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16. September 2022

Data Mesh - Daten besser nutzen

Die Dezentralisierung von Datenplattformen nimmt Fahrt auf. Das Data Mesh gilt als vielversprechendes Architekturparadigma, aber es besteht noch Nachholbedarf.
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Das Data Mesh etabliert sich zunehmend in deutschen Unternehmen als vorherrschendes Muster für Datenplattformen. Bereits 60 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden setzen in Zukunft auf das noch junge Architekturparadigma. 45 Prozent der Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitenden planen derzeit eine Einführung. Zu diesen Ergebnissen kommt die kürzlich erschienene Studie „Data Mesh – Nur ein Buzzword oder die nächste Generation der Unternehmensdatenplattform?“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Im Rahmen der Studie wurden 152 IT-Führungskräfte aus verschiedenen Branchen zum Reifegrad der Data- und Analytics-Fähigkeiten ihres Unternehmens und der Nutzung des Data-Mesh-Paradigmas befragt. 

Höhere Datenqualität und -verfügbarkeit

Im Gegensatz zu rein zentralen Ansätzen wie dem Data Warehouse und dem Data Lake ist das Data Mesh durch einen höheren Grad an Dezentralisierung gekennzeichnet. Die Verantwortung für die Erfassung und Pflege von Daten sowie darauf aufbauender Datenprodukte verlagert sich in die Fachbereiche, in denen die Daten entstehen – zum Beispiel in das Marketing oder die Buchhaltung. Gleichzeitig stellen eine Reihe von Richtlinien und zentrale Komponenten wie ein Datenkatalog und ein Datenmarktplatz sicher, dass bereitgestellte Daten und Datenprodukte innerhalb der gesamten Organisation möglichst einfach nutzbar sind.

Den Umfrageergebnissen zufolge agieren große Unternehmen bei der Modernisierung der Datenplattformen als Vorreiter: 23 Prozent nutzen bereits ein Data Mesh, 37 Prozent befinden sich in der Implementierungsphase und weitere 27 Prozent planen eine Einführung. Bei Unternehmen mit 500 bis 1000 Mitarbeitenden haben zwar erst 7 Prozent ein Data Mesh implementiert und 27 Prozent erste konkrete Umsetzungsschritte gestartet. Dafür planen 45 Prozent derzeit die Einführung eines Data Mesh.

Nachholbedarf beim Self-Service

Die Modernisierung der Datenplattformen soll dazu beitragen, stärker als bisher wirtschaftlichen Nutzen aus Daten zu ziehen und bisherige Herausforderungen dabei zu lösen. Mehr als die Hälfte der Befragten sieht aktuell die größte Herausforderung in der Sicherstellung einer ausreichenden Datenqualität. Den Umgang mit komplexen neuen Technologien bewerten 49 Prozent als herausfordernd, während 43 Prozent die Verfügbarkeit von Daten und 41 Prozent den kompetenten Umgang damit – die sogenannte Data Literacy – als größte Hürden empfinden.

Darüber hinaus gibt es bislang nur wenige Unternehmen, die konsequent allen Mitarbeitenden einfach nutzbare Data- und Analytics-Lösungen bereitstellen. Zwar verfügen 90 Prozent der Firmen bereits über spezialisierte Teams für Datenanalysen, bei denen Mitarbeitende aus Geschäftsbereichen diese Lösungen anfordern können. Lediglich 8 Prozent der Unternehmen ermöglichen es jedoch ihren Mitarbeitenden, auch eigenständig Datenanalysen vorzunehmen.

Unterschätzte Veränderungen 

Die Erwartungen an die positiven Effekte einer Data-Mesh-Einführung sind hoch. 55 Prozent der Befragten rechnen mit einer höheren Datenqualität und der Umsetzung einer größeren Zahl datengetriebener Anwendungsfälle. 51 Prozent erhoffen sich verlässlichere Daten und 47 Prozent erwarten eine bessere Zusammenarbeit von Teams.

In Hinblick auf die Veränderungen, mit denen die befragten IT-Verantwortlichen rechnen, dominiert eine technikzentrierte Sicht. So erwarten 69 Prozent Veränderungen in Hinblick auf Technik und Architektur, 61 Prozent rechnen mit Anpassungen von Prozessen und Governance-Strukturen. Weniger als die Hälfte ist hingegen auf Veränderungen bezüglich der Organisation sowie der Menschen und Skills eingestellt. Lediglich 34 Prozent gehen von Auswirkungen auf die Arbeitskultur aus – obwohl gerade die Anpassung von Arbeitsweisen in Fachabteilungen außerhalb der IT einen wesentlichen Erfolgsfaktor des dezentralen Data-Mesh-Konzepts darstellt.

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