Mag 22-04 Szene

Die Transformation richtig konzipieren

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Wer Innovation möchte, kommt um S/4 Hana nicht herum. SAP will Unternehmen den Wechsel mit Rise with SAP möglichst einfach machen. Aber im Umzugspaket können Elemente fehlen, die für die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen entscheidend sind.

Wer sich für S/4 Hana in der Cloud entscheidet, hat die Wahl zwischen Rise with SAP oder einer Direct Cloud mittels eines Dienstleisters. Viele Managed-Services-Provider (MSP) bieten Hosting und Betrieb einer S/4-Cloud sowie damit verbundene Dienstleistungen an. Rise ist dagegen ein SAP-eigenes Angebotspaket. Es umfasst ein Cloud-ERP, das entweder in einem SAP-Rechenzentrum oder bei einem Hyperscaler gehostet wird, den der Kunde auswählen kann. SAP übernimmt die Betriebsverantwortung und bietet technischen Support. SAP bietet zwar auch Managed Services, bei Weitem jedoch nicht in dem Umfang wie ein MSP. In Rise enthalten sind lediglich der SAP-Basisbetrieb und der technische Support für die SAP-Plattform. Das umfasst jedoch nicht die Peripherie.

Auch im Hinblick auf die Lizenzierung gibt es einiges zu beachten. Rise ist ein Cloud-Angebot, das Software, Hosting und Betrieb in einer Lizenz umfasst und im mit SAP vereinbarten Abo-Modell abgerechnet wird. Das vereinfacht einerseits das Lizenzmanagement, schränkt andererseits aber die Flexibilität ein. Bei einer S/4-Cloud, die von einem MSP gehostet und betrieben wird, können Unternehmen dagegen individuelle Verträge mit Hyperscalern und Dienstleistern aushandeln sowie Lizenzen über die gesamte IT-Infrastruktur hinweg optimieren. 

Die Rise-Plattform unterscheidet sich zum Teil erheblich von den Angeboten der MSPs – vor allem im Hinblick auf ein eventuell immer noch notwendiges Customizing. Die meisten Unternehmen haben ihre SAP-Landschaft über die Jahre hinweg stark individualisiert. Rise standardisiert dagegen an vielen Stellen. Es mag durchaus erstrebenswert sein, wieder zu den von SAP programmierten Standards zurückzukehren, um Prozesse zu verschlanken. Häufig haben Unternehmen jedoch spezifische Anpassungen vorgenommen, auf die sie nicht verzichten können. Falls das SAP-Paket den Bedarf nicht voll abdeckt, müssen sich Unternehmen selbst darum kümmern, die Lücken zu schließen. 

Sowohl bei Rise als auch bei der Direct Cloud mittels eines Dienstleisters können Kunden wählen, wo die S/4-Cloud gehostet werden soll. Unternehmen, die bereits eine Cloud-Strategie verfolgen, entscheiden sich in der Regel für das Hosting bei einem Hyperscaler, da sie die SAP-Plattform so besser in ihre bestehende Architektur integrieren können.

Bei der Wahl des Hyperscalers sollten Unternehmen vor allem ihr technisches Umfeld berücksichtigen. Bei Themen wie KI, Big Data, Analytics oder IoT-Unterstützung unterscheiden sich die Cloud-Provider im Detail. Ein Dienstleister kann helfen, den eigenen Bedarf zu analysieren, Vor- und Nachteile der verschiedenen Hyperscaler abzuwägen und die beste Option auszuwählen. Zwar ist es technisch möglich, die S/4-Cloud zu einem späteren Zeitpunkt wieder umzuziehen, das bringt jedoch erheblichen Aufwand und Kosten mit sich.

Der Wechsel auf S/4 ist für Unternehmen eine große Chance, ihre Digitalisierung voranzubringen und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Ob das SAP-Paket Rise für den Umstieg geeignet ist, hängt immer vom Einzelfall ab.

Über den Autor

Sören Genzler, SoftwareOne

Sören Genzler, SAP Solutions DACH, SoftwareOne

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