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Der Arbeitsplatz der Zukunft

Eine alternde Bevölkerung, ein verschärfter Wettbewerb und Produktivitätsverluste durch die Pandemie beschleunigen den Einsatz von Automatisierung und hybriden Arbeitsmodellen in Europa.
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20. April 2022

Eine Mischung aus Arbeit am festen Arbeitsplatz und anderen Orten wie dem Homeoffice wird für deutsche Unternehmen zunehmend zu einem Muss. Dies meldet der neue „ISG Provider Lens Future of Work – Services and Solutions Report Germany 2021“ der Information Services Group (ISG). Vorreiter sind dabei Branchen mit einem hohen Anteil an Büroarbeitsplätzen wie zum Beispiel Banken und Versicherungen sowie die IT-Industrie. Zugleich führt die Studie aus, dass Mitarbeitern in höheren Positionen besonders häufig die Möglichkeit auf hybride Arbeitsmodelle eingeräumt wird.

Stetiger Wandel

Aufseiten der Anbieter von digitalen Arbeitsplatzlösungen hat dieser Trend laut Studie zu einem Wandel in ihrem Angebotsportfolio geführt. Die Provider offerieren nicht mehr nur vorrangig Technologielösungen. Vielmehr entwickeln sie sich zu Begleitern einer umfassenderen Transformation, welche auch den Wandel der gesamten Arbeitskultur in Unternehmen beinhaltet. „Homeoffice wird in Zukunft vor allem in Verbindung mit der Arbeit im Büro auftreten“, sagt Dario Maisto, Senior Consultant DACH bei ISG. „Denn hybrides Arbeiten verbindet die Vorteile beider Welten.“ Wichtig sei dabei, dass die Benutzererfahrung unabhängig vom jeweiligen Arbeitsort immer die bestmögliche sei. „Auf diese Weise können die Vorzüge des Homeoffice mit denen des Büros vereint werden: hier vor allem eine verbesserte Work-Life-Balance und dort der informelle und persönliche Austausch mit den Kollegen. Dies fördert wiederum den Teamgeist.“ Wichtig sei zudem ein ausreichend abgesichertes Homeoffice, vor allem wenn Mitarbeiter mit sensiblen Daten arbeiteten.

Manche Arbeitsplätze werden aber nicht ins Homeoffice verlegt, sondern in naher Zukunft gänzlich durch entsprechende Lösungen ersetzt werden. Forrester prognostiziert, dass 34 Prozent der europäischen Arbeitsplätze gefährdet sind und bis 2040 in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien zwölf Millionen Arbeitsplätze durch die Automatisierung verloren gehen werden. Die strenge Definition eines Arbeitsplatzes beginnt also zu bröckeln. Anstatt Automatisierung als Ersatz für einen Arbeitsplatz zu betrachten, gehen europäische Unternehmen dazu über, bei der Ausführung verschiedener Tätigkeiten sowohl menschliche als auch maschinelle Fähigkeiten zu bewerten. Das trifft auf Bereiche wie Verwaltung und Personalwesen oder die Gestaltung von Schulungs- und Weiterbildungsprogrammen zu.

Tickende Zeitbombe

Es werden zwar Arbeitsplätze verloren gehen, aber es werden auch neue entstehen und sich verändern, wenn neue Qualifikationen gefragt sind. Am stärksten wird sich der Verlust von europäischen Arbeitsplätzen durch Automatisierung im Großhandel, im Einzelhandel, im Verkehr, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Freizeitsektor bemerkbar machen. Gleichzeitig werden nachhaltige Energie und Automatisierung bis 2040 neun Millionen neue Arbeitsplätze in Europa schaffen, insbesondere in den Bereichen saubere Energie, saubere Gebäude und intelligente Städte. Zudem ist die alternde Bevölkerung Europas eine demografische Zeitbombe. 2050 wird es in den fünf untersuchten Ländern 30 Millionen Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter geben als im Jahr 2020.

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