B2B2C-Kolumne MAG 21-07

Filialmanagement 3.0

B2B2C
Geschrieben von Jürgen Werner, CAS AG

Oft wird von Digitalisierung gesprochen. Definitionen dieses Begriffs gibt es in vielerlei Hinsicht. Doch was ist Digitalisierung? Und wie spiegelt sich Digitalisierung in einer Filiale wider?

Sicherlich hat sich in der heutigen Zeit einiges getan, um für jeden Digitalisierung erlebbar zu machen, sei es durch Video-Sessions, soziale Netzwerke oder Ähnliches. Doch wie weit sind die Arbeitsabläufe denn wirklich? Welche Errungenschaften gibt es denn überhaupt für Mitarbeiter in den Filialen der Händler?

Elektronische Regaletiketten, Self-Check-out-­Lösungen, Digital Signage sind bekannte Themen, aber sicherlich noch nicht vollumfänglich überall im Einsatz, außerdem immer mit dem Schwerpunkt Richtung Kunden. Doch was ist mit dem Kernbusiness? Die Warenwirtschaft, das Beraten von Kunden oder aber auch das klassische Abkassieren? Wie gestalte ich meine Filiale in den internen Arbeitsabläufen angemessen und mit integrierten, flexiblen Lösungen?

Die Erfahrungen aus dem Handel zeigen hier einiges an verschiedenen Ausprägungsstufen. Da gibt es proprietäre Kassen eines Herstellers, inklusive der Software, oder aber die klassischen MDEs (mobilen Datenerfassungsgeräte) mit einer fest verdrahteten dezentralen Filialwarenwirtschaft.

Die Kasse steht dabei an einem festen Ort, die Filialwarenwirtschaft wird mit dem MDE genutzt, Mails, Kommunikation oder Tagesabschlussarbeiten sind oftmals im Backoffice verortet. Natürlich gibt es auch schon mobile Lösungen auf Smart Devices oder ähnlichen Geräten, aber von Durchgängigkeit aller Prozesse kann oft noch nicht die Rede sein.

In einer Filiale ist es oftmals für Mitarbeiter ein munteres Hin und Her zwischen Backoffice-Tätigkeiten, klassischem Checklisten-Abhaken, Warenhandling, Kundenberatung, und das alles mal mit technischer Unterstützung oder sogar ohne. Muss das noch sein?

Wie wäre es, wenn ich nicht mehr dezentrale Lösungen nutze, sondern cloudbasierte Ansätze aus einem Guss? Alles im Zugriff auf einem Ta­blet als Beispiel? Das ist möglich – ob Kasse, Filialwarenwirtschaft oder viele weitere Kombinationen (CRM-Infos integrieren, Preissteuerung, Forecasting, Arbeitslisten etc.).

Mit einer durchgängigen Filiallösung, die zudem als Plattform dient und weiteren Services gegenüber offen ist, erreicht man nicht nur eine erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit, sondern am Ende auch einen besseren Service für die Kunden. Und das zu jeder Zeit an Ort und Stelle des Einsatzes, ohne an einen festen Punkt gebunden zu sein.

Ein praktisches Beispiel: Der Mitarbeiter einer Filiale bucht mit dem Tablet oder Smart Device seiner Wahl einen Wareneingang, dabei wird er von einem Kunden zu einem Artikel befragt bezüglich Lagerbestand einer anderen Ausprägung. Der Filialmitarbeiter ruft eine entsprechende Funktion auf und gibt, dank integrierter Echtzeitbestände aus einem zentralen System (beispielsweise SAP Customer Activity Repository, SAP CAR), die Auskunft, dass die gewünschte Größe vorhanden ist.

Nun kann er sogar mit einer weiteren Funktion den Kunden direkt abkassieren oder die Ware reservieren. Diese jeweilige Bestandsveränderung führt dazu, dass in Echtzeit die nicht mehr verfügbare Ware in allen Prozessen Berücksichtigung findet, bis hin zu einem möglichen Ship-from-Store-Prozess aus dem Onlineshop heraus.

Die Erfahrung, welche wir im RetailOneSolution-­Netzwerk gemacht haben, zeigt, dass es beim Ab­bilden der Prozesse so gut wie keine Grenzen gibt. Digitale Kassenbonaufrufe, weil zum Beispiel ein Wirtschaftsprüfer vor Ort in der Filiale eine Prüfung vornimmt, sind ebenso kein Problem wie das Auf­rufen von Kundeninfos aus dem zentralen CRM-­System.

Eine intelligente Filialplattform bietet dabei allen denkbaren Services ein Zuhause. Dies wird über einen zentralen Bereitstellungs- und Zugangsweg ermöglicht, ist dabei flexibel und mobil einsetzbar, unter Verwendung verschiedener Cloud-Komponenten oder Hybrid-Ansätze. Das ist Filialmanagement 3.0! Digitalisierung in der Filiale für alle, die morgen nicht zu spät sein wollen.

Über den Autor

Jürgen Werner, CAS AG

Hinterlassen Sie einen Kommentar