MAG 1510 Szene

Limited Professional User

2015
Geschrieben von E-3 Magazin

Seit September ist der Nutzertyp Limited Professional User in der SAP-ERP-Softwarepreisliste nicht mehr enthalten. Anwender sollten nun den Funktionsumfang festlegen und damit endgültig reduzieren.

SAP schrieb in den letzten Wochen ihre Kunden an und forderte sie auf, den Funktionsumfang der vorhandenen Limited Professional User (LPUs) zu definieren.

Hintergrund ist die Streichung des Nutzertyps aus der Preisliste. Nachkäufe sind dann nur noch möglich, wenn diese Definition erfolgt ist. In Form gebrauchter Lizenzen ist der Erwerb ohne Definition auch in Zukunft möglich.

Der Gebrauchtsoftwarehändler Susensoftware bietet weiterhin alle Nutzertypen ohne Funktionseinschränkung aus alten und aktuellen SAP-Verträgen. Es stehen z. B. über 1.000 SAP Limited Professional User zur Auswahl.

Winshuttle

Die Nutzerkategorie des Limited Professional User war im SAP-Kundenkreis beliebt. Dies ist schlicht darin begründet, dass für Gelegenheitsanwender oder User mit Zugriff auf einige wenige Transaktionen nicht der annähernd doppelt so teure Professional User (3.200 Euro pro Lizenz) erworben werden musste.

Die Forderung der SAP, die Limited Professional User bis zu einem Stichtag im August 2015 zu definieren, sorgte im Kreise der Anwender für Verunsicherungen. Unklar ist, ob SAP-Kunden dieser Aufforderung tatsächlich nachkommen müssen.

SAP bietet faktisch zwei Optionen zur Auswahl an. Für Unternehmen, die Limited Professional User ohne Beschreibung des Funktionsumfangs im Einsatz haben, sei eine Definition der Umfänge erforderlich. Nur wenn diese erfolgt, können entsprechend beschriebene User auch in Zukunft nachgekauft werden.

SAP-Anwender, die die Funktionsumfänge des Nutzertyps bereits beschrieben haben, können ab September 2015 nur noch diese Limited Professional User nachkaufen. Die Ausnahme: Werden vorher noch LPUs mit anderen Funktionsbeschreibungen erworben, ist weiterhin ein Nachkauf möglich.

Rechtsexperten sehen die Aufforderung der SAP zur nachträglichen Definition der Nutzer als höchst problematisch an. Zunächst enthalten die Lizenzverträge keine konkreten Abgrenzungen zwischen Limited- Usern und Nutzertypen mit vollem Funktionsumfang. Weiterhin sind nachträgliche Zusatzforderungen zu bestehenden Verträgen rechtlich schwierig.

Kunden, die LPUs im Einsatz haben, stehen nun vor der Problematik einer angemessenen Reaktion auf die Forderung der SAP. Sollte tatsächlich eine überstürzte Definition der bestehenden User oder ein hektischer Nachkauf erfolgen? Abschließend lässt sich diese Frage keinesfalls allgemeingültig beantworten.

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E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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