Chefredakteur-Blog

Mehrdimensionales SAP-Dilemma

Ein klassisches Dilemma ist eine bescheidene Situation, in der beide Entscheidungen zu einem ungewünschten Ergebnis führen. Es ist somit irrelevant, ob der linke oder der rechte Weg gewählt wird, beide Wege führen zum Abgrund.

SAP befindet sich in einem Raum mit vielen offenen Türen. Der Vorstand muss sich also nicht zwischen zwei Wegen entscheiden, sondern hat die Qual der Wahl zwischen vielen offenen Türen. Das Dilemma der SAP sind die zahlreichen Möglichkeiten, um aus der aktuellen und prekären Situation zu entfliehen. Seit einiger Zeit versucht SAP durch alle Türen gleichzeitig zu gehen. SAP-Chef Christian Klein kann sich nicht entscheiden und will alle Optionen gleichzeitig ziehen – das wird nicht gelingen. Das Ergebnis dieser Unentschlossenheit ist das Bild einer diffusen, unscharfen und unentschlossenen SAP.

Der ERP-Konzern hat seine eigene Strategie verloren. Er ist vom Weg abgekommen und die Bestandskunden und Partner bleiben verwirrt zurück. SAP hätte alle Chancen, nur Christian Klein muss sich entscheiden: Soll SAP ein Hyperscaler werden, ein Anbieter eines Composable ERP, ein Datenbankhersteller, ein klassischer Softwareproduzent, ein B2B-Dienstleister, ein Consultingunternehmen oder …? Solange sich Christian Klein nicht entscheidet und die SAP wieder ihren unverwechselbaren Weg findet, wird das Misstrauen der Bestandskunden hoch und der Aktienkurs niedrig bleiben.

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
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1 Kommentar

  • Der USP von SAP ist das voll integrierte ERP-System den Kunden iost es im Prinzip egal, ob das ion der public/ private Cloud oder on.premise eingesetzt wird, solange sie ihre Individualität im Standard bewahren (wie bisher) können. Wenn SAP diesen USP behalten will, muss sie
    ihre ERP-nahen Produkte technisch und applikatorisch – wie es ihrem USP entspricht Sie müssen auch funktional – wie bisher – umfassend, international einetzbar und – dort ,wo notwendig, auch Branchenvarianten anbieten. Dann werden die Bestandskunden – wenn es in ihr Anforderungsspektrum passt – gerne zugreifen. Da muss ein SAC direkt auf die ERP-Tabellen zugreifen, wenn dort geplant werden kann, müssen auch die Planungsfunktionen des ERP voll übernommen werden, dann muss die Verkaufsmengenplanung auf die SD-Preisfindung zugreifen können –> Planumsatz und die Budgetkalkulationen des operativen S/4 HANA für die Plan-DB heranziehen. Analoges gilt für eine Cloud-Service-Anwendung, ein CRM, ein Personalplanungs- und -verrechnungstool,….. SAP wird weder USP im Datenbanksektor, noch im Betrieb von Cloud-Anwendungen erlangen – auch ihre Beraterkompetenz ist austauschbar. SAP ist DER Weltmarktführer für integrierte, funktionsreiche, international anwendbare ERP-Systeme – da gibt es unendlich viele Erweiterungs- und Modernisierungsmöglichkeiten – darauf solle sich SAP konzentrieren. .

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