Infrastruktur MAG 1905

Herausforderung Testdatenerstellung

[shutterstock.com: 83891695, tanewpix]
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Der Aufbau von SAP-Test- sowie -Schulungssystemen nimmt oft viel Zeit in Anspruch. Eine Software-Engine fungiert als Problemlöser und meistert eine Reihe von Herausforderungen bis hin zu sicheren und schnellen Datenüberführungen von SAP-Massendaten.

Insbesondere durch die Migration von ERP/ECC 6.0 in Richtung SAP S/4 Hana haben der Aufbau und die Nutzung von Test- sowie von Schulungssystemen stark zugelegt. Aber auch all jene SAP-Bestandskunden, die noch NetWeaver-basierte ECC-Systeme nutzen, benötigen Test- und Schulungssysteme für die unterschiedlichsten Zwecke.

Unabhängig ob ECC 6.0 oder S/4: Zu möglichen Testfällen zählen das Nachbilden von Geschäftsvorfällen und die Durchführung von Analysen von Incidents ebenso wie etwa Regressionstests gemäß dezidierten Regressionsszenarien, die bekanntlich nicht auf einem Produktivsystem durchführbar sind.

Oder konkret: Will man bei einer spezifischen Konstellation von Stamm- und Bewegungsdaten wissen, wie sich der Mahnlauf in SAP FI-CA auswirkt, oder den Zahlungseingang zwecks Auszifferungsrate anhand Echtdaten simulieren, wird man dies bedarfsgerechterweise auf einem Testsystem realisieren.

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Dabei ist es natürlich erforderlich, möglichst aktuelle Daten und diese möglichst schnell für Tests, Analysen oder Simulationen aus einem Produktivsystem verwenden zu können.

Das kann jedoch für die bei den Tests beteiligten Mitarbeiter in Unternehmen – Fachabteilungen hier, IT-Bereiche dort – durchaus Herausforderungen mit sich bringen, da der Datenaufbau bei komplexen Testszenarien oft zu lange dauert und die Datenrekonstruktion zu Störfallszenarien mitunter viel Zeit in Anspruch nimmt.

Ferner müssen speziell Regressionstestszenarien oft mehrfach wiederholt erstellt werden. Oder man ist nicht in der Lage, eine vollständige Anonymisierung von überführten Daten sicherzustellen, etwa von einem Produktivsystem auf ein Testsystem oder auch auf ein Qualitätssicherungssystem. Was aber in aller Regel auch vor dem Hintergrund der DSGVO eine Notwendigkeit darstellt.

Vielfachfunktionalität

Welche Einsatzmöglichkeiten sollte eine ausgefeilte Solution für Testdatenerstellung inklusive der Nutzungsmöglichkeit für Migrationen bieten? Und: Welchen Funktionsumfang hat eine derartige Lösung bereitzustellen?

Natürlich hat sich eine Test-Solution an den Notwendigkeiten bei der SAP-Nutzung auszurichten. Das heißt, sie sollte eine hohe Performance auch bei Massendaten aufweisen. Und zwar bei der Verwendung eines oder mehrerer SAP-Module oder SAP-Lösungen.

Was nichts anderes bedeutet, als dass die jeweiligen Datenmodelle einer SAP-Lösung für die Nutzung einer Test- und Migration-Solution Berücksichtigung finden. So etwa SAP FI-CA/RM-CA, IS-U, FS-CD oder FI Core oder SD.

Zugleich sollte eine derartige Lösung am besten ohne eine zusätzliche Infrastruktur (Server, Datenbank, Storage) für den sicheren Transfer von Stamm- und Bewegungsdaten einsetzbar sein.

Die lässt sich praktisch nur dadurch in die Tat umsetzen, dass sie eine Abap-Lösung darstellt und sich somit via Transport in eine vorhandene SAP-Umgebung einbinden und betreiben lässt.

Wobei anzumerken ist, dass sie explizit nicht in die Provenienz „Systemcopy-Tool“ einzuordnen ist, jedoch sehr wohl auch Daten aus einer Systemkopie für die Testdaten­erstellung genutzt werden können, und dies entweder im 1-zu-1-Übertrag oder mittels Neuschlüsselung der Primärschlüssel aus den Standardnummernkreisobjekten.

Ferner besteht bei einer Lösung für den Aufbau und die Nutzung von Testdaten die Notwendigkeit, dass nicht nur die Testdaten von einem Produktivsystem auf ein Testsystem übertragen oder überführt werden können, sondern auch von einem SAP-Produktivsystem auf ein SAP-Produktivsystem (in aller Regel bei einer SAP-SAP-Migration) oder von einem Produktivsystem auf ein Entwicklungssystem oder QA-System.

Obendrein sollten nicht nur SAP-Standard-Tabellen, sondern ebenso Z-Tabellen für den Datentransfer mit aufgenommen werden können. Und: Es sollten Möglichkeiten gegeben sein, dass sich Stammdaten (auch selektierte) mit oder ohne Anonymisierung quasi auf Knopfdruck überführen lassen.

Parallelverarbeitung

Besteht die Notwendigkeit, für welche Zwecke auch immer, ein neues Testsystem aufbauen und nutzen zu müssen, spielt der Zeitfaktor mitunter eine wesentliche Rolle. Das bedeutet, dass sowohl die Generierung oder Selektion der Testdaten als auch der Datentransfer dieser möglichst schnell vonstattenzugehen hat.

Hintergrund vieler genutzter Testsysteme ist heutzutage schließlich meist, agil auf betriebswirtschaftliche Erfordernisse oder Änderungen gemäß Vorgaben reagieren zu können. Fakt ist, dass Agilität das Time-to- Market erhöht. Und das auch bei der Voll­anonymisierung von zum Beispiel 100 Millionen Kundendatensätzen auf Basis SAP-Geschäftspartner und einer großen Anzahl an SAP-Z-Tabellen.

Architektur (Grobskizzierung) der Advanced Test and Migration Solution (ATS).

Der Schlüssel hierfür lautet die Nutzung von Parallelprozessen. Insbesondere durch die Abarbeitung hoher Datenvolumina auf Basis von Parallelprozessen reduzieren sich die Zeiten für den Datentransfer auf ein Testsystem signifikant.

Die zuvor genannten Anforderungen und weitere Funktionen hat die GTW Management Consulting in ihrer Advanced Test und Migration Solution, kurz: ATS, berücksichtigt. Bei namhaften SAP-Bestandskunden national und international seit Jahren im Einsatz, berücksichtigt sie als SAP-Zusatzlösung bedarfsgerecht die Notwendigkeiten an eine Lösung im Bereich Testdatenerstellung und darüber hinaus.

Unter anderem können mit der Software-Engine schlanke und performante SAP-Testsysteme aufgebaut werden, ebenso sind der wiederholte Aufbau von Schulungssystemen und der Transfer von aktuellen Störfällen aus einem Produktivsystem auf ein Entwicklungssystem möglich. Und es besteht die Möglichkeit, ATS auch als Migrationstool einzusetzen.

Für eine Reihe von Modulen gibt es Customizing Templates, so etwa für FI-CA/RM-CA und für SAP-Branchenlösungen wie beispielsweise IS-U. Auch können kunden­eigene Tabellen individuell über das ATS- Customizing erweitert werden.

Installiert wird die ATS-Engine nur auf den empfangenden Systemen, eben auf dem Test-, QA- oder Entwicklungssystem. Wobei die eigentliche Installation rund einen halben Tag in Anspruch nimmt.

Die Datenübertragungen von Anwendungsdaten vom Quell- zum Zielsystem (oder -systemen) erfolgen über RFC- und DBCO-Schnittstellen. Mit bereitgestellt wird eine Verwaltungs- beziehungsweise Monitoring-Komponente, mit der jederzeit nachvollziehbar ist, welche Anwendungsdaten übertragen wurden oder wo es zu Fehlern kam. Natürlich lässt sich mit der Lösung auch jederzeit ein Refresh der Testdaten durch einfaches Löschen und File-Import realisieren.

Zielgerichtet und nutzenorientiert

Entstanden ist die ATS-Lösung vor rund zehn Jahren ursprünglich aus der Notwendigkeit heraus, dass Daten auf genutzten Entwicklungssystemen nicht die notwendige Aktualität beziehungsweise Qualität aufwiesen. Über die Jahre hinweg hat sich immer wieder gezeigt, dass Bestandskunden von der GTW-SAP-Zusatzlösung profitieren respektive Nutzenvorteile erzielen.

Dazu zählen insbesondere der Aufbau von schlanken und leicht zu handhabenden SAP-Test- und -Schulungssystemen bei einem hohen Datenschutz durch Anonymisierung der Produktionsdaten. Weitere Pluspunkte stellen eine schnelle Bearbeitung von Incidents sowie eine signifikante Senkung der Infrastruktur-, Wartungs- und Betriebskosten durch Reduktion von aufwändigen Systemkopien dar.

Überdies sind damit nachweislich kürzere Entwicklungszyklen durch jederzeit aktuelle/produktionsnahe Testdaten und eine nachhaltige Steigerung der Qualität in Entwicklungs- und Testumgebungen verbunden.

https://e-3.de/partners/gtw_gmbh/

 


Vollanonymisierung von 120 Millionen Kundenstammdatensätzen auf Basis SAP-Geschäftspartner realisiert

Bei einem unlängst abgeschlossenen Projekt bei einem namhaften Unternehmen aus dem Telekommunikationssektor konnte die im Beitrag skizzierte GTW-Lösung Advanced Test and Migration Solution (ATS) ihre Leistungsfähigkeit im Bereich Massendatenverarbeitung unter Beweis stellen.

Aufgebaut wurde vom SAP-Anwenderunternehmen sowohl die Erweiterung des SAP-Standarddatenmodells um 85 kundenspezifische Z-Tabellen zwecks Datentransfer als auch zur DSGVO-relevanten Anonymisierung der Stammdaten.

Für die Vollanonymisierung der Massendaten wurde ATS mit einer Laufzeit von knapp zwölf Stunden für 120 Millionen Stammdatensätze eingesetzt.

Über den Autor

Peter Wagner, GTW ­Management Consulting

Peter Wagner, GTW ­Management Consulting.

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