MAG 2007 SAP und Azure Szene

Hybride Cloud-Ansichten

[shutterstock.com: 1029067051, I'm friday]
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Wollen Unternehmen künftig von den Möglichkeiten der SAP-Anwendungen umfassend profitieren, lohnt es sich für sie, zumindest mittelfristig auf hybride Cloud-Umgebungen zu setzen.

Wie das in der Praxis funktioniert, lässt sich beispielsweise an der Transformation von SAP ERP auf S/4 Hana beziehungsweise von on-premises in eine hybride Multi-Cloud-Umgebung zeigen.

Der Hybrid-Betrieb ist prädestiniert, sich Schritt für Schritt dem Cloud-Betrieb anzunähern. Unternehmen sammeln so Erfahrung und gewinnen Vertrauen in eigene und externe Abläufe.

In der Praxis zeichnen sich dafür zwei Vorgehensweisen ab: Zum einen verbleiben gewisse Systemlinien lokal, während andere in der Cloud betrieben werden. Zum anderen lässt ein Anwenderunternehmen produktive und andere kritische Systeme, etwa die für Reporting und Analyse, im eigenen Rechenzentrum oder in der Private Cloud beim Dienstleister laufen.

T-Systems

Die nicht produktiven Systeme wie Qualitätssicherung (QA), Test und Entwicklung (Dev) und andere bilden dynamische Ressourcen flexibel in der Cloud ab.

Allerdings sorgt sich so mancher SAP-Kunde, dass die eigene Unternehmens-IT durch die Cloud zu komplex werden könnte. Aber nach einer guten Planung, die ein detailliertes Betriebskonzept zur Workload-Verschiebung und Auslastung beinhalten sollte, lassen sich diese Befürchtungen ausräumen – und machen die IT fit für die Zukunft.

In der geht es vor allem darum, Microservices unterschiedlicher Hyperscaler und SAP je nach Geschäftsbedarf einzubinden. Dazu gehören Internet-of-Things-(IoT)-Devices und Anwendungen für Blockchain, Big-Data-Analysen und künstliche Intelligenz (KI).

Das verlangt eine offene und flexible Architektur, die sich effizient mit einer hybriden SAP-Landschaft darstellen lässt.
Hybride Umgebung wandeln sich

Es gibt keine „ideale“ individuelle hybride SAP-Umgebung. Die Möglichkeiten, die Cloud zu nutzen, sind vielfältig und variieren gemäß den Unternehmensanforderungen hinsichtlich Performance, Skalierbarkeit, Redundanz und Compliance.

SAP-Kunden, die zum Beispiel kein zweites Ausfallrechenzentrum betreiben, aber ein Desaster & Recovery-(DR)-Szenario als Service-Level-Agreement-(SLA)-Vorgabe haben, können ihre Daten in die Cloud legen und im Desaster-Fall umschwenken. Daneben hat sich die Public Cloud vor allem für Entwicklungs- und Testzwecke bewährt.

Aber dieses Bild ändert sich komplett. Immer mehr wichtige Anwendungen werden in die Cloud verlagert und Cloud-native Applikationen regeln ihre Verfügbarkeit selbst.

Den Weg geht auch SAP, womit sich auch Cloud-kritische SAP-Kunden zwangsläufig arrangieren müssen. Das Umsetzen des hybriden Ansatzes bietet ihnen die Option, den Anschluss hinsichtlich Technologieeinsatz und Innovationsfähigkeit zu wahren.

Hürden der Umsetzung

Der Aufbau einer funktionierenden hybriden SAP-Umgebung kann vielerorts noch an der physikalischen Anbindung scheitern, weil die nötige Bandbreite fehlt. Andere typische Hindernisse stellen die Identifizierung der passenden Systeme oder die detaillierte Planung dar.

So sollte die strategische Cloud-Architektur nicht nur einen Hypervisor (Vendor Lock-in) vorsehen. Außerdem gilt es, die gleichen Funktionalitäten für on-premises als auch in der Cloud bereitzustellen und die Performance der eingesetzten Produkte zu garantieren.

Zwei weitere Aspekte entscheiden, wie praxistauglich die Hybrid Cloud wird: die von SAP unterstützte Freigabe und ihr Support sowie die Integration der externen Lösungen mit SAP-Applikationen.

Hybride Landschaften zu managen, ist herausfordernd. On-premises und in der Cloud greifen unterschiedliche SLAs und Betriebsmodelle. Die Daten aus dem Rechenzentrum in die Cloud und wieder zurück zu verschieben, kostet Aufwand.

Die Data Fabric von NetApp, Marktführer im Bereich Cloud Data Services, bringt diese zwei Welten zusammen, wobei die Betriebsmodelle gleichbleiben. Auf die Weise ist das Replizieren der Daten in die Cloud – und wenn gewollt wieder zurück – einfach, schnell und transparent. Dies gilt auch für Multi-Cloud-Szenarien.

Die Praxis

Wie Unternehmen das Ziel einer hybriden SAP-Landschaft erreichen können, lässt sich anhand der Transformation von SAP ERP/ECC 6.0 (Suite 7) nach S/4 beziehungsweise von on-premises zu einer hybriden oder auch Multi Cloud zeigen.

In diesem Projektbeispiel begleitet T-Systems, führender europäischer Digitaldienstleister für Informations- und Kommunikationstechnologie, den Migrationspfad, implementiert und bietet Managed Services, während Libelle, Spezialist für Automatisierungen im SAP-Umfeld, und NetApp vor allem mit ihren Datenmanagement-Tools und -Services unterstützen.

Um individuelle Gegebenheiten zu berücksichtigen, begleitet T-Systems den Transformationspfad, von der Planung über die Implementierung bis hin zum Betrieb auf Multi Clouds und anschließendem Applikations-Support.

Für den Übergang auf eine Multi Cloud richtet T-Systems eine agile und flexible Plattform über SAP-Applikations-Templates, z. B. für S/4 Hana oder BW/4 Hana, ein. Die vordefinierten SAP Software Appliances werden in gewohnter Betriebsqualität auf einer SAP-zertifizierten T-Systems Public Cloud bereitgestellt.

Möglich sind AWS, Microsoft Azure und OpenStack mit der Open Telekom Cloud. Im Laufe des Jahres wird noch Google Cloud dazukommen. Dabei entlastet T-Systems die IT-Abteilung und übernimmt die Cloud-Orchestrierung sowie das sichere Managen und die Interaktion der Work­loads zwischen den unterschiedlichen Cloud-Landschaften.

Die Tools der Libelle Master Data Services Suite unterstützen das Housekeeping in den Stammdaten der Altsysteme, um die Systemlandschaft in kürzester Zeit zu entschlacken.

Danach erfolgen der Ende-zu- Ende-Aufbau und regelmäßige Refreshes der Testumgebungen für die ERP- und S/4-Umgebungen per Libelle SystemClone (LSCL) beziehungsweise Libelle SystemCopy (LSC) als weitere Lösungen aus dem Libelle Werkzeugkasten.

Dieser beinhaltet auch die DSGVO-konforme Anonymisierung für ein realitätsnahes Testen. Außerdem übergeben diese Lösungen anwendungsbezogene Anpassungen an die jeweiligen Systeme in der Cloud-Infrastruktur.

Das erstmalige Einrichten dieser Ende-zu-Ende-Vorgänge reduziert sich auf Minuten bis wenige Stunden, die wiederholte Durchführung im Operativen oder Projektbetrieb auf einen simplen Knopfdruck.

Die Vorteile für SAP-Anwender

Die Werkzeuge der NetApp Data Fabric replizieren die SAP-Systeme von on-premises in die Cloud durch inkrementelle Datenreplizierung. Für die Migration zu Azure drängen sich die für Hana zertifizierten Azure NetApp Files (ANF) auf, welche für Microsoft konzipiert sind und aus NetApp Storage bestehen.

Dieser Dienst bietet unter anderem die Möglichkeit zu applikationskonsistenten Backups, welche sehr schnell sind und sich sehr gering auf die Speicherkapazität auswirken und neutral für die Performance des Quellsystems sind.

Per einfachem API-Befehl oder über das Azure-Portal können SAP-Kunden einen Klon erstellen, der auf einer solchen Backup-Kopie aufbaut. Dieser Speicherklon ist in Sekunden erstellt und lässt sich auf einfachste Art und Weise in die Pre- und Post-Copy-Automation-Vorgänge des Libelle SystemCopy integrieren: Das Zusammenspiel von NetApp und Libelle ermöglicht nahtlose Ende-zu-Ende-Refreshes quasi „out of the box“.

Das Beispiel „Systemkopien“ zeigt, wie die Integration von Best-Practice-Tools komplexe Abläufe von Tagen auf Minuten reduziert, sowohl im regulären Tagesgeschäft wie auch im Projektbetrieb – egal, ob on-premises oder in der (Hybrid-/Multi-)Cloud.

Anwender profitieren vom abgestimmten Vorgehen und der Erfahrung, welche die drei Partner NetApp, Libelle und T-Systems miteinander verbindet. So übernimmt T-Systems für die komplette hybride SAP-Landschaft den End-to-End-Support und das Management, etwa als Managed SAP PaaS (Platform as a Service) mit Self-Service-Portal und Pay-as-you-go-Preismodellen.

Dafür kommen zusätzlich die wichtigen Werkzeuge der anderen beiden Partner zum Einsatz. Die Herausforderung, mehrere Plattformen parallel zu managen und ideal aufeinander abzustimmen, entfällt für den SAP-Anwenderkunden.

Unternehmen erhalten so eine zuverlässige und sichere hybride Cloud- Umgebung, die neben ihren eigenen Infrastruktur-Bestandteilen die richtigen Public- und Private-Cloud-Komponenten beinhaltet.

Eine solche hybride SAP-Landschaft lässt sich flexibel anpassen, sobald sich der Markt verändert. Aus strategischer Sicht wird für manche Unternehmen der hybride Cloud-Ansatz bereits die Endausbaustufe darstellen, anderen dient er hingegen als perfekter Startpunkt in Multi-Cloud-Szenarien.

Über den Autor

Thomas Herrmann, NetApp

Thomas Herrmann ist Manager Business Development SAP bei NetApp für die Region EMEA

Über den Autor

Peter Höroldt, Libelle

Über den Autor

Claus Siepler, T-Systems

Claus Siepler ist verantwortlich für das Marketing SAP und Cloud bei T-Systems

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