Coverstory 20-04 MAG 20-04

iPaaS: Mehr Kür, weniger Pflicht!

[shutterstock.com: 1368993110, Blue Andy]
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„Integration Platform as a Service“ ist die Integration von Anwendungen und Daten aus Cloud- und On-premises-Umgebungen. Mit iPaaS können die Prozesse zwischen Anwendungen entwickelt, gesteuert und betrieben werden, ohne den Aufwand einer Integrationsplattform zu tragen.

Die gemäß Gartner für den Eigenbetrieb einer Integrationsplattform benötigten Technologien, Prozesse und Kompetenzen sind umfangreich und komplex. Gartner spricht hier (siehe vorheriger Artikel) von einer „Hybrid Integration Platform“ (HIP).

Viele Unternehmen überfordert der Eigenbetrieb einer solchen HIP, für diese ist der Betrieb durch einen professionellen Cloud-Anbieter die bessere Lösung. Sie buchen dann einen iPaaS-Cloud-Service und können flexibel entscheiden, in welchem Umfang sie selbst mitarbeiten möchten und was sie an den Plattformanbieter delegieren. Das befreit sie von der lästigen Pflicht und lässt ihnen mehr Zeit für die Kür.

Der bereits 2011 von Gartner eingeführte Fachbegriff iPaaS steht für „Integration Platform as a Service“ und ist ein relativ neuer Technologietrend, den die Unternehmenswelt bisher nicht vollständig erfasst zu haben scheint.

Die Idee ist im Grunde einfach: Die in der Unternehmenswelt schon lange existierenden Integrationsplattformen mit z. B. CRM- und ERP-Konnektoren werden in die Cloud verlagert und um Konnektoren für die Anbindung an die immer beliebter werdenden Cloud-Dienste/Software-as-a-Service-Anwendungen ergänzt.

Anstelle von lokalen Servern und Datensynchronisierungen zwischen Unternehmensanwendungen ermöglichen iPaaS-Integrationen den Benutzern, ihre Verbindungen in der Cloud zu hosten, wo sie von einem externen iPaaS- Anbieter implementiert und gewartet werden und über eine Internetanwendung zugänglich sind.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um lokale Anwendungen oder cloudbasierte SaaS-Anwendungen handelt. Alle Arten von Unternehmensanwendungen können auf derselben iPaaS-Plattform integriert werden. Für die Integration muss keine eigene Hardware oder Middleware installiert und verwaltet werden.

Aus diesem Grund wird iPaaS oft auch als „Middleware as a Service“ bezeichnet. Als cloudbasierte Plattform kombiniert iPaaS Daten- und Anwendungsintegration und verknüpft bei Bedarf verschiedene Cloud-Modelle zu einem hybriden Cloud- Modell.

Auf diese Weise erfüllt iPaaS seine primäre Herausforderung, eine saubere und einheitliche Plattform für die Integra­tion und damit Nutzung verschiedener Cloud-Services bereitzustellen.

Application Programming Interfaces (APIs) spielen eine zentrale Rolle im Integrationsprozess. Sie bilden die Schnittstellen zu den verschiedenen Cloud-Services und sollten in keiner iPaaS-Lösung fehlen.

Insbesondere iPaaS kann daher dazu beitragen, dass die unzähligen Dienste eines Unternehmens, ob in der Cloud oder On-premises, technisch nahtlos zusammenarbeiten und leicht skalierbar sind. Eine erfolgreiche, langfristige Integrationsstrategie umfasst jedoch mehr als nur Technik.

Gartner beobachtet seit Jahren, dass Fachbereiche viele cloudbasierte Integrationsprozesse eigenständig vorantreiben. Eine zunehmende Anzahl verfügbarer SaaS- Lösungen, die spezifische Probleme der Fachabteilungen adressieren, ihre relativ einfache Handhabung und der leichte Zugang zu Entwicklungs- und Verwaltungsressourcen begünstigen dieses Vorgehen in Eigenregie. Das gilt jedoch nur für einfachere Integrationsvorhaben.

Erreicht die technische Komplexität eine gewisse Tiefe, wie es beispielsweise im B2B-Integrationsumfeld schnell geschehen kann, werden die IT-Abteilung und versierte Fachkräfte verstärkt miteinbezogen.

Gleichzeitig sehen sich die Unternehmen mit beschränkten IT-Budgets und einem schrumpfenden Pool an Fachkräften konfrontiert – und sorgen sich deshalb zu Recht um das Geschäft.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten Anbieter hybrider Integrationsansätze, die außer der Technik auch Fachpersonal bereitstellen. So stellt die Seeburger AG Unternehmen bei Bedarf neben einer iPaaS-Lösung, die auf der bewährten Seeburger ­Business Integration Suite (BIS) basiert, auch entsprechend qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung.

Dabei berät das Fachpersonal die Unternehmen, schlägt Best Practices für spezifische Anwendungsfälle vor und hilft, temporäre interne Personalengpässe sowie besonders komplizierte Integrationsaufgaben zu bewältigen.

Auf Wunsch geht dies sogar so weit, dass der Betrieb der cloud­basierten Integrationsplattform komplett übernommen wird und die Kunden nur noch überwachenden Zugriff auf die Plattform haben.

Einmalig im Integrationsumfeld bietet Seeburger die Business Integration Suite (BIS) auf Basis einer „One Platform Strategy“ als HIP-konforme Lösungsplattform in mehreren Betriebsmodellen an.

Unternehmen können je nach Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Flexibilität, den Bedürfnissen ihrer verschiedenen Geschäftsbereiche sowie ihrer IT-Strategie aus den folgenden Bereitstellungsoptionen für Seeburger BIS wählen.

Für jede Anforderung das richtige Betriebsmodell

On-premises – Das Unternehmen betreibt BIS zu eigenen Bedingungen selbst, das heißt mit einem eigenen Team, eigener Hardware, entweder im eigenen Rechenzentrum oder in einer ausgewählten privaten Infrastruktur-Cloud, wie zum Beispiel AWS, Azure oder der Google Cloud Platform (GCP).

Auf Anfrage bietet das Seeburger Service Team über den Remote Management Service auch Remote-Unterstützung für den Betrieb der BIS-Plattform, zum Beispiel für die Überwachung und Fehlererkennung, an.

iPaaS – Das bevorzugte Betriebsmodell für Unternehmen, die einerseits die Zügel des Handelns in der eigenen Hand behalten und Prozesse, Mappings und Konfigurationen selbst entwickeln und andererseits das eigene Team von zeitaufwändigen technischen Aufgaben entlasten wollen. Diese Unternehmen wünschen einen sicheren, hochverfügbaren Betrieb der Business Integra­tion Suite in der Cloud.

Full Service – Ideal für diejenigen, die eine Integrationsplattform in der Cloud ohne den Einsatz eigener Unternehmensressourcen wünschen – typischerweise kleinere bis mittlere Unternehmen also. Für diese werden sämtliche Integrationsaufgaben übernommen, sodass sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Unternehmen können sich auch für eine Kombination der oben genannten Möglichkeiten entscheiden. Seeburger bietet einen kompletten Service für Aufgaben aus einer privaten Cloud oder als Public-Cloud-Service an.

In einem hybriden Modell wird jede Integrationsaufgabe dort gelöst, wo es am sinnvollsten ist, nämlich in Bezug auf Sicherheit, Datenschutz, Effizienz und dem besten Nutzen für das Team.

Dabei kann die Verantwortung flexibel nach den Wünschen des iPaaS-Kunden verschoben werden. Dazu legen der iPaaS-Kunde und Seeburger in einem initialen Workshop fest, wer welche Aufgabe im Produktivbetrieb übernehmen soll und insbesondere, wer in welcher Situation über welche Informationskette informiert werden soll (die Überwachung und Fehlererkennung erfolgt dabei in der Regel durch Seeburger).

Das Seeburger Cloud Team nimmt den iPaaS-Kunden an die Hand und unterstützt ihn, basierend auf mehr als 30 Jahren Erfahrung im Umfeld Integration und mehr als 15 Jahren Cloud-Erfahrung, dabei, seine (bisherige) Integrationslandschaft bei der Migration auf die iPaaS-Plattform von Anfang an auf eine konsistente Struktur zu bringen.

Schließlich startet kein Unternehmen bei null; jedes Unternehmen hat eine Historie und Altlasten, die migriert werden müssen. Hier unterstützt Seeburger mit umfangreichen Schulungen und einer Vielzahl von vorgefertigten Inhalten (Prozesse, Mappings, Cloud-Anbindungen).

Des Weiteren profitieren die Kunden von einem Bündel von bestehenden und direkt nutzbaren fachlichen Cloud Services und SAP-Ergänzungslösungen, die eine schnelle Migration und Inbetriebnahme ermöglichen.

Typischerweise arbeitet der iPaaS-Kunde auf dem bereitgestellten Staging-Client (dies ist eine separate, produktionsvorbereitende Umgebung), nimmt dort Änderungen vor und transportiert sie dann auf den Produktiv-Client (ähnlich der Arbeitsweise von SAP).

Seeburger bietet seine Cloud Services in sechs Rechenzentren in Deutschland, USA und China mit maximaler Verfügbarkeit und höchsten Anforderungen an Sicherheit und Leistung (Aktiv-Aktiv-Umgebung, Release Management und Disaster Recovery) an.

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Warum iPaaS?

Weil Integration äußerst schwierig geworden ist und das rasante Wachstum und die Akzeptanz von Cloud- Diensten erhebliche Veränderungen mit sich bringen.
Weil die IT-Abteilungen bei iPaaS die Integration nach wie vor selbst durchführen können. Hinsichtlich Ressourcen und Zeit wird dies jedoch immer kostspieliger. Häufig ist es zeitsparender und effizienter, einen externen iPaaS-Anbieter mit dieser Aufgabe zu beauftragen.
iPaaS kann den Anforderungen entsprechend skaliert werden und unterstützt Echtzeit-Integration. Der Clou: Durch die Nutzung einer konsistenten Struktur zur Integration muss nicht jedes Mal von vorne begonnen werden, wenn ein neuer Dienst integriert werden soll. Da das gesamte Plattform- Management in einem einzelnen Tool durchgeführt wird, kann man den Zeit- und Arbeitsaufwand für Integrationen sowie IT-Kosten reduzieren.

Über den Autor

Dr. Martin Kuntz, Seeburger

Dr. Martin Kuntz ist Chief Cloud Officer und Member of the Executive Board von Seeburger.

Über den Autor

Axel Haas, Seeburger

Axel Haas ist Co-CEO bei Seeburger.

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