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Needed more than ever

SAP organisierte im Herbst 2022 eine Partnerveranstaltung in Hamburg mit dem Spruch: We. Needed more than ever. Was will der Konzern uns damit sagen?
24. Januar 2023
Das-Letzte-Satire
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Das Letzte wäre nun eine Missinterpretation der guten Absichten. Das aktuelle Bild von SAP-Chef Christian Klein von der Veranstaltung in Hamburg lässt möglicherweise verschiedene Interpretationen zu angesichts der Herausforderungen in der SAP-Community für 2023.

Christian Klein: We. Needed more than ever! Oder? Zur sprachlichen Absicherung habe ich den Satz bei deepl.com online übersetzen lassen: Mehr denn je benötigt. Mehr denn je erforderlich. Notwendiger denn je. Mehr denn je gebraucht. Offensichtlich sind SAP-Chef Klein und seine Partnerorganisation davon überzeugt, benötigt, erforderlich, notwendig und gebraucht zu sein.

Kennen Sie die Witze, die mit „Frage an Radio Eriwan“ beginnen? Radio Eriwan war ein fiktiver Radiosender, der unter dem sozialistisch-kommunistischen Sowjetregime Zuhörerfragen beantwortete. Dies entspricht auch heute noch einer Kategorie politischer, teils auch unmoralischer Witze, die in den sozialistischen Ländern des 20. Jahrhunderts spielten. Also, Frage an Radio Eriwan: Ist Christian Klein notwendig, erforderlich und wird er gebraucht?

Christian Klein in Hamburg

„Needed more than ever“ war das Thema von SAP-Chef Christian Klein auf der Partnerveranstaltung im Oktober in Hamburg. Klein stand persönlich auf der Bühne vor Mitarbeitern und Partnern. Seine Bestandskunden konnten ihn eine Woche davor auf dem DSAG-Jahreskongress in Leipzig nur per Liveschaltung auf der Videowand bewundern.

Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip schon, aber nicht in Hamburg, was das Foto eindrucksvoll zeigt. Eine Woche vor der SAP-Veranstaltung in Hamburg fand in Leipzig der DSAG-Jahreskongress mit über dreitausend Teilnehmern aus der SAP-Community statt – dort wäre Christian Klein notwendig gewesen. Seine Bestandskunden begrüßte er lediglich über eine Liveschaltung mittels Videoscreen während der Keynote seines Vorstandskollegen Thomas Saueressig.

Es ist ein bis heute bestehendes Rätsel, warum Christian Klein mit seinem Corporate-Jet nicht für ein paar Minuten nach Leipzig kommen konnte, sehr wohl aber ausgiebig Zeit in Hamburg mit eigenen Mitarbeitern und Partnern verbringen konnte. Natürlich war die Hamburger Veranstaltung höherwertig, das Buffet war besser, die Lokation exklusiver und die Eintrittspreise etwa doppelt so hoch wie für den DSAG-Jahreskongress.

Nahe liegt die Vermutung, dass sich Christian Klein in Leipzig den kritischen Fragen der Bestandskunden hätte stellen müssen, während er in Hamburg auf der Bühne mit Freunden, Mitarbeitern und Partnern ausgiebig feiern konnte. Umgekehrt sollte aber die Frage erlaubt sein, woher das Partygeld kommt. Letztendlich sind es die Lizenzen und die Cloud-Subskription, die das Buffet und die Musik auf der Veranstaltung in Hamburg finanzierten.

Kommendes Jahr wird es der Anwenderverein DSAG nochmals versuchen und mit dem Jahreskongress ein wenig näher an Hamburg heranrücken. Die SAP-Community feiert 2023 in Bremen, ob Christian Klein diesen Platz mit seinem Corporate-Jet findet, ist noch ungewiss. Einen Versuch wäre es wert. Es wäre ein Akt der Höflichkeit gegenüber den zahlenden SAP-Bestandskunden.

Besserung ist in Sicht: Nach sieben Jahren der Abstinenz und Verweigerung war Mitte November wieder der SAP-Geschäftsführer der Schweiz zu Gast bei der renommierten Tagung von DSAG und Interessengemeinschaft SAP Schweiz in Andelfingen. Eine Einladung an die SAP-Geschäftsstelle Zürich existierte durchgehend, gekommen ist lange Zeit niemand. Ob nun auch der DSAG-Jahreskongress sieben Jahre auf den SAP-Chef warten muss? Wir hoffen es nicht, denn wir brauchen Christian Klein mehr denn je!

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