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On-prem ist tot, es lebe on-prem

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Diese Woche fand das erste gemeinsame Auftreten der SAP Co-CEOs Jennifer Morgan und Christian Klein anlässlich der Präsentation der Bilanzzahlen für das dritte Quartal statt.

Die Tages- und Wirtschaftspresse hat es bereits vermeldet und SAP-Finanzvorstand Luka Mucic hat sich sehr darüber gefreut, die Zahlen sind nahezu sensationell! Vertriebsgenie Ex-CEO Bill McDermott scheint, im dritten Quartal noch einmal richtig aufgedreht zu haben und Mucic hat alles in eine fast perfekte Bilanz gebracht.

Somit konnte man sich auf die leiseren Zwischentöne bei der Q3-Bilanzpressekonferenz konzentrieren: Überraschend oft und entgegen der McDermott-Vision von „Cloud First“, erwähnte Christian Klein den Wunsch und die Notwendigkeit der SAP-Bestandskunden, auch „on-prem“ zu berücksichtigen.

Das eigene Rechenzentrum lebt! Natürlich wurde das zu Beginn dieses Jahres auf der SAP Fkom in Barcelona präsentierte Partnerprogramm „Embrace“ erwähnt und hierbei speziell die neu aufgelegte Partnerschaft mit Microsoft, die in den kommenden drei Jahren einen Umsatz von 70 Millionen Euro erbringen soll.

Fujitsu

Aber die „Umarmung“ der Hyperscaler, Microsoft, Google, Amazon und Alibaba, war von Morgan und Klein eher eine marketingtechnische Pflichtübung. Viel spannender war die Betonung auf „on-prem“ und die Feststellung von Christian Klein, dass bestimmte Branchen auch keine andere Chance haben, als das eigene Rechenzentrum zu pflege, siehe Latenzzeiten im Manufacturing- und Logistik-Bereich.

Letztendlich wiederholte Christian Klein diese Woche bei der Bilanzpressekonferenz, was er bereits im Sommer im E-3 Exklusivinterview sagte:

„In Branchen mit hoher Prozesskomplexität, wie verarbeitendes Gewerbe und die Automobilindustrie, in denen ERP-Anpassungen erforderlich sind, ist es nicht so einfach, eine Public-Cloud-Lösung einzuführen.

Gleiches gilt für Unternehmen in Ländern mit politischer Instabilität, eingeschränkter Infrastruktur oder erhöhten Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit. Deswegen glauben wir, dass es hier weiterhin einen sehr großen On-premises-Markt geben wird.

Den Schritt in die Cloud sehen wir in anderen Bereichen wie im Personalwesen, in der Beschaffung, im Front-Office und bei CRM. Hier wollen wir die Kunden unterstützen, in Zukunft modular in die Cloud zu gehen, aber mit einer starken Integration in den ERP-Kern.“

Die SAP-Bestandskunden wird es freuen, dass die Fixierung auf Cloud Computing nun unter Co-CEO Christian Klein einem pragmatischen Ansatz in Richtung „on-prem“ und Hybrid Cloud weicht. Somit ist das gute und alte Rechenzentrum unter Christian Klein wieder auferstanden und bekommt die „on-prem“ zustehende Anerkennung.

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter [email protected] | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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