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Die Zukunft ist hybrid

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Geschrieben von E-3 Magazin

Laut einer globalen Umfrage sieht die Mehrheit der IT-Entscheider die Hybrid Cloud als Zukunft der IT-Infrastrukturen an. Dies zeigt sich auch an Beispielen in der Praxis.

In einer NetApp-Umfrage planen drei Viertel der befragten Kunden, die Unternehmensinfrastruktur auf absehbare Zeit in hybriden Cloud-Umgebungen zu betreiben. Gründe dafür sind die wachsenden Geschäftsanforderungen an Innovation sowie die Optimierung des Betriebs bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, dass Unternehmen weltweit die Vorteile einer hybriden Cloud-Umgebung erkennen und nutzen wollen. 26 Prozent der Befragten nannten eine schnellere Innovation als Grund für die Migration. Ein Viertel überzeugt zudem die erhöhte Reaktionsfähigkeit gegenüber Kunden und 22 Prozent möchten von einer verbesserten Zusammenarbeit profitieren.

Zu den betrieblichen Faktoren, die für die Hybrid Cloud sprechen, zählt vor allem die Verbesserung der Flexibilität und Skalierbarkeit (27 Prozent). Hybride Cloud-Konzepte ermöglichen den IT-Teams den Zugang zu On-Demand- und innovativen Technologien, die von der öffentlichen Cloud angeboten werden, während sie gleichzeitig die bestehenden Systeme weiternutzen, die zuverlässig on-premises laufen. Für 21 Prozent spielt die Kostenoptimierung eine Rolle, für 13 Prozent die erhöhte Datenverfügbarkeit. Der populärste Einsatzbereich ist die Datensicherung (einschließlich Disaster Recovery, Back-up und Archivierung). Wobei 20 Prozent der Befragten die hybride Cloud stärker als gedacht für Produktionsanwendungen nutzen wollen.

„Geschwindigkeit ist der neue Maßstab. IT-Führungskräfte weltweit treiben die digitale Transformation voran. Um der Konkurrenz voraus zu sein und unmittelbare Geschäftserfolge zu erzielen, benötigen sie Agilität und Flexibilität“, sagt Ronen Schwartz, General Manager und Senior Vice President von Cloud Volumes bei Net-App. „Unternehmen setzen auf hybride Cloud-Modelle, um IT-Ressourcen effektiv zu skalieren und geschäftskritische Applikationen und Workloads zu unterstützen.“

Bestätigung in der Praxis

Ein Hinweis darauf, dass Unternehmen verstärkt auf Hybrid und Multi-Cloud setzen, zeigt sich zum Beispiel in den Quartalszahlen von Suse, einem auf Open Source und Cloud spezialisierten Unternehmen. Das vierte Quartal 2021 übertraf die Erwartungen und die mit den Q3-Ergebnissen veröffentlichte revidierte Prognose. Der bereinigte Umsatz lag im vierten Quartal bei 154 Millionen US-Dollar, im Gesamtjahr bei 575,9 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 15 Prozent im Quartal und Gesamtjahr entspricht. Dieses Wachstum entspringt laut Suse selbst vor allem der zunehmenden Nutzung von hybriden und Multi-Cloud-Architekturen.

Unternehmen setzen auch vermehrt cloudnative Technologien wie Kubernetes und Container-Management-Technologien ein, um die Implementierung und Steuerung von Anwendungen in hybriden und Multi-Cloud-Infrastrukturen zu verein-fachen. Als einen weiteren Punkt nennt Suse das Wachstum im Bereich Edge Computing. Dieses findet außerhalb der Cloud und der lokalen Rechenzentren statt und umfasst eine breite Palette von Anwendungen, die in Autos, in Geräten des Gesundheitswesens, in Fabriken, Einzelhandelsgeschäften und anderen Bereichen eingesetzt werden.

Übernahmen häufen sich

Wer nicht aus eigener Kraft am Cloud-Markt wächst, für den stellen Übernahmen und Fusionen eine gewinnversprechende Alternative dar. Auch hier tut sich einiges im Cloud-Bereich. Gerade 2021 war für Akquisitionen in der IT-Services-Branche ein Rekordjahr. Im vergangenen Jahr wurden 47 Prozent mehr Transaktionen getätigt als 2020, insgesamt 190. Der Wert dieser Transaktionen stieg sogar um 63 Prozent. Verfügbares Kapital, das während der Pandemie angespart wurde, niedrige Zinssätze und eine starke Nachfrage nach Services für die digitale Transformation waren die wichtigsten Treiber, die zu diesem Rekordjahr führten.

Am aktivsten waren 2021 die IT-Serviceanbieter Accenture, Deloitte, IBM, Atos und Tech Mahindra, die dabei insbesondere auf andere IT-Dienstleister abzielten. In diesem Marktsegment stehen vor allem Cloud-Engineering, Cybersicherheit und Datenanalytik im Fokus – Fähigkeiten, die wegen der aktuellen digitalen Transformation von Anwenderunternehmen besonders stark nachgefragt werden.

Nicht zu vergessen ist die Rolle von Beteiligungsgesellschaften bei Fusionen und Übernahmen in der Technologie- und IT-Branche. 2021 waren solche Private-
Equity-Firmen an sieben Transaktionen im Wert von jeweils über einer Milliarde US-Dollar beteiligt. So übernahm KKR das Unternehmen Ensono, I Squared Capital erwarb Kio Networks, den größten mexikanischen Rechenzentrumsbetreiber, und kurz vor Jahresende erwarb Advent International das Digital-Engineering-Unternehmen Encora.

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