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Framework als Weg

Ob und wie SAP-Anwendungssoftware läuft, dafür ist zu einem guten Stück weit die SAP-Infrastruktur verantwortlich. Etliche Parameter und Daten können sich einflussreich praktisch täglich ändern. Der Einsatz eines zentralen Systemmanagement-Frameworks hilft mehrfach.
5. Dezember 2022
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Verwalten, monitoren und kontrollieren sowie steuern von SAP-Infrastrukturen mit neuen alten Vorzeichen

Um die vielen, vielen Infrastruktur-Informationen einer respektive mehrerer SAP-Landschaften samt allen relevanten Komponenten bedarfsgerecht zu gewinnen und außerdem möglichst automatisiert und auch proaktiv Optimierungen durchzuführen, dafür steht das Arbeitsfeld Systemmanagement. Konkret kommen hierfür Systemmanagement-Lösungen zum Einsatz, die für die Verwaltung, das Monitoring, die Kontrolle und das Steuern von IT-Umgebungen wichtig sind. 

Eine gewisse Krux dabei ist, dass sich zum einen das IT-Systemmanagement quasi teildiszipliniert über die Zeit entwickelt hat, und zum anderen, dass das IT-Systemmanagement für SAP-Umgebungen/-Infrastrukturen Besonderheiten aufweisen, die zwingend zu berücksichtigen sind. So haben sich mit Beginn der großen SAP-R/3-Welle SAP-Komponentenlieferanten, wie jene für die Hardware/Server, schwerpunktmäßig auf das Monitoring oder das Systemmanagement eben von hardwarerelevanten Infrastrukturelementen konzentriert; Datenbankanbieter auf DB-relevante, OS-Anbieter auf OS-relevante und SAP selbst im Großen und Ganzen auf die Anwendungen. Wenn man so will, standen (und stehen noch immer in mancher Hinsicht) Infrastruktur-Systemmanagement-Teillösungen im Fokus. Grundlegend geändert hat sich daran nur wenig. Dadurch ist es mit der Nutzung eines zentralen homogenen SAP-Systemmanagements, das alle wichtigen Komponenten einer SAP-Umgebung berücksichtigt, natürlich weniger gut bestellt.

Zudem bedeutet Systemmanagement im SAP-Umfeld auch stets, dass vielerlei SAP-spezifische und SAP-relevante Erfordernisse zu berücksichtigen sind. Die Nutzung agnostischer oder herstellerneutraler Systemmanagement-Lösungen hilft ohne SAP-Bezug nicht weiter, da die Verbindung von Infrastruktur und Anwendungen sowie den dort innewohnenden speziellen Besonderheiten oder Notwendigkeiten fehlen.

Nutzen eines Frameworks

Was macht ein neuzeitliches und fortschrittliches SAP-Infrastruktur-Systemmanagement-Framework aus? Und insbesondere: Welche Nutzeneffekte beziehungsweise Vorteile bringt ein solcher Einsatz mit sich?

Zum einen sollte eine zentral nutzbare SAP-Infrastruktur-Systemmanagement-Software so konzipiert sein, dass sie leicht und schnell (nämlich in wenigen Tagen) installiert werden kann. Und zwar auf einem eigenen Server oder einer VM mit einer gewissen Ausprägung. Ferner sollte sie eine entsprechende Connect-Software (Module) beinhalten, um Anbindungen auf sozusagen allen Ebenen zu gewährleisten; sie stellt die Verbindungen zu den einzelnen Systemen oder Systemkomponenten (OS, DB, SAP) dar.

Des Weiteren sollte obenan stehen, dass explizit keine Agenten auf den SAP-Systemen verwendet werden. Genauso wie das Vorhandensein von Passwort- und Zugriffsmechanismen sowie ein ausgeprägter Zugriffsschutz, inklusive User-Berechtigungen. Userseitig ist überdies von Vorteil, wenn eine Web-Oberfläche für einen smarten und einfachen Ease-of-Use verwendet werden kann. Dazu zählt auch die Bereitstellung von sogenannten Summary Tables, die einen kompaktierten Überblick über die Informationsgewinnung mittels Info-Apps sowie über das Doing von Arbeits-Apps, die automatisiert einen bestimmten Sachverhalt abarbeiten, liefern. Von Wichtigkeit zudem: ein Application-Framework für Erweiterungen, das mitgeliefert werden sollte, mit dem Anwender selbst eine Art von Individualisierung oder Ergänzung der Systemmanagement-Software durchführen können.

Natürlich speisen sich die Nutzenvorteile überdies aus den funktionalen Möglichkeiten, die eine zentrale SAP-Infrastruktur-Systemmanagement-Lösung mit diversen Automatisierungsmöglichkeiten bietet. Mehrere Anwendungsbeispiele werden weiter unten im Text dargestellt.

Die Nutzeneffekte oder Vorteile, die der Einsatz einer solchen zentralen Management-Software aus übergeordneter Sicht mit sich bringt, sind vielfältig: Einmal schlägt zu Buche, dass sich die Infrastrukturverfügbarkeit und somit die SAP-Systemverfügbarkeit erhöht beziehungsweise verbessert. Weiter können aktuellere Systeme zur Nutzung gelangen. Ferner sind SAP-Infrastruktur- oder SAP-Basisabteilungen in der Lage, Arbeitslasten mit System-Downtimes der Basis eines integrierten Schedulings automatisiert auf „benutzerarme Zeiten“ (auf Wochenenden) zu verlegen. Auch beinhalten sie eine effektvolle Flexibilität, nicht zuletzt durch den Framework-Gedanken mit Erweiterungs- und Anbindungsmöglichkeiten; nebst der Tatsache, dass vorausschauend respektive proaktiv in der SAP-Infrastruktur/-Basis agiert werden kann. Auf der Basis von stets aktuellen Systeminformationen. Das alles zusammen erlaubt, wertvolle Kosteneinsparungen zu erzielen.

Info und Automation-Apps

Wie muss man sich nun die Nutzung einer derartigen Management-Software vorstellen? Bei einer entsprechenden Schulung und Übung sowie einer gewissen IT-Affinität sicherlich alles andere als kompliziert. Wenngleich im Verborgenen komplexe Abläufe oder Zugriffe ablaufen. Schließlich handelt es sich um immens viele Informationen und Daten, die eine SAP-Systemlandschaft aufweisen kann. 

Ein Kernpunkt ist beim Umgang mit einer Systemmanagement-Software die Existenz einer webbasierten Benutzeroberfläche samt integrierten Kontextmenüs und -hilfen. Hinzu kommt bei der Verwendung, dass idealer Art und Weise alle Eingaben oder Einstellungen oder Arbeiten und Ereignisse oder Ergebnisse protokolliert werden. Was auch in puncto Nachvollziehbarkeit etwa vor dem Hintergrund von Compliance-Vorschriften beziehungsweise Protokollierung bei Anforderungen durch Wirtschaftsprüfer eine durchaus hohe Relevanz hat. Beispielsweise werden bei der SAP-Infrastruktur-Systemmanagement-
Lösung namens EPOS (steht für Empirius Planning and Operations Suite) vom gleichnamigen Unternehmen nach dem Systemaufruf inklusive voriger Security-/Passwort-Überprüfung verschiedene „Kacheln“ aufgezeigt, hinter denen sich Funktions-/Anwendungsblöcke beziehungsweise diverse Apps verbergen. So etwa eine DB-Info-App, eine SAP-Kernel-Update-App, eine Compliance-App oder eine System-Maintenance-App.

Klicken statt programmieren – Dashboard einer SAP-Infrastruktur-Systemmanagement-Software mit moderner Web-Oberfläche und funktionsbezogenen Kacheln.

Zuletzt Gesagtes bildet faktisch eine wichtige Grundstruktur ab. Nämlich auf der einen Seite Info-Apps und auf der anderen Seite Automation-Apps mit Workflows. Das heißt, es werden zum einen Daten und Informationen zu Support- und Optimierungs-Zwecken über ein aktuelles System oder Komponenten gewonnen; wobei auch auf Daten und Informationen (Protokolle/PDFs) aus der Vergangenheit zugegriffen werden kann, um etwa zwischen Aktuellem und Historischem vergleichen zu können. Und zum anderen gibt es Automation-Apps, die routinemäßige Arbeiten und Tätigkeiten automatisiert durchführen respektive durchführen können. Dabei sollte es unerheblich sein, ob 20 oder vielleicht 100 SAP-Systeme eine Landschaft umfassen.

Vom Überblick zum Detail

In der Folge Anwendungsbeispiele aus beiden Systemmanagement-App-Bereichen:  Wer will, kann je nach Bedarf und Zweck mit den verschiedenen Info-Apps faktisch mit Mausklicks sowohl eine stets aktuelle Übersicht als auch aktuelle Detail-Infos ermitteln. So etwa über SAP (unter anderem Basis-Release, Patch Level, Instanzen, Kernel-Info), über die verwendeten Datenbanken (Hana und AnyDBs, Größe Schema, letztes Backup, bei Hana Hostname, Instanzname/-nummer, Tenant/Tenant SID) sowie über das genutzte OS (Version oder Connect Status). Zu den Info-Apps zählt zudem zur oben genannten Systemmanagement-Lösung eine Compliance-App, die nicht nur das Faktische darstellt, sondern auch eine Prüfung von 1-n-SAP-Parametern durchführt. Und zwar mit dem Hauptfokus, ob diese den Anforderungen von Wirtschaftsprüfern beziehungsweise einer Revision oder den eigenen Vorgaben genügen.

Wie bereits erwähnt, vollbringen die Automation-Apps auch automatisiert Tätigkeiten, die Workflow-getriggert arbeiten und die SAP-Infrastruktur- oder SAP-Basis-Abteilungen von vielerlei (teils manuellen) routinemäßigen Arbeiten deutlich entlasten. Konkret beispielsweise beim Updaten von SAP-Kernel. 

Zuerst erhalten Nutzer beim Aktivieren der App SAP-Kernel-Update eine Beschreibung sowie eine Auflistung aller Patches (Patch- oder Systemliste), die es gibt. Sie sind in aller Regel auf dem Systemmanagement-Server hinterlegt. Anschließend wird in Vorarbeit und Hauptarbeit unterschieden. Hierbei findet einmal eine Festlegung (mittels Setzen von Häkchen) statt, welche Systeme geprüft werden sollen sowie bei welchen Systemen ein SAP-Kernel-Update erfolgen soll. Auch schlägt eine ausgefeilte Systemmanagement-Software vor, welche Kernel Patches einem Update unterzogen werden sollten. Wobei eine Art „Übersteuerung“ möglich sein sollte. Das heißt, es kann ein Vorschlag angenommen werden, muss aber nicht. Danach findet eine Art Checklauf und eine Ausführung mit Systemstart und -Stopp statt. Die Job-Zeit, wann (an einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Zeit?) ein SAP-Kernel-Update erfolgen soll, wird im Scheduler eingestellt. Ebenfalls automatisiert wird nach dem Update ein Protokoll erstellt und abgelegt. Zudem sollte es einen Fallback geben, falls nach dem Update festgestellt wird, dass ein neues Update nicht so funktioniert, wie es soll.

Raum für Automatisierung

Zwei weitere Arbeitsfelder von Automation-Apps können das Abfragen und Anpassungen von SAP-Parametern sowie die System Maintenance darstellen. Auch hier wird zuerst der Sachverhalt in einem Kontextmenü beschrieben und eine Systemliste aufgezeigt. Durch eine Auswahl/Festlegungen (ebenfalls mit Mausklicks) wird angegeben, was konkret wie abgearbeitet werden soll. Mit einer Automation-App System Maintenance sollten sich nicht nur gesamte SAP-Systeme starten und stoppen lassen, sondern auch Datenbanken, die bei SAP-Anwendungssystemen eine kritische Komponente darstellen.

Auch sind bei einer SAP-Infrastruktur viele SAP-Profil-Parameter von großem Belang beziehungsweise die korrekten Einstellungen. Hier sorgt eine SAP-Systemmanagement-Software automatisiert für Stimmigkeit und für optimierte SAP-Systeme. Es werden Vorschläge aufgezeigt oder es sind – für den Fall der Fälle – Fallbacks möglich. Immer sollten Summarys aufzeigen, was wie (mit Ampelfarben) die Systemsoftware abgearbeitet hat und ob notfalls eine Problembehandlung (eine Zurücksetzung) erforderlich ist. 

Unterm Strich lässt sich sagen: Schon heute steht fest, dass zentrale SAP Systemmanagement-Lösungen mit SAP-Bezug sozusagen im Bauch eine Art Königsweg darstellen, um SAP-Infrastrukturen professionell und bedarfsgerecht von einer zentralen Stelle aus zu verwalten, zu monitoren/zu kontrollieren und zu steuern. Was sich damit im SAP-Infrastruktur-Kontext automatisieren lässt, sollte auch automatisiert werden. Raum dafür gibt es im SAP-Umfeld noch genug.


SAP-Infrastruktur: Zünglein an der Waage

Hätten wir keine SAP-Infrastruktur, hätten wir mit SAP-Anwendungen keine Probleme, so oder ähnlich äußerte sich mal ein Infrastrukturmanager eines SAP-Anwenderunternehmens. Ganz so simpel ist es natürlich nicht. Denn schon seit jeher gehen SAP-Anwendungen und SAP-Infrastruktur Hand in Hand oder spielen sich quasi die IT-Bälle zu. Es gilt: Je besser sie aufeinander abgestimmt sind, desto besser und optimierter geht der SAP-Einsatz vonstatten. Dazu bedarf es allerdings Hilfsmittel in Form von Software, die es auch in der einen oder anderen Art und Weise bereitgestellt wird.

Neuere Pakete aus der Provenienz Systemmanagement wie im nebenstehenden Beitrag beschrieben, leisten wertvolle Dienste, weil sie nicht nur relevante Informationen und Daten einer SAP-Infrastruktur und einzelne Systemkomponenten faktisch auf Knopfdruck bereitstellen, sondern mit ihnen auch gleichzeitig tiefgehende Automatisierungsarbeiten oder -aufgaben-Abarbeitungen einhergehen – mit all den Vorteilen, die damit verbunden sind: Kosteneinsparungen, bessere Verfügbarkeit von SAP, aktuellere Systeme, Verlagerung von SAP-Basis-Arbeiten auf „benutzerarme Zeiten“, Proaktives Agieren oder mehr Flexibilität. Auch durch individuelle Erweiterungsmöglichkeiten beziehungsweise Ein-/Anbindung von bereits vorhandenen Systemmanagement-Lösungen.

Von SAP-Systemkopien zum Systemmanagement

Entwickelt wurde das SAP-Systemmanagement-Framework namens EPOS vom SAP-Basis- und -Automatisierungsspezialisten Empirius mit einem über zehnjährigen Erfahrungsschatz und einem dabei umfassend gewonnenen Kompetenz-Know-how bei SAP-Infrastrukturen. Und zwar insbesondere durch die am Markt gut etablierte SAP-Systemcopying-Lösung BlueCopy bei mehr als 100 mittelgroßen und großen SAP-Kunden. Daneben gibt es weitere Lösungen, wie etwa BlueClone für die Erstellung von SAP-Sandboxen. Der Brückenschlag hin zur Entwicklung eines SAP-Infrastruktur-Systemmanagement-Frameworks war damit gegeben und bot sich an. Sowohl bei der Erstellung von SAP-Systemkopien als auch beim SAP-
Systemmanagement sind profunde Kenntnisse im Bereich SAP-Infrastruktur/SAP-Basis sowie im Bereich Automatisierung vonnöten.

Künftig wird die Möglichkeit offeriert, BlueCopy und BlueClone über EPOS zu nutzen. Aufgaben und Aktion der SAP-Basis können somit direkt von einer zentralen Management-Stelle aus in smarter Weise durchgeführt werden. Auch wird die Funktionalität der Systemmanagement-Lösung stetig erweitert. Unerheblich ist es, ob es sich um das Systemmanagement von zwanzig SAP-Systemen oder mehr und auch ob es sich um klassische ERP-Systeme mit Any DB oder um SAP-Hana(-basierte)-Systeme wie S/4 handelt.

Untenehmenseintrag Empirius

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