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Konsolidierte Vertriebsprozesse

Wacker Chemie mit Sitz in München hat die Vertriebsprozesse für seine internationalen Standorte auf der Salesforce Cloud realisiert. Zentraler Bestandteil der Architektur ist SAP Cloud Integration.
4. Juli 2022
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Wacker Chemie hat Tochtergesellschaften und Vertriebsbüros in 52 Ländern. cbs unterstützte den Chemie-Konzern bei der technischen Integration der End-to-End-Prozesse mit deren SAP-ERP-System. Zentraler Bestandteil der Architektur ist SAP Cloud Integration, die für die Integration zwischen Salesforce, SAP und CPQ (Configure Price Quote) genutzt wurde. An allen Firmenstandorten rund um den Globus wurden einheitliche Strukturen geschaffen. Die Integration ist Teil des globalen Salesforce-Roll-outs beim Traditionsunternehmen, der an allen Standorten weltweit für einheitliche Strukturen sorgt.

Wacker Chemie mit Hauptsitz in München ist Weltmarktführer im Bereich der diversifizierten Chemieunternehmen, etwa bei Polysilizium und Silicon. Der Konzern betreibt 23 Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien und vertreibt seine Produkte in rund 100 Ländern. 2020 erwirtschaftete Wacker Chemie mit rund 14.300 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,69 Milliarden Euro.

Produkte von Wacker Chemie kommen in vielen wachstumsstarken Endverbrauchermärkten zum Einsatz, etwa im Bereich Automobile, Elektronik, Bau, Pharma und Lebensmittel. Diese hoch entwickelten chemischen Spezialprodukte finden sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wieder. Die Bandbreite reicht vom Kosmetikpuder über Atemmasken und den Airbag bis hin zur Solarzelle. 

Aufgrund der gewachsenen Strukturen an den internationalen Standorten wurden in der Vergangenheit sämtliche Informationen im Sales-Prozess nur lokal gespeichert. Abläufe waren nicht aufeinander abgestimmt. Die Folge waren inkonsistente Daten. Ein zentraler Blick auf die Prozesse war bei Wacker nicht möglich. Diese mangelnde Transparenz beeinträchtigte die Möglichkeiten, strategisch vorauszuplanen, Vertriebschancen rasch zu erkennen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. 

Wacker Chemie entschloss sich daher, seine globalen Sales-Prozesse auf Basis der Salesforce-Plattform abzubilden, zu harmonisieren und zu integrieren. Dazu wurde in der ersten Phase eine Pilot-Implementierung für den Angebotsprozess ohne Anbindung von Drittsystemen durchgeführt. Ziel der zweiten Projektphase war die Umsetzung des vollständigen Vertriebsprozesses in Salesforce. Dabei galt es, verschiedene Anwendungen für Produktinformation, Pricing und Logistikprozesse zu integrieren. 

Dazu gehörte unter anderem SAP ERP in Bezug auf Kundenstammdaten, Bestellungen und Lieferinformationen, während für die Kontakte das vorhandene SAP-CRM-System anzubinden war. Die Versorgung mit Produktinformationen und Produktkatalogen erfolgte aus SAP Hybris. Für die Preisermittlung kam das CPQ-System (Configure Price Quote) von PROS zum Einsatz. Dies ist eine Softwarelösung, die Vertriebsmitarbeiter bei der Konfiguration von Produkten unterstützt und den hohen manuellen Aufwand bei der Angebotserstellung vereinfacht.

Als Integrationsplattform wurde SAP Cloud Integration eingeführt, um Zukunftssicherheit und die nötige Flexibilität zu garantieren. In enger Zusammenarbeit mit dem Salesforce-Entwicklerteam fiel in den Projekt-Workshops schließlich die Entscheidung, die Schnittstellen auf Basis von eigenentwickelten Apex-Webservices zu implementieren. Dieser Ansatz ermöglichte eine zielgerichtete Integration der benötigten Daten sowie der technischen Prozesse. Zudem war dadurch kein Salesforce-Adapter von Drittanbietern in der CPI notwendig. Das Handling der Salesforce Session ID wurde ebenfalls in der CPI selbst entwickelt, um allen beteiligten Prozessen jederzeit eine gültige Session ID bereitstellen zu können.

Die SAP-Backend-Systeme ERP und CRM wurden über die CPI mit bereits bestehenden IDoc und Web Services angebunden. Im Falle eines Fehlers in der Schnittstelle wird ein zentrales Fehlerhandling auf der Integrationsplattform ausgelöst, das E-Mails mit einer aussagekräftigen Meldung versendet und im Fall eines SAP-IDoc-Sendersystems eine entsprechende Status-IDoc zurücksendet. Durch diesen Ansatz ist der jeweilige Status der Übertragung im ERP sichtbar. Die Integration von Produktdaten aus Hybris an PROS-CPQ stellte eine besondere Herausforderung dar, da hier sehr große Datenmengen in einer Übertragung an das Zielsystem gesendet werden müssen. Die Verarbeitung erfolgt dabei über eine iterative Abholung kleinerer Datenpakete (Pagination-Logik) aus Hybris, die anschließend gesammelt, aufbereitet und übertragen werden.

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