MAG 21-05 SolMan Kolumne

Partnerschaft mit Vorzügen

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Geschrieben von Arthitaya Kosolkamolmas

Im Sommer 2020 war es so weit: SAP und Tricentis gaben ihre
Partnerschaft bekannt und erweiterten damit den Kreis der SAP-zertifizierten Testautomatisierungswerkzeuge auf drei.

Wie bereits angedeutet, liegt die Zweckmäßigkeit der Werkzeuge im Bereich der Testautomatisierung. Der SAP Solution Manager wird in seiner Grundinstallation mit CBTA (Component based Test Automation) ausgeliefert, mit dessen Hilfe automatisierte Tests angelegt und ausgeführt werden können.

CBTA unterstützt allerdings ausschließlich SAP-basierte UI-Technologien auf gängigen Browsern. Mit TTA (Tricentis Test Automation) wird das von CBTA unterstützte Technologieportfolio um diverse neue SAP-Applikationen (Ariba, SuccessFactors, Concur, C4C) erweitert und um das Testen dieser in der SAP-Cloud ergänzt.

Der große Bruder von TTA ist ECT (Enterprise ­Con­tinuous Testing), mit der über 160 automatische Non-SAP-Applikationen-Testfälle angelegt und ausgeführt werden können. Aus der Tricentis-Familie kommen CIA (Change Impact Analysis) und LT (Load Testing) ergänzend hinzu, die jeweils die Test-Suite wie folgt erweitern: CIA erweitert vor allem den BPCA um die Änderungserkennung im Bereich ChaRM auf Grundlage verschiedener Ereignisse und Entwickleraktionen. Dem LT steht das SAP Performance Monitoring gegenüber, das seine Stärke in der browser- und protokollbasierten Performanceanalyse mitbringt.

Welches Werkzeug passt?

Für Kunden mit der SAP-Enterprise-Support-Lizenz fallen sowohl für CBTA als auch für TTA keine weiteren zusätzlichen Lizenzkosten an. Hingegen müssen für ECT, CIA und LT bei der SAP oder direkt bei Tricentis entsprechende Zusatzlizenzen erworben werden. Neben der Anschaffung sollten üblicherweise entsprechende Aufwände für die Mitarbeiterschulung, die Erstellung der Testfälle sowie die Wartung dieser nicht außer Acht gelassen werden.

Die Auswahl zwischen den zuvor erwähnten Werkzeugen scheint auf den ersten Blick schwierig, allerdings nur in einem bestimmten Fall: Nur dann, wenn Sie sich noch für kein Testautomatisierungswerkzeug entschieden haben und Sie Ihr heutiges SAP-System ausschließlich on-premises behalten wollen, haben Sie die Qual der Wahl.

TTA und ECT können dank TAF (Testautomation Framework) nahtlos an die Lösungsdokumentation des Solution Manager angebunden werden. Die Anlage eines Testfalls erfolgt dann analog in CBTA über die Testkonfiguration. Für die Aufnahme der Benutzeraktivitäten zur automatischen Erzeugung von Testfällen bietet TTA den ARA-Recorder an.

Fazit zum Werkzeugkasten

Testautomatisierung ist kein wirklich neues Thema, aber mit der zunehmenden Popularität, dem immer schnelleren Fortschritt in der KI-Welt und der Weiterentwicklung der Werkzeuge in diesem Gebiet gewinnt auch die Testautomatisierung immer mehr an Aufmerksamkeit in Unternehmen.

Die Gründe liegen hierzu auf der Hand: Zunehmende Softwarekomplexität und teilweise hoher Aufwand bei manuellem Testing gehen Hand in Hand mit der Agilität und immer kürzer werdenden Software-­Releasezyklen. Zukünftig sollte sich jedes Unternehmen die Frage nach einer möglichen Testautomatisierung – zumindest für klar definierte Szenarien – stellen.

Nur so kann ein nachhaltig agiles und auf Dauer erfolgreiches Unternehmen garantiert werden. Auch kann die bessere Vorbereitung auf zukünftige Krisen als positiver Faktor genannt werden, da Testautomatisierung Firmen flexibler und damit weniger anfällig für plötzliche Ressourceneinbrüche macht.

Alles in allem sicher eine technische Bereicherung mit vielen prüfenswerten positiven Optionen für das eigene Unternehmen. Wenn dann auch noch der jeweilige Mitarbeiter über die entsprechenden prozessualen Kenntnisse seiner Fachdomäne verfügt, steht der erfolgreichen Testautomatisierung nichts mehr im Wege.

Über den Autor

Arthitaya Kosolkamolmas

ist SAP ALM Consultant bei Blueworks

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