Hausmitteilung MAG 21-03

Ist ein Berater verfügbar?

Hausmitteilung
Geschrieben von E-3 Magazin

In Zeiten der digitalen Transformation und S/4 Conversion eine berechtigte Frage. Aber wie enttäuscht wären Sie als SAP-Bestandskunde, wenn sich auf diese Frage und Ihr lukratives Angebot nur die Hälfte der verfügbaren Berater melden würde – nämlich ausschließlich die männlichen!

Zumindest für die ältere Generation in der SAP-Community ist es eine naturgemäße Voraussetzung, dass ein Berater das eigene Unternehmen berät – ganz unabhängig davon, ob diese Person männlich, weiblich oder divers ist, oder? SAP-Software ist komplex, wenn jetzt auch noch mit „Berater“ nur „männliche Personen“ gemeint sind, dann kann es kompliziert werden.

Die E-3 Redaktion ist nicht gegen das Gendern von Wörtern und das Aufbrechen und Hinterfragen von Traditionen. Ganz im Gegenteil: Wir stellen alles zur Diskussion, denn ERP-Leben ist Veränderung, ob technischer, organisatorischer oder betriebswirtschaftlicher Releasewechsel. Wir wollen und werden aus unserer Wertegemeinschaft niemanden ausschließen – ob weiblich, männlich oder divers!

Wir bitten lediglich darum, beim Lesen unserer komplexen Texte Verständnis zu entwickeln, dass wir auf erweiterte Herausforderungen naturgemäß verzichten wollen. Selbstverständlich meinen wir immer die gesamte SAP-Community in allen ihren wunderbaren Ausprägungsformen.

Auf Spiegel Online war unter der Überschrift „Kritik an der Gender-Sprache: Abenteuerliche Duden-Kreationen“ von Grammatikexpertin Gisela Zifonun vom Institut für Deutsche Sprache in Mannheim zu lesen: „Wenn ich eine Autorin eine der wichtigsten Schriftstellerinnen nenne, ist das ein viel kleineres Lob, als zu sagen: Sie ist einer der wichtigsten Schriftsteller – denn im zweiten Fall wird die Autorin mit allen Schreibenden verglichen.

Auch die E-3 Redaktion will sich immer auf die gesamte SAP-Community beziehen, somit ist sehr wohl zu hinterfragen, was hier eigentlich passiert. Sprachwissenschaftlerin Ursula Bredel erklärt es in dem zitierten Spiegel-Online-Artikel: „Die Festlegung des grammatischen Genus Maskulinum auf das natürliche Geschlecht entspricht nicht der Systematik des Deutschen.“ Oder anders gesagt, mit den Worten des Wiener Philosophen Ludwig Wittgenstein: Es ist wahr, alles ließe sich irgendwie rechtfertigen. Aber das Phänomen der Sprache beruht auf der Regelmäßigkeit, auf der Übereinstimmung im Handeln.

Wäre der Berater wirklich und ausschließlich männlich und eben nicht „nur“ ein grammatisches Genus Maskulinum, dann wäre etwa eine Stellenausschreibung mit der Bezeichnung „Berater (m/w/d)“ grundlegend falsch, denn kann es einen männlichen Berater geben, der gleichzeitig weiblich oder divers ist? Nochmals Wittgenstein aus seinem Tractatus logico-philosophicus: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

Es gibt auch andere Standpunkte: Im Online-Duden finden sich die neuen Wortschöpfungen „Gästin“ und „Bösewichtin“. Ob diese Neubildungen bei der Suche nach einer guten Gastgeberin helfen, kann hinterfragt werden.

In der E-3 Redaktion schätzen wir sehr das Wissen der SAP-Berater und freuen uns über jede Expertin und jeden Experten, jede Autorin und jeden Autor. Wir werden somit weiterhin einen geschlechtsübergreifenden Gebrauch der maskulinen Form in unseren Texten anwenden – und bitten dies zu berücksichtigen. Danke.

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E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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