Chefredakteur-Blog

Die neuen, digitalen Zwillinge: Siemens und Nvidia

Es ist ein weiteres Deja-vu. Statt aus Leonardo eine digitale Zukunftsplattform für Industrie 4.0 zu machen, versucht SAP-Chef Christian Klein mit seiner Idee „Rise with SAP“ die eigenen Bestandskunden in die Cloud zu heben.

Anstatt mutig und innovativ voranzuschreiten und für die SAP-Community ein Konzept für ERP/MES-Digital-Twins auf Basis von Leonardo zu entwickeln, verzettelt sich Christian Klein in administrativen ERP-Aufgaben und betreibt lediglich Reparaturdienstverhalten.

Andere machen es besser: Eine Partnerschaft unter dem Dach von Siemens wurde mit Chip-Herstellt Nvidia besiegelt. Ziel ist es, ein industrielles Metaversum zu schaffen und den Einsatz mit künstlicher Intelligenz betriebener Digital-Twin-Technik weiter voranzutreiben. Wer aus der SAP-Community nun ein SAP-Leonardo-Deja-vu hat, der liegt richtig. Mit der Partnerschaft heben Siemens und Nvidia die industrielle Automatisierung auf ein neues Niveau. Als ersten Schritt der Zusammenarbeit planen die Unternehmen, die offene Business-Plattform Siemens Xcelerator und Nvidia Omniverse, eine Plattform für 3D-Design und Zusammenarbeit, zu verknüpfen. Damit wird ein industrielles Metaversum mit physikalisch gestützten digitalen Modellen von Siemens in Kombination mit KI-gestützter, physikalisch genauer Echtzeitsimulation möglich. Es soll Unternehmen ermöglichen, bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen.

Trotz hoher Investitionen befindet sich aber mehr als die Hälfte der 700 weltweit befragten Unternehmen noch in einem sehr frühen Stadium der Implementierung digitaler Systeme und Technologien. Das geht aus der Digital Factory Transformation Survey 2022 hervor, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC anlässlich der Hannover-Messe dieses Jahr veröffentlicht hat. Wo früher Kostensenkung und Effizienz im Vordergrund standen, rücken heute Flexibilität und Resilienz in den Vordergrund. Siemens startet unter dem Namen Xcelerator eine offene digitale Business-Plattform. Diese ermöglicht es Kunden jeglicher Größe in den Bereichen Industrie, Gebäude, Netze und Mobilität, ihre digitale Transformation zu beschleunigen und die Wertschöpfung zu steigern.

Die Business-Plattform macht die digitale Transformation einfacher, schneller und skalierbar. Sie umfasst drei Eckpfeiler: ein ausgewähltes Portfolio von Hardware für das Internet der Dinge (IoT), Software und digitale Angebote von Siemens und zertifizierten Drittanbietern, ein sich kontinuierlich weiterentwickelndes Partnerökosystem sowie einen wachsenden Marktplatz, der Interaktionen und Transaktionen zwischen Kunden, Partnern und Entwicklern erleichtert.

Mit Xcelerator überholt Siemens den ERP-Weltmarktführer SAP. Nach der Niederlage im CRM-Markt gegen Salesforce und das Hintanstellen im Cloud-Markt hinter Microsoft, Google und AWS, verliert nur SAP abermals auf dem Gebiet Industrie 4.0 das Momentum. Letztendlich wird für SAP eine ERP-Back-Office-Funktion übrigbleiben, denn die innovativen Themen besetzen immer mehr die Mitbewerber.

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter pmf@b4bmedia.net | Tel.: +49(0)8654 77130-21

Hinterlassen Sie einen Kommentar