Lösungsstrategien im „Spiel mit der Angst“

SandmeierSAP – aber auch SAM Anbieter, Juristen, Wirtschaftsprüfer – alle spielen sie mit der potentiellen Angst der SAP Kunden vor In-Compliance und deren Konsequenzen, ohne am Ende sichere Lösungen anzubieten. Insbesondere gilt dies beim Thema der indirekten Nutzung. „Mitspieler“ wie Berater, Add-On- und Drittsystem-Anbieter drücken sich vor verbindlichen Aussagen und lehnen eine Verantwortung ab.

Dieses „Spiel mit der Angst“ wird zur interdisziplinären Herausforderung hinsichtlich Technologie, Prozessen, Schnittstellen, Jura, IT- und Einkaufsstrategie. Ein Spiel, das Innovationen blockiert oder gar verhindert.

SAP und DSAG verkaufen die Neuerungen als vertrauensbildende Maßnahme. Bisher hat SAP seinen Kunden harte Konsequenzen für In-Compliance angedroht, ohne diese belegen zu können. Nun hat sie einen Weg gefunden, im eigenen System indirekte Nutzung vermessen und ihren Forderungen einen €-Betrag hinzufügen zu können. Dass die SAP Nutzung hiermit deutlich teurer wird und SAP Kunden zukünftig neben den Order-to-Cash und Procure-to-Pay-Szenarien jede Form von Interoperabilität vergüten sollen, geht in der Kommunikation von SAP und DSAG – vorsichtig ausgedrückt – unter.

Anstelle sich Angst machen zu lassen, gilt es, sachlich eine Strategie festzulegen und als Lösung auszuprägen:

  1. Stillhalte-Strategie
    Niemand zwingt Sie zum Handeln, solange Sie nicht angreifbar sind. In dem Fall hat die objektive Einschätzung des Compliance-Risikos oberste Priorität.
  2. NonSAP-Strategie
    Spielt ein strategischer Lieferant monopolistisch aus, so kann eine Lösung darin bestehen, die Abhängigkeit zu reduzieren und eine unabhängige IT-Produktstrategie zu entwickeln. In dem Fall ist der „Joker“ eines alten Vertrages, mit dem viele Forderungen ausgestochen werden können, ideal. Auch hier gilt es, mögliche Compliance-Risiken zu bewerten, diese ggf. technisch zu lösen und Regeln für eine zukünftig sichere Architektur aufzustellen.
  3. ProSAP-Strategie
    Im Fall einer ausgeprägten SAP Strategie gilt es, sich mit einem guten Vertrag für die Zukunft abzusichern, um kaufmännisch verträgliche Lösungen zu finden bzw. effektiv Kosten zu sparen. Neben einer Lösung für die verbleibende indirekte Nutzung liegt der Fokus einer ProSAP-Strategie auf einer sauberen Lösung für Mietverträge ohne Fallstricke, ein passendes User-Modell für den Direct Access, Flexibilität für Innovationen und Preisstabilität, um den Business Case für SAP gestützte Geschäftsmodelle nicht zu gefährden.

In allen Fällen – so zeigt die Erfahrung – muss und kann die richtige Lösung Investitionsschutz sicherstellen und die notwendige Flexibilität für zukünftige Innovationen bieten.

Loesungsbausteine Fuer SAP Lizenzstrategien V02

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