MAG 20-10 SAP und Azure Szene

Kluge Integration macht den Weg frei für belastbare Lieferketten

[shutterstock.com: 145192165, Lightspring]
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Geschrieben von Claus Siepler, T-Systems

Fertigende und produzierende Unternehmen wissen: Wenn es um die Digitalisierung von Prozessen und Anwendungen geht, ist der Weg das Ziel. Entscheidend für den Erfolg einzelner Migrationsetappen ist die durchdachte Integration aller Prozesse und Anwendungen.

Der Weg ist das Ziel, das gilt auch und gerade für das Supply Chain Management. Hybride Cloud-Konzepte schaffen den nötigen Spielraum für einen schrittweisen Ausbau moderner SAP-Infrastrukturen. Die Steuerung von Lieferketten und Fertigungsprozessen ist ebenso wie das Management von Ressourcen eine komplexe Aufgabe, die je nach Größe und Aktivitätsradius eines Unternehmens durch zahlreiche äußere Faktoren mitbestimmt wird.

Laut einer jüngst veröffentlichten Studie der Bundesvereinigung Logistik (BVL) schätzen 87 Prozent der über alle Branchen hinweg befragten Logistiker die Chancen durch Digitalisierung als hoch oder sehr hoch ein. Zudem nutzt bereits rund ein Drittel ausgereifte Instrumente zur Datenanalyse. In der Fraunhofer IPA-Untersuchung „Supply Chain Management 2040“ heißt es zudem:

„Die effiziente Steuerung der gesamten zukünftigen Warenströme birgt die größte Herausfor­derung: Die Durchlaufzeiten in den Supply Chains müssen sich weiter verkürzen, was nur durch konsequente Effizienzsteigerung und Vermeidung von Datenbrüchen zu realisieren ist.“

Winshuttle

Es ist also von essenzieller Bedeutung für kommende Produktions- und Wertschöpfungsszenarien, Prozesse in der Beschaffung und Verarbeitung von Waren so lückenlos wie möglich zu integrieren. Ob Supply Chain Management mit SAP ME und der Digital Manufacturing Cloud oder Ressourcensteuerung mit SAP C/4.

Lieferanten und die fertigende Industrie sind über den kompletten Globus hinweg digital vernetzt und stehen im kontinuierlichen Austausch miteinander. Ein Netzwerk, das schnell und dynamisch, aber auch störanfällig ist. Schon kleine Lieferengpässe können zu großen Auswirkungen im Unternehmen führen. Um den Betrieb so gut es geht zu schützen, sind zwei zentrale Fertigkeiten gefragt: Zum einen ist es wichtig, etwaige Engpässe so früh wie möglich zu identifizieren – zum anderen müssen Unternehmen on time auf Störungen reagieren können.

In der Praxis spielen dabei grundlegende Fragen wie etwa nach Umfang und Tragweite der Ausfälle oder auch nach den Kompensationsmöglichkeiten durch Lagerbestände eine Rolle. Zu allen Aspekten müssen Kennzahlen erfasst werden. Sie bilden die Grundlage für proaktive Warnmeldungen und aussagekräftige Reports, welche wiederum den nötigen Rahmen für fundierte Entscheidungen schaffen.

Claus-Siepler

Risikoanalyse braucht klare Zielvorgaben

Damit die Verantwortlichen im Unternehmen zu jeder Zeit im Blick haben, welche Auswirkungen Lieferengpässe und Produktionsstörungen auf wichtige wirtschaftliche Größen wie Umsatz, Margen und Lieferfähigkeit haben, sind tiefgreifende Analysen gefragt. Je besser sämtliche Assets einer Produktion mit operativen Anwendungen und dem Datenbestand integriert sind, umso aussagekräftiger ist dabei die Auswertung von Liefer-, Prozess- und Produktionsdaten.

Bei der Implementierung neuer SAP-Umgebungen sollte deshalb zunächst unbedingt die Ist-Situation erfasst werden, bevor in einem zweiten Schritt der Fokus auf die für die Überwachung und Steuerung von Liefer- und Produktionsketten relevanten Zielvorgaben übergeht. Aus dem Abgleich von Status quo und Soll-Definition können Handlungsempfehlungen, übergeordnete Strategien und Roadmaps mit klaren Priorisierungen festgelegt werden.

Die Zusammenführung von Daten aus allen relevanten Segmenten liefert das nötige Wissen, um schnell und effizient reagieren zu können. Zu den zentralen Quellen, die in übergreifende Monitoring- und Analysemechanismen einfließen sollten, zählen sowohl die stammdatenführenden Applikationen als auch Third-Party-Systeme, Maschinen, Peripherievorrichtungen und IoT-Module. Das SAP-Ökosystem liefert dafür alle erforderlichen Schnittstellen und schafft so die Voraussetzungen dafür, produktions- und lieferrelevante Apps ebenfalls miteinander zu vernetzen.

Zusammenspiel von Cloud und IoT

Ein Beispiel für eine wirkungsvolle Verbindung von verschiedenen Technologien und einem intelligenten Datenmanagement ist das Connected Greenhouse. Hier erfolgt die Integration auf Basis einer hybriden Cloud – in diesem Fall zwischen der T-Systems Cloud of Things und der SAP Cloud Platform. IoT-Geräte sammeln im Gewächshaus Daten zum Standort, zur Bodenbeschaffenheit, zur Luftfeuchtigkeit oder auch zur Temperatur einer spezifischen Anpflanzung.

Damit lässt sich die Logistik von Lebensmitteln vom Erntezeitpunkt über die Lagerung bis zur Auslieferung optimal aussteuern. Sämtliche Prozesse, die in diesem Szenario von Relevanz sind, lassen sich nicht nur überwachen, sondern auch im Backend des Kunden managen. So können Anwender dank der SAP Cloud Platform unmittelbar auf Veränderungen wie etwa hohe pH-Werte oder zu geringe Feuchtigkeit reagieren. Die lückenlose Supply Chain reicht bis hin zum intelligenten Kühlschrank, der Daten zum Kaufverhalten erfasst.

https://e-3.de/partners/t-systems-international-gmbh/

Über den Autor

Claus Siepler, T-Systems

Claus Siepler ist verantwortlich für das Marketing SAP und Cloud bei T-Systems

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