sprechen wir auch konkret über einen passenden Transition Approach: Wie kommt S/4 in die Unternehmenswelt – im Big Bang oder als klassisches Rollout-Programm? Und wie soll die neue Plattform laufen – on-premises oder in der Cloud? Wir bauen eine Risiko- und Potenzial-Matrix auf. Um alles, was in den zwei Tagen Workshop untersucht wird, bewerten zu können.

Grundsätzlich hilft es, wenn auch die C-Level-Ebene mit am Tisch sitzt, das Topmanagement wird daher auch bewusst zu diesem Termin eingeladen. Wo möchte man in fünf Jahren stehen? Gibt es eine Agenda 2025? Wie kann S/4 helfen, die bestehenden Pain Points aufzulösen? Jedes Unternehmen sollte sich diese strategischen Fragen am Anfang stellen.

Trends verändern die Prozesswelt

Die meisten Unternehmen, die sich mit der S/4-Transition befassen, schauen zuerst auf ihre IT-Landschaft: SAP-Template, Architektur, Applikationen etc. Doch vor einer so grundlegenden Transformation gilt es, sich zunächst die Business-Prozesse genau anzusehen. Drum herum gibt es derzeit viele Trends und Treiber, die die Prozesswelt verändern: Kunden, Lieferanten, Stakeholder, neue Technologien, innovative Geschäftsmodelle, der Wettbewerb. In der Vorbereitungsphase ist es wichtig, diese Impacts zu sehen. Und gleichzeitig die strategischen Eckpunkte des Unternehmens zu kennen.

Bedarf an Governance

Auch die Governance Organisation ist ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung. Wie hoch ist der Bedarf an Governance, der künftig notwendig ist? Ist das, was sich das Unternehmen vorgenommen hat, mit der aktuellen Organisation zu stemmen? Am Ende wissen die Verantwortlichen Bescheid: Was soll getan werden, um die bestehende Prozess- und Systemwelt auf eine One Global Corporation auf Basis von S/4 zu bringen.

Wer sich so einen Überblick verschafft, erhält eine Faktengrundlage für alles Weitere. Er kann fokussiert vorgehen und dreht an den richtigen Stellschrauben. Der klare Blick auf die Realität vereinfacht auch das Business Align­ment. Die Ziellandschaft lässt sich präziser ableiten, der Abstimmungsaufwand mit den Process-Ownern reduziert sich.

https://e-3.de/partners/cbs-corporate-business-solutions/

Über den Autor

Nina Seiler, cbs

Nina Seiler ist Senior Manager bei cbs.

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