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DSAG Investment Report 2020: viel Umsatz für SAP

Geschrieben von E-3 Magazin

Am 23. Januar veröffentlichte die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe, DSAG e.V., den alljährlichen Investitionsreport. Die gute Nachricht: Wie fast jedes Jahr steigen bei einer Mehrzahl der DSAG-Mitglieder nicht nur die allgemeinen IT-Budgets, sondern auch das Budget für SAP-spezifische Ausgaben.

„Die generell hohe Investitionsbereitschaft ist in der allgemein angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation ein bemerkenswertes Zeichen. Dies gilt aber offensichtlich nicht für alle Bereiche. 24 Prozent der Befragten aus produzierenden Unternehmen gaben an, dass ihr Budget sinkt.

„Das könnte damit zusammenhängen, dass aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung Unternehmen z. B. aus der Automobilindustrie trotz Digitalisierung noch etwas vorsichtiger in die Zukunft schauen“

schätzt Dr. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG die Zahlen ein.

Winshuttle

Eine E-3 Analyse der aktuellen SAP-Preisliste (PKL, Preis- und Konditionsliste) zeigt deutlich, warum bei den SAP-Bestandskunden die Investitionen steigen müssen: Die Funktionalität vieler SAP-Software-Komponenten wird fortlaufend reduziert.

SAP NetWeaver Engines, die früher eine hohe Anzahl von Funktionen aufwiesen, sind heute auf einzelne Aufgaben spezialisiert. Diese Spezialisierung vieler SAP-Software-Komponenten bedingt aber eine höhere Anzahl an SAP-Software.

Aus der Notwendigkeit, mehr SAP-Software zu lizenzieren, um einen ähnlichen Funktionsumfang wie in der Vergangenheit zu erzielen, entwickelt sich für die meisten SAP-Bestandskunden auch ein höheres SAP-Budget.

Mehr finanzielle Ressourcen für den SAP-Bereich muss demnach nicht bedeuten, dass die SAP-Bestandskunden nun verstärkt in innovative Themen wie IoT, KI oder das SAP´sche Leonardo investieren.

Die meisten Budgetmittel werden wahrscheinlich für den abermals teureren SAP-Betrieb notwendig sein, denn neben teurerer SAP-Software bei geringerer Funktionalität steigen natürlich auch die SAP-Beraterpreise am Markt aufgrund der S/4-Transformation.

Bis 2025 sollte die Transformation auf das neue ERP abgeschlossen sein und schon jetzt herrscht ein Mangel an Fachleuten und externen Beratern. Der Personalkosten steigen, was eben auch ein höheres IT/SAP-Budget bedingt.

Teilweise können sich die SAP-Bestandskunden gegen den Trend der teuren SAP-Software zu Wehr setzen: Bereits vor vielen Jahren haben die Analysten von Gartner empfohlen, unter keinen Umständen alte SAP-Softwareverträge zu kündigen.

In den alten SAP-Verträgen stecken noch NetWeaver-Engine-Lizenzen und Professional-User-Lizenzen mit sehr umfangreichen Funktionen. Diese alten Lizenzen sind noch immer gültig, wenn man als SAP-Bestandskunde in der Zwischenzeit keine neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) unterschrieben hat.

Mit alten Lizenzen und einem guten Lizenzmanagement lassen sich jetzt und in Zukunft hohe IT-Kosten vermeiden und das gestiegene SAP-Budget kann für innovative Aufgaben verwendet werden.

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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