Chefredakteur-Blog MAG 21-04

Dead-End-Code

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In eine Sackgasse geraten viele Anwender, die sich durch das vermeintlich einfache Programmieren mit No-Code/Low-Code-Werkzeugen zu Ausflügen in die Informatik hinreißen lassen. Mit lockeren Marketingsprüchen befeuert SAP diese Lust am Untergang.

Die Erfindung von Run-Simple-Programmiersprachen ist folgerichtig und begrüßenswert, aber das Werkzeug gehört in professionelle Hände! Ich wohne in einem Neubau mit Betonwänden und habe versucht, mit einer Hilti ein Loch für einen Dübel zu bohren – eigentlich bin ich schon beim richtigen Montieren des Bohrkopfs gescheitert.

Mein Schwager, von Beruf Maurer, hat mir ausgeholfen und in drei Minuten war der Job erledigt. Meine damalige Frau hat sich lange darüber amüsiert, dass ich Mühe hatte, den Werkzeugkoffer in die Wohnung zu bringen, während ihr Bruder die Hilti locker mit einer Hand jonglierte.

No-Code/Low-Code-Programmierung ist ein mächtiges Werkzeug in der Hand eines Informatikers – alle anderen können damit viel Schaden anrichten. SAP hat mittlerweile vier Varianten eines No-Code/Low-Code-Werkzeugs im Angebot.

Ein unerfahrener Anwender wird die qualifizierten Unterschiede kaum feststellen können. Das Ergebnis kann bestenfalls ein Dead-End-Code sein. SAP sollte verantwortungsbewusster und ehrlicher mit ihren Bestandskunden umgehen. Die Produkte in der SAP-PKL (Preis- und Konditionenliste) sind gut, sie gehören aber auch in die richtigen Hände.

Der SAP-Vertrieb scheut mitunter die konstruktive und kritische Auseinandersetzung mit der IT-Abteilung und erzählt den Fachabteilungen lieber Run-Simple-Märchen, das aber führt früher oder später immer in eine Sackgasse.

Über den Autor

Peter M. Färbinger, E-3 Magazin

Peter Färbinger, Herausgeber & Chefredakteur E-3 Magazin
B4Bmedia.net AG, Freilassing, Deutschland.
Erreichbar unter pmf@b4bmedia.net | Tel.: +49(0)8654 77130-21

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