Hausmitteilung Mag 22-04

Orangefield: Mehrwert

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Die SAP’sche Farbenlehre findet eine Fortsetzung. Auf dem aktuellen Cover steht „Power of Orange“ und Gregor Stöckler, Mitglied der SNP-Geschäftsleitung, schreibt auf Seite 14 über die anderen Field-Varianten und beendet seinen Text naturgemäß mit: Power of Blue.

Greenfield, Brownfield, Bluefield und jetzt Orangefield – was ist die erfolgreichste S/4-Conversion für den SAP-Bestandskunden? Green- und Brownfield sind allgemein bekannte Transformationsregeln für einen SAP-Releasewechsel von ERP/ECC 6.0 mit AnyDB nach Hana und S/4. Blue- und Orangefield sind Kreationen von erfolgreichen SAP-Partnern mit einem Mehrwert, der über den technischen Releasewechsel hinausgeht. Bluefield ist bereits in der SAP-Community erfolgreich eingeführt, während „Power of Orange“ ein junges Konzept ist, das eine Zusammenfassung existierender Werkzeuge darstellt.

Die SAP’sche Farbenlehre ist demnach schwierig zu bewerten, weil der Bestandskunde zwischen bewährten Methoden und proprietären Lösungen wählen sollte. Werden alle Farben vermischt, ergibt sich wahrscheinlich ein unansehnlicher Farbton – tendierend zur Trauerfarbe Schwarz. Umgekehrt wissen wir, dass am Anfang das weiße Licht steht und dieses mit einem Prisma in die Spektralfarben aufgefächert wird, wo wir dann sehr wohl Grün, Braun, Blau und Orange wiederfinden. Zurück zum Ursprung?

Interessanterweise hatte Thomas Failer von DMI aus der Schweiz etwa dieselbe Idee: zurück zum Ursprung, siehe auch E-3 Text in Ausgabe März 2022, Seite 17. Ein Ursprung der Informatik findet sich an der ETH Zürich, wo einst Professor Niklaus Wirth lehrte und das IT-Standardwerk „Algorithmen und Datenstrukturen“ schrieb. Bereits der Titel erklärt das gesamte Konzept.

Eine sinnvolle Datenverarbeitung braucht Strukturen. Diese Strukturen können durch verschiedene Techniken vorgegeben werden, wie etwa relationale Datenbank, Graph-Datenbanken oder Blockchain. Auf die Strukturen sind Prozesse anzuwenden, damit aus Daten letztendlich Informationen werden. Algorithmen und Datenstrukturen sind die zwei Seiten einer Medaille – das eine ist ohne das andere nutzlos.

Trivial? Nicht ganz, denn es hat fast ein halbes Jahrhundert gedauert, bis das Konzept von Niklaus Wirth verstanden wurde, die Analysten von Gartner das Konzept Data Lake für obsolet erklärten und das Zeitalter des Data Fabric ausriefen. Data Lake sind strukturierte und unstrukturierte Daten in einem großen Gefäß. Was fehlt, sind die Geschäftsprozesse (Algorithmen). Deswegen ist es auch mühsam, aus einem Data Lake relevante Informationen zu fischen – nicht unmöglich, aber für Data Scientists sehr mühsam.

Data Fabric versucht, auch alle Daten zu konsolidieren, bemüht sich aber, das Beziehungsgeflecht zu erhalten, sodass das Wissen über die Prozesse nicht verloren geht. Thomas Failer ist mit seinem Konzept noch einen Schritt weitergegangen: Zu allen Daten werden konsequent alle Businessobjekte gespeichert – also umgangssprachlich formuliert ein Tupel aus Algorithmen und Datenstrukturen. Thomas Failer hat seine Methode zum Patent angemeldet und er kann aus fast allen ERP-Systemen in sehr kurzer Zeit Daten und Prozesse extrahieren.

Power of White: Alle Daten und Prozesse eines ECC werden in kürzester Zeit exportiert und bleiben auch zukünftig aus einem S/4 transparent auffindbar, als wären sie in einer Hana-Datenbank gespeichert. Hiermit eröffnet sich die Chance einer nachgelagerten Conversion in kürzester Zeit. 

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
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