Coverstory 21-05 MAG 21-05

Erfolgreicher Kurswechsel

[shutterstock: 707662852_Igor Samoiliuk]
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Geschrieben von Dieter Bormacher

Gewachsene Systemarchitekturen haben bei vielen Unternehmen zu einem digitalen Wildwuchs geführt. Nun entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, die eine Implementierung von S/4 Hana ermöglichen, erscheint Verantwortlichen oft enorm aufwändig.

Ein Containerschiff auf hoher See vom geplanten Kurs abzubringen ist mitunter ein schwieriges Unterfangen. Was mit kleinen agilen Jollen in wenigen Minuten problemlos zu bewerkstelligen ist, kann bei schweren Frachtschiffen einige Zeit in Anspruch nehmen und erfordert Vorbereitung, Planung und minutiöse Genauigkeit bei der Durchführung der einzelnen Arbeitsschritte.

Während sich Kapitäne von Containerschiffen nur selten vor der Bewältigung außerplanmäßiger Kurswechsel sehen, steht die digitale Architektur vieler großer Unternehmen durch die digitale Transformation vor genau denselben Herausforderungen. Gewachsene Strukturen, die sich lediglich bedingt durch einfache Manövrierfähigkeit auszeichnen, müssen möglichst schnell an die bestimmenden Begebenheiten des Marktes angepasst werden.

Dabei ist die digitale Transformation – und mit ihr auch die Implementierung zukunftsfähiger Technologien und entscheidender Neuheiten – ein immenser Schatz, den es zu bergen gilt. Entscheidend ist hierbei, dass die strategische Herangehensweise aller Beteiligten der gewünschten Zielsetzung entspricht und dabei in der Planung auch mögliche künftige Entwicklungen und Wünsche miteingeschlossen werden. Wenig verwunderlich ist dabei, dass sich mit modernen Mitteln und strategischen Partnern ein wertvoller Vorteil zur gezielten Bewertung und Einschätzung aller notwendigen Schritte erreichen lässt.

Während sich viele Unternehmen bereits seit geraumer Zeit mit diversen Projekten zur digitalen Transformation beschäftigen, gaben im DSAG-Investitionsreport 2021 über die Hälfte der Befragten an, noch nicht sehr weit mit ihren Projekten vorangekommen zu sein oder noch gar nicht mit der Digitalisierungsarbeit angefangen zu haben. Dabei bewegen sich viele Transformationsprojekte insbesondere während der ersten Schritte in unsicheren Gewässern.

Während zu Beginn einer umfassenden digitalen Transformation oftmals noch nicht klar ist, wie die vollständige Architektur eines Unternehmens überhaupt aussieht, müssen zur zielgerichteten Prozess­orientierung mindestens drei große Themenkomplexe geklärt werden: Auf welche Weise und wohin sollen die vorhandenen Datenbanken migriert werden?

Welche Applikationen werden benötigt und müssen im Zuge der Neuausrichtung transformiert werden? Und auf welche Weise wird die Cybersecurity der Zielumgebung gewährleistet? Darüber hinaus stellt sich bei den meisten Unternehmen auch noch die Frage, ob die Grundlage all dieser Entscheidungen schlussendlich ein On-premises-, ein cloudbasierter oder ein hybrider Ansatz sein soll.

Bevor die zentralen Aspekte der digitalen Transformation anvisiert werden können, sollten Unternehmen zunächst klar definieren, mit welchen Mitteln aktuell bereits gearbeitet wird. Dadurch, dass man in vielen Unternehmen – insbesondere bei mittleren und großen Firmen – über eine lange Zeit gewachsene Strukturen vorfindet, die z. B. aus einer Vielzahl miteinander verknüpfter SAP-Tabellen bestehen, ist eine Einschätzung ohne eingehende Analyse oft nicht möglich.

Hinzu kommt, dass diese Systeme weitestgehend auf jahrzehntealter Technologie beruhen, die zwar weiterhin ihren Dienst erledigt, zukunftsträchtige Verknüpfungen mit wichtigen Webanwendungen allerdings nicht unterstützt. Diese Problemstellung wird oftmals durch einen regelrechten Wildwuchs unterschiedlicher Applikationen ergänzt, die innerhalb der jeweiligen Unternehmen über die Jahre genutzt wurden.

Aber auch frühere Projekte zur digitalen Transformation können dazu beigetragen haben, dass bereits Teilmodernisierungen stattgefunden haben, die nicht zwingend mit einer gewünschten künftigen Nutzung – etwa von S/4 Hana – kompatibel sind. Aufgrund dieser undurchsichtigen Gemengelage möglicher Problemstellungen ist es also sinnvoll, sich zunächst einen Überblick über die digitale Manövrierfähigkeit des jeweiligen Unternehmens zu verschaffen, bevor man mit dem tatsächlichen Transformationsprojekt startet.

Bei Devoteam S Team kommt an dieser Stelle das Assess-o-Meter zum Einsatz. Ziel dieses Ansatzes ist es, dass die genaue Bestandsaufnahme sowie die geplanten Zielmaßgaben mit möglichst hoher Akkuratesse durchgeführt werden. Bislang wurden zur genauen Einschätzung der tatsächlichen digitalen Architektur langwierige Gespräche und eine Vielzahl an Kundenterminen genutzt.

Nach diesen offenbarte sich dann oft, dass die tatsächlichen Ergebnisse häufig durch fehlende, zurückgehaltene oder schlicht falsche Informationen verzerrt waren. In der Konsequenz setzt das Assess-o-Meter auf einen intelligenten und – wo immer möglich – digitalisierten Prozess. Darüber hinaus wird es Unternehmen im Rahmen der Evaluation ermöglicht, zielgerichtet anzugeben, welche Infrastrukturen, Cybersecurity-Lösungen und Applikationen schlussendlich innerhalb ihrer Architektur vorkommen sollen.

Auf Basis dieser drei Dimensionen können Unternehmen innerhalb des Assess-o- Meters zusätzlich zielgerichtet auswählen, auf Grundlage welcher Anbieter und Technologie sie ihre künftige Architektur errichten wollen. Dabei wird jeweils eine Analyse zu cloudbasierten Ziellandschaften und ­potenzieller Umsetzung mittels SAP unterschieden.

Auf Grundlage des dadurch eruierten Umfangs und der Zielsetzung des jeweiligen Projekts wird im Anschluss ein Angebot erstellt, das die gewünschten Infrastrukturprojekte umfasst und ein detailliertes Assessment der bisher genutzten Architektur beinhaltet. Entscheidet sich das jeweilige Unternehmen für den Einsatz des Asses-o-Meters, beginnt die Arbeit am Projekt.

Holistischer Ansatz

Da eine komplette Evaluation aller Aspekte der digitalen Infrastruktur eines Unternehmens mehrere Monate in Anspruch nehmen kann und Fragebögen oftmals fehlerhaft ausgefüllt werden, greift man bei Devoteam S Team im Rahmen des Assess-o-Meters, wo immer möglich, auf automatisierte Mittel zurück. Besonders anschaulich lässt sich dies anhand der Cybersecurity erkennen.

Mithilfe moderner Softwarekomponenten können über bestimmte Zeiträume die genauen Verbindungen innerhalb des Netzwerks erfasst und etwaige Anomalien, Sicherheitsverstöße oder potenzielle Probleme und Störfaktoren aufgezeigt werden.

Ähnliche Werkzeuge und Software werden im Rahmen des Assess-o-Meters überall dort eingesetzt, wo dies technologisch machbar ist. Ergänzend hierzu werden die Teile der Architektur, bei denen dies aufgrund unterschiedlicher Herstellervorgaben nicht möglich ist, durch Experten anhand von zielgerichteten Untersuchungen evaluiert.

Dabei stellt die erfolgreiche Evaluation durch das Assess-o-Meter und die Experten von Devoteam S Team nur den ersten Schritt dar, der den gesamten restlichen Prozess einleitet. Sobald der Ist-Zustand sowie die Ziele geklärt sind, beginnt die digitale Transformation aller gewünschten und in der Roadmap erwähnten Projekte.

Entscheidend hierbei ist, dass während dieses Prozessschrittes alle betroffenen Abteilungen an Bord geholt werden und niemand vom Transformationsprozess ausgeschlossen bleibt. Begleitende Schulungen und Trainings sowie Zwischen-
evaluationen sorgen dafür, dass der Prozess auch vonseiten der Mitarbeitenden akzeptiert und mitgetragen wird.

Vor allem bei großen Projekten in Unternehmen mit einer entsprechend umfangreichen Architektur kann es sich über mehrere Jahre hinziehen, bis die gesetzten Ziele erreicht sind. Deswegen ist es im Zuge des Transformationsprozesses entscheidend, dass alle notwendigen und in der Roadmap vermerkten Schritte aus Planungssicht zuverlässig erledigt werden.

Hierzu gehören nicht nur, dass veraltete Datenbanken, siehe AnyDB, oder Cyber­security-Lizenzen fristgerecht gekündigt werden. Für eine zielführende digitale Transformation sind in Zeiten einer zunehmend komplexen Marktsituation auch immer die auslaufenden Support-Zeiten einzelner Produkte entscheidend und sollten im Prozess berücksichtigt werden.

Segel setzen leicht gemacht

Die digitale Transformation ist ein Prozess, dessen Untiefen Unternehmen oft vor enorme Herausforderungen stellen können. Daher ist es – insbesondere bei umfangreichen und über die Jahre gewachsenen Strukturen – sinnvoll, auf die Exper­tise und die Planungskompetenzen von Partnern zu setzen. Entscheidend ist dabei, dass von den ersten Planungsschritten und der Evaluation der eigentlichen Architektur über die Umsetzung bis hin zum abgeschlossenen Projekt stets das Ziel im Auge behalten wird.

Denn nur mittels einer strategisch einwandfreien Planung und Organisation lassen sich auch große Architekturen erfolgreich manövrieren. Aus einem Containerschiff wird dadurch zwar noch keine wendige Jolle, aber auf diese Weise bleibt garantiert, dass das Manöver richtig ausgeführt wird und so Kurs auf eine digitale Zukunft gesetzt werden kann.


Interview: Digitalisierung

Herr Bormacher, die digitale Transformation von Prozessen und
die Migration großer Datenmengen sind für viele Unternehmen
Mammutaufgaben. Gibt es eine Blaupause, auf die man achten sollte?

Bormacher: Jedes Unternehmen hat seine eigene, über Jahrzehnte gewachsene Architektur, über die oft auch der Überblick fehlt. Deswegen muss auch die entsprechende Lösung maßgeschneidert sein. Der Markt befindet sich momentan in einer immensen Umbruchphase und entwickelt sich rasant weiter.

Daher erfordern Aussagen zur Zukunftsfähigkeit von bestimmten Systemen und Anwendungen einen weitreichenden Einblick in die Entwicklung des Marktes und die Zielsetzungen der großen Player.

Interview mit Dieter Bormacher, Managing Consultant bei Devoteam S Team

Was sollten Unternehmen im Rahmen der digitalen Transformation also beachten?

Bormacher: Für die Planung ist es entscheidend, sich einen Überblick über die vollständige Architektur und alle Assets zu verschaffen. Gleichzeitig sollte man sich darüber Gedanken machen, wie das genaue Ziel aussieht: Möchte man sich bei der künftigen Architektur an S/4 Hana oder an anderen ERP-Systemen orientieren?

Welche Lösung zur Datenbank soll verfolgt werden? Ist ein hybrider Ansatz sinnvoll, oder ergibt es mehr Sinn, auf Cloud-Anbieter zu setzen? Wichtig ist, dass Unternehmen nicht kopflos in die digitale Transformation einsteigen, weil sie Angst haben, sonst noch schneller ins Hintertreffen zu geraten.

Dabei ist es essenziell, auf einen kompetenten und zuverlässigen Partner zu setzen, der in einer Zeit vieler Umbrüche und Neuerungen umfassende Unterstützung bietet.

Welche Vorteile beinhaltet eine solche Partnerschaft?

Bormacher: Unternehmen wie Devoteam und die Devoteam S Team haben hervorragende Kontakte zu vielen Playern im Bereich der digitalen Transformation, wodurch sich für die Kunden Vorteile bei Innovationsfähigkeit und gegebenenfalls bessere Konditionen ergeben können. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit den für den gewünschten Bereich spezialisierten IT-Architekten zusammen und können dadurch individuelle Lösungen realisieren.

Wir sind nicht nur auf die digitale Transformation, sondern auch auf die Migration großer Datenmengen spezialisiert und haben durch unseren Erfahrungsschatz immer das große Ganze im Blick.

Dazu gehören auch die Verwaltung von hybriden Systemlandschaften, die Bereitstellung von befristeten Kapazitäten oder auch benötigte Mitarbeiterschulungen beispielsweise bezüglich Cybersecurity.

Im Vordergrund steht für Devoteam, unsere Kunden umfassend und zielgerichtet zu betreuen – von der ersten Kontaktaufnahme über die Ist-Aufnahme auch komplexer Systemlandschaften beispielsweise über Assessments bis zum erfolgreichen Projektabschluss.

https://e-3.de/partners/alegri-international-group/

Über den Autor

Dieter Bormacher

Managing Consultant bei Devoteam S Team

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