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Fachkräftemangel behindert den SAP-Neustart

[shutterstock: 205280899, kim7]
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Geschrieben von E-3 Magazin

Nach 2025 will SAP nur noch S/4-Hana-Systeme in der Wartung unterstützen. Die für die Migration nötigen Fachkräfte sind aber extrem knapp – eine strategische Personalplanung ist deshalb ein Muss.

Digitalisierung steht auf der Wunschliste der Unternehmen weit oben. Für SAP-Anwender ist die Migration der SAP Business Suite auf S/4 Hana ein zentraler Hebel der digitalen Transformation.

Neben der digitalen Transformation ist die Produktstrategie der SAP ein Grund für die Migration auf S/4. Nach 2025 läuft die Wartung für die SAP Business Suite aus. Dann müssen alle Unternehmen ihre bisherigen SAP-Systeme auf Hana migriert haben.

Ein sich verschärfendes Problem bei der anstehenden Migration ist die Knappheit der SAP-Spezialisten. In einem mittelständischen Unternehmen, bei dem mehrere externe IT-Applikationen mit dem zentralen SAP-System zusammenarbeiten, kann die Migration der gesamten Landschaft auf S/4 Hana schnell mehrere Hundert Manntage in Anspruch nehmen.

Fujitsu

Die dafür nötigen Fachkräfte sind am Markt aktuell nur schwer verfügbar. Der Mangel zeigt sich aber noch nicht in voller Breite, denn die Unternehmen zögern, ihre SAP-Landschaft auf die neue Systemgeneration umzustellen.

Laut der diesjährigen Frühjahrsumfrage der SAP-Anwendervereinigung DSAG zu den Investitionsplänen ihrer Mitglieder wollen 5 Prozent in diesem Jahr auf S/4 Hana migrieren, 39 Prozent in den kommenden drei Jahren und weitere 30 Prozent nach diesem Zeitraum.

Angesichts der aktuellen Zurückhaltung der Unternehmen dürfte es wohl nicht gelingen, alle SAP-Altsysteme rechtzeitig auf S/4 Hana zu migrieren. Die gute Nachricht:

„SAP garantiert zwar die Wartung nur bis 2025, aber daraus lässt sich nicht schließen, dass die Unternehmen danach keine Unterstützung mehr bekommen“

berichtet der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck.

„Wir haben es noch nie erlebt, dass die SAP ihre Kunden im Regen stehen lässt.“

Es wird demnach kaum dazu kommen, dass Unternehmen nach dem offiziellen Support-Ende keinen Herstellersupport mehr für ihr SAP-System bekommen.

Auch wenn Unternehmen darauf vertrauen, dass der Support für SAP-Altsysteme nach 2025 weiterläuft, müssen sie den Umbau ihrer SAP-Landschaft schon jetzt vorbereiten.

„Zunächst sollten die IT-Verantwortlichen eine Strategie erarbeiten, bis wann und in welcher Schrittweite sie in Richtung S/4 Hana migrieren“

empfiehlt Carolin Wolz, die seit 2010 als SAP-Personalberaterin arbeitet und seit 2013 bei der SAP-Personalberatung Duerenhoff unterstützt.

Parallel zur Migrationsstrategie sollten die Unternehmen laut Carolin Wolz eine strategische Personalplanung durchführen, die aufzeigt, wie viele SAP-Fachkräfte sie kurzfristig, mittelfristig und langfristig brauchen:

„Idealerweise baut eine IT-Abteilung ein weiteres SAP-Team auf, das sich federführend um das S/4-Projekt und die dafür notwendige Migration kümmert.“

Das andere Team stelle derweil den Betrieb des bestehenden SAP-Systems sicher, das bis zum Tag des Umstiegs unterbrechungsfrei laufen soll und muss.

„Ein Unternehmen benötigt im Rahmen der bevorstehenden S/4-Hana- Einführung mehr Ressourcen als bisher. SAP- Abteilungen sollten ihre Inhouse-Mann- schaft aufstocken, weil auch die SAP-Beratungshäuser den Bedarf an S/4- Fachkräften bei Weitem nicht decken können. Zudem müssen sie sicherstellen, dass ihr bestehendes SAP-System bis zum Tag des Umstiegs reibungslos läuft“

erklärt Carolin Wolz weiter.

Carolin Wolz

Personalberater sichern Fachkenntnisse

Geht es um das Rekrutieren zusätzlicher SAP-Fachkräfte, dann profitieren die Unternehmen von einer spezialisierten Personalberatung:

„Wir verfügen über ein großes Netzwerk an SAP-Spezialisten, aus dem wir den Unternehmen den jeweils am besten passenden Kandidaten anbieten“

erklärt Wolz.

Der zentrale Service für die Unternehmen bestehe in der sorgfältigen Vorauswahl:

„Neben den fachlichen Kenntnissen achten wir darauf, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin von der Persönlichkeit und von den Erwartungen her in das SAP-Team und zu einem Unternehmen passt.“

Die Personalberater fragen ab, in welchem Umfeld ein Bewerber am liebsten arbeitet, und ermitteln, ob er sich eher für ein mittelständisches oder für ein großes Unternehmen eignet.

„Wir moderieren den Prozess der Bewerbung und Einstellung und machen Dinge möglich, die auf dem direkten Weg nicht zu erreichen wären“

erläutert Wolz.

„Die Unternehmen bekommen ihre SAP-Fachkräfte schneller, gleichzeitig passen diese auch kulturell besser. So können sie ihr Team für die Migration in die neue SAP-Welt zielgerichtet aufbauen.“

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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