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Energieversorger trödeln bei der Digitalisierung

2016
Geschrieben von E-3 Magazin

Die Mehrheit der deutschen Energieversorgungsunternehmen (EVUs) sieht sich durch Digitalisierung bedroht. EVUs erkennen die Digitalisierung zwar als Top-Priorität, reagieren aber zu langsam.

Die Wucht der Digitalisierung hat die EVUs erfasst. Sie ist Bedrohung und Chance zugleich – und deshalb neben der Energiewende das Top-Thema der deutschen Energiewirtschaft. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hat knapp 120 deutsche EVUs zu ihrem Grad der Digitalisierung und zu ihren Schwerpunkten befragt. Somit zeigt die Studie „Deutschlands Energieversorger werden digital“ den aktuellen Digitalisierungsstand der Branche.

Neue Wettbewerber

„Die deutsche Energiewirtschaft hat die Bedeutung des Themas erkannt“

sagt Norbert Schwieters, Leiter Energiewirtschaft bei PwC.

Winshuttle

„Aber in vielen Bereichen besteht noch akuter Handlungsbedarf.“

80 Prozent der EVUs erwarten, dass die Digitalisierung bis Ende 2017 das gesamte Unternehmen erfasst haben wird und daher neue Geschäftsmodelle vonnöten sind. Ein Treiber dieser Entwicklung sind digital orientierte Start-ups, aber auch Internetkonzerne, die mit aller Macht in den Energiemarkt drängen.

Business Analytics

Die Digitalisierung zwingt EVUs, schneller, flexibler und innovativer zu agieren, bietet ihnen aber auch die Chance, interne Prozesse zu optimieren und so die Kosten zu senken.

„Dennoch fehlt den meisten Unternehmen eine Strategie, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen“

sagt Felix Hasse, der bei PwC den Bereich Digitalisierung der Energiewirtschaft in Deutschland leitet.

„Bislang haben nur 17 Prozent der EVUs eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet.“

Entsprechend werden drei Viertel der Befragten ihre Aktivitäten erhöhen müssen. 72 Prozent der befragten EVUs wollen in den kommenden zwei Jahren ihr Budget für die Digitalisierung erhöhen.

62 Prozent nennen Investitionen in Business Analytics als oberste Priorität. Neue digitale Geschäftsmodelle – eine weitere Chance der Digitalisierung – sind noch kein vorrangiges Thema.

„Deutsche EVUs gehen die ersten Schritte – und forcieren die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Kundenschnittstellen. Doch es bleibt noch ein weiter Weg bis zur vollständigen Digitalisierung der EVUs“

so Norbert Schwieters.

„Unser Eindruck ist auch, dass die Unternehmen größtenteils eher technisch und toolorientiert agieren und dabei wichtige Themen zu wenig beachten.“

PwC empfiehlt EVUs in Form einer „Digitalen Agenda“ konkrete Handlungsschritte: So sollten sie Digitalisierungsansätze unternehmensweit identifizieren, priorisieren und die konkrete Umsetzung planen.

Zudem ist eine „digitale Unternehmenskultur“ erfolgsentscheidend, in der die Mitarbeiter „Unternehmenssilos“ auflösen, starre Prozessabläufe flexibilisieren und das Management digitale Kompetenzen fördert.

Außerdem müssen EVUs digitale Produkte und Dienstleistungen entwickeln, Partnerschaften ausbauen, durch digitalisierte Prozesse ihre Kosten senken, ihre Effizienz steigern und die veränderten Bedürfnisse der – aus anderen Branchen längst digital verwöhnten – Kunden in den Mittelpunkt stellen.

„Die konkreten Wege zum Ziel können verschieden sein“

konstatiert PwC-Digitalisierungsexperte Felix Hasse.

„Wichtig ist, dass sich EVUs auf den Weg machen.“

Ansonsten könnten sie infolge der Digitalisierung vom Markt verschwinden, wie es die Branche selbst befürchtet.

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Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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