MAG 1603 Szene

Digitalisierung ohne Innovation?

2016
Geschrieben von E-3 Magazin

Die meisten Unternehmen sind im Moment laut der aktuellen Capgemini-IT-Trends-Studie noch damit beschäftigt, Informationen und Prozesse digital abzubilden und zu vernetzen, haben aber noch keine Vorstellung davon, wie sie auf dieser Basis neue Produkte und Services entwickeln.

In diesem Jahr geben CIOs im deutschsprachigen Raum weniger Geld für Innovationen aus: Nicht nur das Budget für Neugestaltung und Ersatz der IT sinkt von anteilig 20,9 Prozent auf jetzt 16,6 Prozent, sondern auch die Ausgaben für die Evaluierung von Innovationen (2015: 9,1 Prozent, Budget 2016: 7,8 Prozent).

Der Rückgang überrascht angesichts der Tatsache, dass 52,3 Prozent der CIOs den Ausbau der Digitalisierung als eines ihrer wichtigsten Ziele in diesem Jahr bezeichnen. Sie setzen dabei im Moment aber offenbar weniger auf Innovationen, sondern gehen die Digitalisierung über die Vernetzung von Informationen und Prozessen sowie die Analyse ihrer Daten an. Das zeigt die Korrelation zum Anstieg der Big-Data-Nutzung.

Digitalisierung fehlen Fachkräfte

Die Digitalisierung bereitet aber auch immer mehr CIOs Probleme (2015: 41,0 Prozent, 2016: 60,3 Prozent). Die größte Hürde ist nach wie vor der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, insbesondere für Internet-of-Things-Technologien, Big Data Analytics und mobile Technologien.

Darüber hinaus fehlt trotz der guten Unterstützung durch das Topmanagement in vielen Fällen die übergreifende Planung. Probleme bereiten außerdem unflexible Geschäftsprozesse und starre Organisationsstrukturen.

Mehr Big Data

Die Digitalisierung schlägt sich auch in der zunehmenden Nutzung von Big Data nieder. Inzwischen betreiben 15,9 Prozent der Teilnehmer mehrere Anwendungen (Vorjahr 11,0 Prozent) und 8,0 Prozent ein System (Vorjahr 8,8 Prozent).

Spitzenreiter beim Big-Data-Einsatz sind wie im Vorjahr die Finanzdienstleister. Das produzierende Gewerbe und die Automobilindustrie holen allerdings auf. Die große Mehrheit realisiert ihre Projekte in Zusammenarbeit mit externen Partnern (85 Prozent).

Top: Sicherheit

Die ersten Plätze auf der Liste der Toptechnologien des Jahres belegen Applikations-Portfolio-Rationalisierung, Privacy by Design, BYOx-Security, Security Automation und Cloud-Security. Obwohl vier der fünf Topthemen mit Sicherheit zu tun haben, ist die Bedeutung der IT-Sicherheit insgesamt gefallen.

Der extrem hohe Wert des vergangenen Jahres wurde nicht wieder erreicht, was sowohl mit der subjektiven Wahrnehmung der Bedrohungslage zusammenhängt als auch mit dem zunehmenden Reifegrad von Sicherheitslösungen. Die Flops des Jahres sind Mobile Payment, mobile Services für Fahrzeuge, Wearables, Robotic Process Automation und Gamification.

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