Die Meinung der SAP-Community E-Commerce Kolumne MAG 1905

Die neuen Agenturen

Shopping Cart and Stars
Geschrieben von Michael Kramer, IBM

Zu den neuen Trends gehört auch das „Sterben“ der traditionellen (Werbe-)Agenturen. Sie werden von vielen Seiten bedrängt und können nur das Credo der Industrie befolgen: „Up or out“.

Ich schrieb in einer vorigen Kolumne über „MarTech“ als Zusammenschluss von Marketing und Technologie als Weiterentwicklung von „AdTech“. Nun ein weiterer neuer Begriff, nämlich „Consulgencies“.

Dies kommt heraus, wenn Marke­tingagenturen die heutigen technischen Möglichkeiten für ihre Kunden nutzen. Dies sind vor allem KI, Big Data, die zunehmende Systemintegration und weitere technische Möglichkeiten wie Augmented Reality.

Marketingagenturen müssen stark investieren, um ihren Kunden das notwendige technische Portfolio im Rahmen ihrer Leistungen anbieten zu können. Warum das so wichtig ist, zeigt u. a. die Verteilung des Marketingbudgets.

Fujitsu

2017 gingen bereits 25 Prozent des gesamten Werbeumsatzes an Google (18 Prozent) und Facebook (7 Prozent). Des gesamten Umsatzes, wohlgemerkt. Bezogen auf Onlinewerbeumsatz war der Anteil der beiden Anbieter bei 61 Prozent (Quelle WARC).

Wie Sie sehen, hat sich der Markt in den vergangenen Jahren deutlich auf Online und dort auf eine geringe Anzahl an Anbietern konzentriert. Sich zu differenzieren und noch gesehen und gehört zu werden erfordert einen hohen Aufwand.

Da Onlinewerbung per se auch stärker international ausgerichtet ist und Onlinehandel Internationalisierung vereinfacht, treffen Sie auf immer größere – und damit in mehr Märkten beheimatete – Agenturen.

Und auch hier hat sich das Bild rapide verändert. Zu den zehn größten Marketingagenturen (siehe Ad Age’s 2017 Ranking) gehören Firmen wie Publicis Groupe, Omnicom oder WPP.

Hätten Sie gedacht, dass nun auch die Consultinganbieter PwC, Deloitte und Accenture hier zu finden sind? Oder dass IBM inzwischen zu diesem Kreis der größten Marketingagenturen der Welt gehört?

Durch den Kauf von ecx.io und Aperto und deren Integration in die eigene Consultingorganisation GBS ist IBM in diesem Umfeld stark gewachsen.

Damit ändert sich auch die Arbeitsweise für Sie als Kunden. Die Technologie wird mehr und mehr von den Marketingagenturen zur Verfügung gestellt, die zu Ihrem SAP-System nur noch Schnittstellen benötigen.

Die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Kampagnen erfolgt bei der Agentur, die Ihnen die Ergebnisse wieder zuspielt. Der nächste logische Schritt kann die Verbindung von Marketingkampagnen und klassischer Werbung sein.

Erst wenn alle Kommunikationsmaßnahmen entlang der Customer Journey integriert sind, wird für Sie als Kunde die Komplexität verringert werden und Sie können sich wieder ganz auf Ihre Kreativität konzentrieren.

Folgen Sie mir auf Twitter: @michaelfkramer

Über den Autor

Michael Kramer, IBM

Michael Kramer ist Channel Sales Leader DACH bei Cognitive Engagement Solutions - Watson Commerce & Marketing.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

AdvertDie Meinung 2