MAG 1512 Szene

Nicht Fisch, nicht Fleisch: SAP S/4 & Hana

2015
Geschrieben von E-3 Magazin

Die SAP-Community fragt sich, ob SAP mit der In-memory-Computing-Datenbank Hana den goldenen Mittelweg gefunden hat oder mit Hana zwischen allen Stühlen sitzen bleibt. Hana ist eine gewaltige Herausforderung, wenn man mehr will als eine schnelle SQL-Datenbank.

Hana war eine Datenbank, wurde zur Plattform und ist heute die singuläre Basis für S/4, das kommende ERP aus Walldorf.

Diese Metamorphose erfolgte in lediglich drei Jahren und ist somit für die SAP-Bestandskunden nur sehr schwer zu verdauen – eine Herausforderung nicht nur für die Community, sondern auch für Analysten und für den Anwenderverein DSAG.

Frank Niemann, Analyst bei PAC in München, kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die SAP-Bestandskunden S/4 als einen Weg zu besseren SAP-Anwendungen betrachten. Das mögliche Innovationspotenzial in Richtung neuer Prozesse und Geschäftsmodelle ist ihnen dabei nicht präsent.

Nutanix  

Etwa jedes dritte Unternehmen plant, S/4 in den nächsten Jahren einzuführen. Fast 40 Prozent davon wagen den Neuanfang und wollen ihre Systeme komplett neu aufsetzen. Zahlreiche Firmen sind noch nicht so weit, überlegen aber, ob und wie sie sich dem Thema nähern wollen.

Analyst Niemann präzisiert: Was an Aufwand sowie an Kosten für diese S/4-Projekte auf die Bestandskunden zukommt, können die Anwender heute oftmals noch gar nicht beziffern.

Zudem müssen die SAP-Kunden das neue Produkt sowie unter Umständen auch neue Hardware anschaffen. Es braucht gute Argumente, um diese Investitionen zu rechtfertigen angesichts bereits bestehender SAP-Landschaften.

Aus der SAP-Szene hört man immer wieder die Fragen nach einer validen Roadmap: Sollte der Umstieg von ERP/ECC 6.0 und S/7 (SAP Business Suite 7) auf S/4 ähnlich dramatisch verlaufen wie von R/2 auf R/3, dann wird sich der Re­leasewechsel über die kommenden zehn Jahre und mehr hinweg bewegen.

S/4 Roadmap gesucht

Der ECC-6.0-S/4-Releasewechsel wird nicht ohne massive Unterstützung durch die SAP-Partner-Community und zahlreiche Berater funktionieren. Die Zahl der erfahrenen Hana-Consultants ist aber selbst nach fünf Jahren In-memory Computing noch immer sehr gering und für S/4 gibt es außer ein paar abgeschlossenen PoC (Proof of Concepts) und Evaluierungs-Workshops kaum greifbares Wissen.

Selbst die S/4-Hana-Workshops müssen verlost und verschenkt werden, wie T-Systems auf der CeBIT 2015 eindrucksvoll demonstrierte – positive Rückmeldung?

Keine. Somit hat sich auch der Anwenderverein DSAG entschlossen, den Jahreskongress im vergangenen Oktober der Suche nach einer S/4-Hana-Roadmap zu widmen.

Man befragte die Vereinsmitglieder nach ihrer Einschätzung von Hana und S/4. Das Ergebnis war niederschmetternd, siehe auch E-3 November, Seite 20. Ein Großteil der SAP-Community ist auf der Suche nach Orientierung, Hilfe und Roadmaps.

Die Bildungsarbeit der SAP in Sachen Hana und S/4 ist ein Desaster. Die letzte Hoffnung ruht auf den Schultern der SAP-Partner und -Berater. Damit war es ein logischer Schritt, dass die Experton Group einen Hana-Dienstleister-Benchmark durchführte, um der Bedeutung, die Hana aktuell erfährt, Rechnung zu tragen.

Die richtige Strategie, die passende Technologieplattform sowie ein klarer Business Case sind gefragt. SAP-Bestandskunden brauchen Unterstützung bei der Einführung von Hana.

BW auf Hana ist o. k.

Die Analysten der Experton Group haben erhoben, dass es in den vergangenen Jahren nur eine verhaltene Anzahl an Hana-Projekten am Markt gab, schwerpunktmäßig im analytischen, weniger im transaktionalen Umfeld.

Die Erfahrungen mit Hana im analytischen Einsatz (z. B. BW on Hana) sind allerdings inzwischen deutlich gewachsen, Referenzprojekte und Erfolge sind vorhanden.

Durch den Fokus auf einzelne Prozesse, wie mit der Lösung Simple Finance bzw. der 2015 bereitgestellten Lösung S/4 Hana, der umbenannten Komplettlösung von Simple Finance, steht zu erwarten, dass sich auch im transaktionalen Einsatz ein Wandel abzeichnen wird.

Der Dienstleistermarkt im deutschsprachigen Raum ist nach Meinung der Experton-Analysten gewappnet und bereitet sich für den erhofften „Run auf Hana“ mit einem Lösungsangebot vor. Wer hier welchen Fokus hat und wie ausgereift das Angebot tatsächlich bereits ist, war Grundlage eines Experton-Benchmarks.

Hana-Projekte sind komplex

Die Umstellung auf oder Neueinführung von Hana erfordert ein breites Spektrum an Lösungen, angefangen bei der Distribution (Lizenzierungsmodelle) und den Technologien (Hardware, Software, Infrastruktur) über die Services (Strategien, Analysen, Business-­Case-Betrachtungen) bis hin zur eigentlichen Transformation (Implementierung, Migration, Integration).

Speziell der Bereich Services mit der Entwicklung kundeneigener Hana- Strategien und der Darlegung des individuellen Nutzens für den Kunden auf Basis von belastbaren Business Case stellt viele Dienstleister vor eine Herausforderung.

„Die Historie der SAP-Landschaften bei Endanwendern könnte vielfältiger nicht sein, eine standardisierte Ausgangsbasis existiert nicht. Hier ist es für Anbieter wichtig, den Kunden abzuholen und seine individuelle Situation nicht nur zu erkennen, sondern in der Lage zu sein, darauf zu reagieren“

so Frank Schmeiler, Projektleiter des Benchmarks bei der Experton Group. Der Einsatz von Hana ist mehr als nur ein technisches Upgrade.

Zuerst Datenbank, dann Plattform

Die Analysten von PAC haben hierzu erhoben, dass der Ausgangspunkt für Einführungsprojekte von S/4 oftmals die In-memory-Computing-Plattform Hana ist.

Gut drei Viertel der Befragten versprechen sich laut PAC von S/4 vor allem die Einführung einer gemeinsamen Echtzeitplattform für transaktionale und analytische Workflows sowie die Verbesserung der User Experience durch SAP Fiori.

Aber auch eine leichtere und schnellere Konfiguration der SAP-gestützten Prozesse sowie die Reduktion der Komplexität von Prozessen und Datenmodellen sind wichtige Gründe für den Einsatz von S/4.

Erstaunlich ist, dass annähernd 40 Prozent derjenigen Unternehmen, die den Einsatz von S/4 planen oder diskutieren, einen Neuanfang wagen und ihre Systeme komplett neu aufsetzen möchten.

Weniger erstaunlich dagegen ist, dass beim Betrieb der S/4-Lösung je ein Drittel auf Eigenbetrieb, Hosting oder einen hybriden Absatz setzt – der reine Cloud-Betrieb ist dagegen nur in einer Handvoll Unternehmen relevant.

Eine ganz klare Vorstellung haben die DSAG-Mitglieder allerdings von der klassischen SAP Business Suite (S/7) als strategisches ERP-Rückgrat im Unternehmen. 70 Prozent bescheinigen S/7 einen hohen, 22 Prozent einen mittleren Stellenwert.

Ein im Unternehmen betriebenes S/4 ist für über ein Viertel strategisch relevant. Fast 37 Prozent sehen eine mittlere Bedeutung. Die Cloud-Lösungen fallen dagegen in den unteren einstelligen Bereich.

„DSAG-Mitglieder haben großes Know-how im Bereich der Business Suite aufgebaut und vertrauen darauf, damit ihre Prozesse heute und in Zukunft effizient und möglichst vollständig abzubilden. Trotz innovativer Produkte muss die Zukunftssicherheit bei der Business Suite bestehen bleiben“

lautet die Forderung seitens der DSAG.

Das bedeutet, auch bestehende SAP-Produkte müssen Digitalisierungsstrategien der Unternehmen unterstützen und sich dahin gehend erweitern lassen bzw. weiterentwickelt werden.

Obwohl sich Unternehmen mit S/4 beschäftigen und klare Ziele mit der Nutzung verbinden, bleiben viele wichtige Fragen für sie noch unbeantwortet. Die Analysten von PAC haben erhoben, dass die SAP-Bestandskunden den unwägbaren Umstellungsaufwand (78 Prozent) und fehlende Business Cases (77 Prozent) als problematisch erachten.

„Es braucht gute Argumente und überzeugende Business Cases, um diese Investitionen zu rechtfertigen angesichts bereits bestehender SAP-Landschaften in den Unternehmen und der damit anfallenden laufenden Kosten“

räumt PAC-Analyst Frank Niemann ein.

Wer kann was?

Der Hana-Dienstleister-Benchmark von Experton befasst sich mit relevanten Dienstleistern im deutschsprachigen Raum, die im Rahmen ihres Portfolios Lösungen (Hardware, Software, Services) anbieten, die Endkunden bei ihrem Umstieg auf Hana maßgeblich unterstützen können.

Dazu wurden die Dienstleister innerhalb der drei Kategorien Hana-Gesamtmarkt, transaktionale Systeme sowie analytische Systeme bewertet. Um den Bedarf der Anwender widerzuspiegeln, wurden für die Bewertung zahlreiche Kriterien aus den Bereichen Unternehmen und Strategie sowie Produkte und Services definiert und gewichtet.

Der Erhebungszeitraum für den Benchmark war August bis Oktober 2015. Die Zahl der Unternehmen mit Lösungen im Kontext „Hana“ ist in den vergangenen Monaten angesichts des hohen Marktpotenzials des Themas deutlich gewachsen und die Angebotsinhalte der Anbieter sind naturgemäß sehr differenziert.

Aus einem Feld von etwa 150 Anbietern wurden 33 Anbieter evaluiert, deren Lösungsangebot als wirklich ausgereift sowie einsatzfähig bezeichnet werden kann und die bereits sowohl über Erfahrung als auch Referenzen verfügen.

Für die Hana-Dienstleister-Marktbetrachtung wurde Wert auf ein Dienstleistungsangebot mit spezifischem Fokus auf das Hana-Gesamtportfolio und die Hana-Strategie eines Unternehmens gelegt.

Darunter ist zum einen die Kombination aus Beratungs- und Umsetzungsfähigkeit von technologischen, transaktionalen und analytischen Szenarien zu verstehen; zum anderen die konsequente Einbettung des Hana-Angebots in das Lösungsportfolio des Unternehmens und das Erkennen einer langfristigen Hana-Strategie.

Eine Umstellung auf Hana, in welches Szenario auch immer, ist kein reines IT-Projekt. Um den Mehrwert wirklich ausschöpfen zu können, ist ein Zusammenspiel von Business und IT dringend erforderlich, meint man bei Experton. Gefragt sind Anbieter, die beides abdecken können, Business- und Strategieberatung gleichermaßen wie technische Umsetzung.

Das bessere ERP

Zur Einführung von S/4 werden IT-Beratung und Migrationsdienstleistungen am häufigsten nachgefragt (72 Prozent). In kundenspezifische SAP-Softwareentwicklungen wollen dagegen relativ wenige Anwender investieren (26 Prozent).

Von einem S/4-Dienstleistungspartner erwarten rund 80 Prozent, dass er Innovationen in Bezug auf IT und Business vermittelt sowie Geschäftsprozesse transformieren kann.

Know-how zum Thema Simple Finance ist für drei Viertel der SAP-Verantwortlichen ausschlaggebend. Hierzu hat parallel PAC erhoben, dass für die bevorstehende digitale Transformation der Geschäftsmodelle der Großteil der Anwender (84 Prozent) seinen SAP-Systemen generell eine wichtige, meist sogar eine zentrale Rolle einräumt.

Die Rolle, die S/4 dabei spielen wird, beurteilen die Befragten indes etwas indifferent, meint PAC-Analyst Niemann: Die meisten SAP-Verantwortlichen (62 Prozent) sind der Meinung, dass S/4 von SAP-Bestandskunden früher oder später eingeführt werden muss.

Die wichtigste Motivation ist für zwei Drittel der Befragten, der Produktstrategie zu folgen, um an SAPs künftigen Weiterentwicklungen teilhaben zu können. Allerdings ist nur jeder Dritte der Meinung, dass S/4 die Grundlage für innovative Geschäftsmodelle bietet!

In erster Linie wird in S/4 ein Gewinn für die Performance-Steigerung gesehen (90 Prozent). Aber auch eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit und eine Effizienzsteigerung bei Backend-Prozessen wird von mehr als der Hälfte der Befragten als Mehrwert angeführt.

„Insgesamt betrachten die Firmen S/4 Hana heute eher als einen Weg zu besseren SAP-Anwendungen. Das mögliche Innovationspotenzial in Richtung neuer Prozesse und Geschäftsmodelle ist ihnen dabei nicht präsent“

so Frank Niemann, Vice President für Software- und SaaS-Markets bei PAC und Autor der Studie.

Digitale Transformation

„Für die IT gab es immer schon gute Gründe, bei der digitalen Transformation eine aktive Rolle einzunehmen. Umso mehr gilt dies für das Thema Industrie 4.0 und das Internet der Dinge. Hier ist die IT der Dreh- und Angelpunkt“

meint Jürgen Renz, Executive Director Enterprise Solutions von Dell in Frankfurt am Main.

„Gemeinsam mit unseren Partnern erstellen wir maßgeschneiderte IT-Komplettlösungen und unterstützen Unternehmen bei der Einführung von S/4 Hana“

ergänzt Renz.

Für Anwenderunternehmen sind geschäftlich verwertbare Lösungen gefragt und weniger technische Produkte. Ein Mehrwert für die Geschäftsprozesse eines Unternehmens muss deutlich erkennbar sein. Hier können Anbieter vor allem auch mit individuellen Lösungen und echten USPs punkten.

Die digitale Transformation hält bei den Mitgliedsunternehmen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) Einzug: 15 Prozent der Befragten sind dabei, Projekte zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen aktiv umzusetzen.

Fast jedes dritte Unternehmen evaluiert Themen wie Internet of Things und Industrie 4.0. Die andere Hälfte der Umfrageteilnehmer ist noch zurückhaltend und sieht derzeit noch keinen Bedarf.

So lautet das Ergebnis einer Befragung unter DSAG-Mitgliedsunternehmen im Sommer 2015. DSAG-Vorstandsvorsitzender Marco Lenck rechnet in den kommenden Monaten mit einem weiteren Schub zu diesem Thema:

„In vielen Branchen kann es wettbewerbsentscheidend sein, Geschäftsmodelle an den Markt anzupassen. Daher gilt es, Geschäftsprozessanforderungen schnell, flexibel und möglichst einfach umzusetzen.“

Use und Business Cases

Die Experton Group beobachtet den Hana-Markt von Beginn an. Noch sind nicht alle Anbieter konsequent „auf den Zug aufgesprungen“ und bieten fundierte Hana-Lösungen gleich welcher Art als festen Bestandteil in ihrem Portfolio.

Dafür gibt es vielerlei Gründe, vorneweg jedoch die Unsicherheit der Anwenderunternehmen und damit die noch zurückhaltende Anzahl an Projekten.

Mittlerweile ist aber sowohl den meisten Dienstleistern als auch Anwender­unternehmen klar geworden, dass Hana keine Modeerscheinung, sondern ein ernst zu nehmender Schritt in die Zukunft ist.

Innerhalb der führenden Anbieter konnte sich Itelligence in dieser Anbieterbewertung sehr weit vorn platzieren. Experton führt ihre unabhängigen Studien auf der Basis einer Market-Insights-Methodik durch, wobei bis zu 50 gewichtete Kriterien jeweils für die Portfolio-Attraktivität und die Wettbewerbsstärke die Grundlage bilden.

Zu den Bewertungskriterien gehören unter anderem die Strategie und deren Umsetzung, das Engagement des Unternehmens, Art und Umfang der Services bis hin zu Schulungsangeboten und der Nachweis des Unternehmenserfolgs durch Referenzen.

Andreas Pauls, Geschäftsführung Deutschland bei Itelligence:

„Wir freuen uns über die Würdigung unserer Anstrengungen bei unseren Kunden durch ein unabhängiges Analystenhaus.

Die SAP-Hana-Plattform kann als Beschleuniger für Unternehmen dienen beim Weg hin zur digitalen Transformation. Diese Analyse zeigt: Itelligence ist ein vertrauenswürdiger Partner, wenn es um den Einsatz von Hana geht.“

Die Marktstudien von Experton sind eine wichtige Hilfestellung für Anwenderunternehmen beim Aufbau ihrer Longlists und Shortlists, wenn neue IT-Projekte geplant werden.

Die Studie zeigt, dass die Anwender den Wert der Hana-Plattform erkennen. Es wird jedoch auch herausgearbeitet, dass der Markt sich noch entwickelt und es zahlreiche IT-Dienstleister gibt, die sich jetzt neu mit Hana beschäftigen oder deren Gesamtangebot sie noch nicht für die Gruppe der Leader qualifiziert.

„Die Experton Group hat ihren ersten Benchmark für Dienstleister für die SAP-Hana-Plattform ins Leben gerufen, weil wir eine anhaltend hohe Nachfrage an dieser neuen Technologie sehen“

erklärte Frank Schmeiler, Projektleiter des Benchmarks und Research Director bei der Experton Group.

Fazit: IT & Business

Die Herausforderung für Anbieter liegt vor allem darin, die Brücke zwischen IT und Business zu schlagen. Hana-Projekte sind keine reinen IT-Projekte und schon gar keine technischen Releasewechsel.

„Nur wer den Spagat schafft, IT-Know-how mit Prozess- und Businessdenken zu verknüpfen, wird langfristig erfolgreich am Hana-Markt sein“

ergänzt Frank Schmeiler.

Was DSAG-Mitglieder aktuell benötigen, um einen Einsatz von S/4 besser abwägen zu können, sind konkrete Informationen, welche Funktionen die Lösung abdeckt. Für 72 Prozent der Befragten ist dies das wichtigste Entscheidungskriterium.

„Der Erfolg eines ERP für Kunden wird sich über die Funktionalität entscheiden. Sie ist der Schlüssel für Digitalisierungsvorhaben“

erläutert der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck ein wesentliches Ergebnis des Realitäts-Checks.

„SAP stellt diese Informationen derzeit noch nicht ausreichend zur Verfügung.“

Weiterhin fehlen, laut DSAG-Umfrage, konkrete Aussagen zum Geschäftsnutzen, zum Lizenzmodell und Informationen zu den Voraussetzungen, wie Unternehmen auf S/4 migrieren können. Aus diesen Gründen ist eine gewisse Zurückhaltung und Skepsis unter den Mitgliedern zu spüren.

Auch Frank Niemann ist überzeugt, dass S/4 keinesfalls bloß ein Upgrade bestehender SAP-Software, sondern ein neues Produkt ist, dessen Einführung sowohl Einfluss auf die IT-Infrastruktur als auch auf die Geschäftsprozesse hat.

„Dies geht einher mit der Transformation von Prozessen – Business – und der Systeme – Technik –, was wiederum entsprechende Kompetenzen aufseiten des IT-Dienstleisters sowie die Einbeziehung von IT und Business des SAP-Anwenderunternehmens erfordert“

betont Niemann abschließend.

Für die PAC-Studie „S/4 Hana – Relevanz für SAP-Kunden, Erwartungen und Hindernisse“ wurden 100 SAP-Verantwortliche in deutschen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern befragt. (pmf)

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