Die Meinung der SAP-Community MAG 1909 Satire: Das Letzte

Hana 1, 2 oder 3

Das-Letzte-Satire

Welche Hana-Version läuft 2025 durchs Ziel? Hana ist eine geniale Baustelle. Wenn kein Fatal Error und Kernel Panic vorliegen, dann überrascht SAP mit Persistent Memory.

Vielleicht haben die Bestandskunden alles nur falsch verstanden: 2025 ist nicht die Deadline für AnyDB (DB2, Oracle und SQL-Server), sondern die Fertigstellung der Datenbank Hana – Final Release 2025!

Zu Beginn versprachen Professor Hasso Plattner und Ex-Technikvorstand Vishal Sikka ein Continuous Improvement. Versionsnummern waren für Hana nicht geplant. Bertolt

Brecht würde jetzt sagen: „Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch’nen zweiten Plan; gehn tun sie beide nicht!“

Nutanix  

Vor einigen Jahren wurde der SAP-Community dann Hana 2 präsentiert. Nun heißt es bei jedem Customizing: Hana 1 oder 2?

Kenner der SAP’schen Datenbankpro­bleme sprechen schon von Hana 3 und erwarten diese Version zum Jahreswechsel. Warum? Hana ist als In-memory-Computing-Datenbank ein Geniestreich von Professor Plattner, aber eben auch eine ewige Baustelle. Zahlreiche SAP-Servicenotes bezeugen eine sehr lebendige Hana-Entwicklung, wo Fatal Error und Kernel Panic keine Seltenheit sind.

Am Anfang stand die Idee eines Real­time-ERP, also eines neuen ECC, ERP Central Component, das nahezu verzögerungsfrei antwortet. Ein Realtime-ERP/ECC benötigte aber primär eine neue Datenbank.

Sekundär musste SAP für das neue ECC auch zahlreiche Abap-Tabellen wegrationalisieren – aber das ist eine andere Geschichte, an deren Ende dann S/4 steht.

Ein Realtime-ERP braucht eine In-memory-Computing-Datenbank: die Geburtsstunde von Hana. Was am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und in den IT-Labors in Walldorf schnell Form annahm, war genial.

Hier entstand eine neue Datenbankklasse. Hier wurde Informatik-Neuland betreten. Eine Datenbank-Revolution kündigte sich an. Und SAP hat alles zerstört und zunichtegemacht!

Hana wurde viel zu schnell den SAP-Bestandskunden versprochen. Hana war noch Prototyp, noch in der Beta-Phase und schon wurden Lizenzverträge abgeschlossen und Umsatzziele definiert.

Selbst fünf Jahre vor einer absoluten Deadline ist Hana noch immer nicht marktreif und enterprisetauglich. Natürlich gibt es Tausende Hana-Installationen, diese laufen aber mehr schlecht als recht, wenn man einen Blick auf die zahlreichen SAP-Notes wirft.

Nun haben Intel und SAP eine neue Speicherklasse für Hana erschaffen: Persistent Memory. Dieser Speicher behält auch bei Stromausfall seinen Inhalt, ist preiswerter als Dram, fast so schnell und lässt sich höher packen.

Was heißt das?

Zukünftige Hana-Server leiden bei Strom­unterbrechung nicht mehr an Alzheimer, sind preiswerter und können noch größere Hauptspeicherkapazitäten aufweisen. Besser geht es nicht!

Aber noch sind Hana-Server mit Per­sistent Memory im Entwicklungsstadium. Umfangreiche Tests werden folgen. Die Massenproduktion für die SAP-Community ist erst in Planung. Das Bessere wird kommen, aber es wird noch Zeit brauchen.

Diese Zeit haben die SAP-Bestandskunden aber nicht, denn 2025 ist eine harte Zäsur für AnyDB. Bis dahin sollte (muss?) jeder SAP-Bestandskunde auf Hana umgestellt haben, ob die Datenbank nun fertig ist oder nicht.

Platzgummer Feb15

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
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