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Data Conversion

Im Hintergrund bahnt sich wahrscheinlich der größte ERP-Wechsel der IT-Geschichte an. Dagegen war der Versionswechsel vom Mainframe-basierten SAP R/2 zum dreistufigen Client-Server-System SAP R/3 nur ein lauer Frühlingswind.
Data conversion

Der aktuelle Releasewechsel, von SAP vorerst Conversion betitelt, wird langsam, aber gewaltig in der globalen IT-Szene seine Spuren hinterlassen. Was dieses Jahr beginnt, wird 2025 seinen Höhepunkt erreichen. Die neue Conversion wird nachhaltig, weil alle ERP-Daten davon betroffen sein werden – somit geht diese „Data Conversion“ weit über die Grenzen der SAP-Community hinaus. SAP wird diesen Meilenstein nicht allein bewältigen.

Data Lakes sind gescheiterte Versuche aus der Vergangenheit. Ähnlich dem Metaverse von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird es einen neuen Metaraum für Daten geben. Die Analysten von Gartner haben mit den Begriffen Data Fabric und Composability bereits den Weg vorgegeben. Data Migration International, DMI, aus der Schweiz ist am besten Weg, mit JiVS das singuläre Werkzeug für diese Data Conversion zu werden.

„Der Erfolg digitaler Unternehmen hängt maßgeblich von der Modernisierung ihrer IT ab“, postuliert DMI-Gründer und CEO Thomas Failer gleich zu Beginn seines Gesprächs mit dem E-3 Magazin. „Insbesondere kommt es dabei auf die saubere Trennung der verschiedenen Schichten im Technologie-Stack an, angefangen von der Ebene der Hardware bis hinauf zur Darstellungs- und Nutzungsebene, neudeutsch Experience Layer. Nur wenn die Schichten sauber getrennt sind, lassen sie sich unabhängig voneinander managen und betreiben. Das bringt eine weit höhere Flexibilität. Silos lösen sich auf, während sich die einzelnen Teile der verschiedenen Schichten besser miteinander kombinieren und wiederverwenden lassen. Diese Trennung ist aus meiner persönlichen Sicht eine wesentliche Voraussetzung dafür, was Gartner eine Composable Business Architecture nennt. Damit ist ein Unternehmen jederzeit in der Lage, seine Ressourcen flexibel an sich verändernde Bedingungen anzupassen und neu zusammenzusetzen.“

Die Notwendigkeit einer digitalen Transformation hat SAP folgerichtig bereits vor vielen Jahren erkannt. Der ERP-Weltmarktführer war aber durch seine R/3-Vergangenheit zu sehr auf Algorithmen konzentriert – Geschäftsprozesse in Abap programmiert. Sehr wohl wurde bei SAP erkannt, dass ein neues ERP auch eine innovative Datenplattform braucht: Es entstand die In-memory-Computing-Datenbank Hana. Einen wesentlichen Schwerpunkt legte SAP auf die Verschlankung des Systems selbst: Neue Algorithmen wurden programmiert und zahlreiche Abap-Tabellen eliminiert. Der Composability wurde zu wenig Beachtung geschenkt und das Gartner-Konzept Data Fabric mit dem SAP’schen Data Hub schlecht customizet. Eine sinnvolle Trennung, Orchestrierung und Harmonisierung von Layern im Technologie-Stack wurden durch ein unglückseliges Junktimieren von S/4 und Hana konterkariert.

Den ERP-Daten selbst wurde nur bedingt Bedeutung beigemessen: Das Projekt Data Hub war schlecht aufgesetzt und scheiterte. Frustriert verließen zahlreiche Experten den ERP-Konzern. Mit Hana hat SAP eine sehr interessante Datenplattform für das operative Management von ERP-Daten geschaffen, aber dieses Konzept greift zu kurz. Im SAP-Universum fehlt die ganzheitliche Sichtweise auf die Unternehmensdaten in einem B2B2C-Umfeld. Hierbei hat SAP-Partner DMI den größeren Horizont, einen sehr weiten Blick in die Zukunft und damit das wesentlich bessere Konzept für die anstehende Data Conversion.

„Die Chancen überwiegen die Risiken“, meint Thomas Failer zur anstehenden Transformation bei den SAP-Bestandskunden. „Die Transformation auf SAP S/4 Hana stellt eine einmalige Gelegenheit dar, die eigene IT grundlegend zu modernisieren, also das bereits genannte Schichtenmodell einzuführen, das sauber zwischen den einzelnen Ebenen trennt. Das Vorbild ist hier die Cloud, und zwar von der Infrastruktur bis hinauf zu Betrieb und Management cloudnativer Applikationen und Services, die eher spezifische Aufgaben bewältigen und sich immer wieder neu miteinander kombinieren und wiederverwenden lassen. Es ist diese neue Art, IT bereitzustellen, zu betreiben und zu nutzen, welche die Cloud auszeichnet. Das ist unabhängig von der Frage zu betrachten, wo diese moderne Art der IT implementiert und betrieben wird. Dieser Ort kann genauso gut im eigenen Rechenzentrum sein. Insofern ist die SAP mit ihrer neuen Softwaregeneration tatsächlich eine Cloud-Company, unabhängig davon, ob die Investoren und Anleger das bereits verinnerlicht haben.“

Datenhoheit entscheidet

Der Mehrwert eines jeden IT-Systems – ERP, SCM, HCM, CRM – liegt in den Daten, somit steht auch die Data Conversion im Zentrum aller weiterführenden Überlegungen. Was plant demnach DMI in den kommenden Monaten, um die Unternehmen in dieser Transformation noch besser zu unterstützen?

Thomas Failer: „Vereinfachung, Automatisierung, Integration – das sind die wichtigsten Punkte auf unserer Roadmap. Wir haben schon bald einige Ankündigungen zu spannenden Neuerungen auf Basis unseres Produkts JiVS IMP zu machen, die wir in einer der kommenden Ausgaben des E-3 Magazins im Detail vorstellen werden. Damit die SAP-Bestandskunden noch einfacher und schneller in der neuen SAP-Welt ankommen und ihre digitale Transformation beschleunigen und optimieren können.“

Mit der Modernisierung einher geht die einmalige Chance, Inventur zu machen und aufzuräumen. Die aktuellen SAP-Systeme laufen seit 20 Jahren und mehr, wurden immer wieder angepasst, migriert und weiterentwickelt. „Stellen Sie sich vor, wie viele Buchungskreise, Werke, Geschäftsobjekte und Daten in einem zukünftigen S/4 nicht mehr bearbeitet und verändert werden müssen“, gibt DMI-CEO Failer zu bedenken. „Wir gehen davon aus und unsere Erfahrungen mit Kunden zeigen es, dass wir hier in der Regel von 90 Prozent der Daten und 50 Prozent der Businessobjekte sprechen, die sich anders als bislang bewirtschaften lassen, also außerhalb von SAP. Selbst -Herakles könnte den Augiasstall nicht besser ausmisten! Essenziell aber ist hier die Unterscheidung zwischen Verarbeiten und Brauchen. Denn gebraucht werden historische Informationen zusammen mit ihrem Geschäftskontext natürlich auch weiterhin.“

Holistische Datensicht

Daten müssen und dürfen teilweise nicht mehr verändert werden. Von Nutzen sind sie trotzdem weiterhin und dies angesichts der Analysemöglichkeiten in einem durchwegs digitalisierten Unternehmen mehr denn je. „Erst durch die klare Trennung der Schichten, von der ich gesprochen habe, können SAP-Bestandskunden von ihren Informationen und den Erkenntnissen, die sie aus deren Analyse ziehen, in vollem Umfang profitieren“, erklärt Thomas Failer und ergänzt: „Alle wissen um den Wert von Daten. Aber zeigen Sie mir ein Big-Data- oder Analytics-Projekt, dem es gelungen wäre, alle Daten, also auch und gerade die historischen, aus den Silos und Archiven herauszuholen und deren Wertschöpfungspotenzial zu erschließen. Es wird viel mehr darüber geredet, als dass die Verantwortlichen tatsächlich in diese Richtung konsequent und mit Nachdruck planen und handeln.“

Eine Umfrage der IG SAP aus der Schweiz erscheint besonders aufschlussreich: Demnach wissen CIOs, dass Daten wichtig sind, aber nur fünf Prozent kümmern sich tatsächlich darum. Für den Studienleiter Peter Hartmann von der IG SAP Schweiz ist es eine Tatsache, dass der in Rise with SAP enthaltene Ansatz einer gesamtheitlichen Sicht auf Geschäftsprozesse, Daten und Technologien bereits in vielen IT/SAP-Bereichen in den Unternehmen etabliert ist. Da kann ein integriertes Zusammenspiel mit SAP positiv erscheinen.

Aber DMI-CEO Failer beobachtet, dass viele Big-Data-Projekte, vielleicht sogar die meisten, versandet sind, wenn von einzelnen Anwendungsfällen wie Predictive Maintenance abgesehen wird, die aber weitgehend -außerhalb der ERP-Landschaft stattfinden. „Sie mündeten in der Regel in Projekte, in denen sogenannte Data Lakes eingerichtet wurden“, analysiert Failer und präzisiert: „Aber da ein zentraler Datenspeicher allein aus geschäftlicher Sicht keinen oder nur geringen Nutzen stiftet, ist den vollmundigen Ankündigungen nur wenig gefolgt.“

Aus DMI-Sicht ist es vollkommen klar: Daten, ob strukturiert oder unstrukturiert, brauchen einen Kontext, damit sie eine Bedeutung haben. Erst dann lässt sich entscheiden, ob diese Bedeutung geschäfts-relevant ist oder nicht. Dazu Thomas Failer: „Wegen der Dimension der Bedeutung hängt der Erfolg jeder Art von Big-Data- oder Analytics-Projekten davon ab, dass die Datenverantwortlichen von Anfang an mit im Boot sind. Dazu zählen Datenwissenschaftler genauso wie Fachanwender, die diese Daten erzeugen und bearbeiten. Und natürlich müssen die CIOs Sponsoren dieser Projekte sein und die Gesamtverantwortung tragen. Mit anderen Worten: Auf organisatorischer Ebene müssen diese Projekte ganzheitlich betrachtet, geplant und umgesetzt werden. Das ist umso wichtiger, als Projektteams und Datenverantwortliche dazu neigen, in Silos zu denken.“

Globale Datentransformation

Transformationsprojekte im Green-, Brown- oder Bluefield-Stil sind ins Stocken geraten. Es ergibt sich folgendes Bild: SAP-Bestandskunden suchen nach personellen und fachlichen Ressourcen, die am Markt fehlen. Sie suchen nach Lösungen, um die Altsysteme möglichst weit zurückzubauen, anstatt sie stillzulegen. Sie suchen nach Methoden, die historischen Daten zumindest zu einem großen Teil zu transformieren und in die neue Systemwelt zu migrieren, obwohl sie nur für den ungehinderten Zugriff darauf inklusive ihres Geschäftskontexts sorgen müssen. „Und sie beschränken die Projekte allein auf die SAP-Daten, anstatt von Anfang an auch die historischen Informationen aus Non-SAP-Systemen zu berücksichtigen“, warnt DMI-Gründer Thomas Failer.

Solange SAP-Bestandskunden davon ausgehen, dass der Kontext von Daten fest mit der Applikationsebene verwachsen ist, droht keine Gefahr. „Eine separate Datenschicht für historische Informationen sollte einem Datengewebe gleichen. Darunter verstehe ich eine Art kunstvoll gewebten Stoff, der sich perfekt an den Körper seines Trägers anschmiegt. Zudem lassen sich die verschiedenen Fäden des Stoffs wieder lösen und neu zusammenbinden, falls sich die Figur ändern sollte. Die Passgenauigkeit bei gleichzeitiger Anpassbarkeit ist die Stärke einer separaten Datenschicht und damit das Gegenteil eines gordischen Knotens. Anders ausgedrückt lebt eine separate Datenschicht, die einem Gewebe gleicht, nicht nur von den Daten selbst, sondern genauso von deren Kontext“, definiert Thomas Failer den Gartner-Begriff Data Fabric für die SAP-Community.

„Integration ist in der Tat ein wichtiger Aspekt, aber nicht der einzige“, beschreibt Failer die aktuelle Situation. „Denn um Daten unternehmensweit für Analysen und breite Nutzerkreise zugänglich zu machen, müssen die Systeme, die sie beherbergen, miteinander verbunden werden. Und die Zahl der Verbindungen steigt exponentiell im Verhältnis zur Zahl der zu verbindenden Systeme. Deshalb spielt es vom Aufwand her betrachtet durchaus eine Rolle, wie viele Systeme miteinander integriert werden müssen. Mit anderen Worten: Ja, Integrationsfähigkeit ist wichtig, aber mindestens ebenso entscheidend ist es, die Zahl der zu integrierenden Systeme zu verringern.“

Aus rechtlichen Gründen können und dürfen ERP-Anwender die Daten für definierte Zeiträume nicht ändern. Eben weil es auf den Geschäftskontext ankommt, behalten die meisten SAP-Bestandskunden ihre Legacy-Systeme. Weder Finanzbeamte noch Revisoren erkennen Daten ohne Geschäftskontext als beweiskräftig an. Und um ihren Nutzen auch in der neuen Umgebung zu entfalten, müssen die historischen Informationen transformiert werden, ob es sich nun um SAP- oder Non-SAP-Daten handelt. Thomas Failer betont: „Compliance und Geschäftsnutzen von historischen Daten – genau hier liegen doch die Gründe für die zeitaufwändigen, kostentreibenden und innovationsverzögernden Transformationsprojekte, wenn sie nicht grundsätzlich anders als bisher angegangen werden und die IT insgesamt nicht modernisiert wird.“ 

„Weder Data Lakes noch Integrationen allein lösen das grundsätzliche Problem“, resümiert Failer. „Ich denke, nicht zuletzt deshalb erkennen die SAP-Manager und CIOs den Business Case einer S/4-Transformation erst jetzt.“ Eine separate Datenschicht ist in der Tat die Lösung, wenn sie so ausgestaltet ist, dass sie die starre Verbindung der historischen Informationen mit den Legacy-Anwendungen und -Systemen zu durchtrennen vermag. „Wir haben doch vorhin vom gordischen Knoten gesprochen. Mit einer solchen Datenschicht lässt er sich durchschlagen, genau wie es Alexander der Große gemacht hat, der wusste, dass man ihn gar nicht entwirren kann. Deshalb hat er einen völlig neuen Ansatz gewählt“, erklärt Thomas Failer. Die S/4-Transformation könnte das ideale Pilotprojekt zum Einstieg in eine applikationsunabhängige, aber kontextbewusste Datenschicht sein.

Kontextinformationen

Thomas Failer: „Kontextinformationen sind die Grundlage einer separaten Datenschicht. In den Datenbanken von ERP-Systemen liegt ein Großteil der Schätze eines Unternehmens. Es ist jedoch der Kontext, der aus den Rohlingen erst Juwelen macht und sich auf der Applikationsebene befindet. Gleichzeitig ist dieser Schatz aus der Sicht vieler Planer von Transformationsprojekten eher Ballast als Treibstoff und ein Kostentreiber beim Umstieg auf S/4, der zu allem Unglück das Vorhaben auch noch in die Länge zieht.“

Bei DMI ist man überzeugt: Erst wenn wir die historischen Informationen zusammen mit ihrem Geschäftskontext aus den Legacy-Systemen herauslösen, stellen sich die Vorteile ein. Thomas Failer: „Denn durch die Auslagerung auf die kontextbewusste Datenschicht bleiben nicht nur die historischen Daten, und damit meine ich sämtliche strukturierten und unstrukturierten Informationen, im Zugriff. Vielmehr trifft das auch für ihren Kontext zu. Dieser bleibt nicht in den Ursprungssystemen zurück, sozusagen als passiver Vermögenswert, sondern lässt sich für die Nutzung aktivieren. Die Möglichkeiten und Vorteile, die sich daraus ergeben, sind immens.“

Die Transformation auf SAP S/4 ist nur ein Szenario, das JiVS IMP als Kern dieser kontextbewussten Datenschicht unterstützt. „Denken Sie einfach an die vielen anderen Anwendungsfälle, bei denen Daten schnell und korrekt zwischen Systemen und Applikationen ausgetauscht werden müssen“, verweist Failer auf die vielen Einsatzmöglichkeiten von JiVS IMP. Dazu zählen insbesondere Big Data, Analytics und IoT, aber auch Zu- und Verkäufe von Unternehmen und Unternehmensteilen, die Konsolidierung und Harmonisierung von Rechenzentren sowie von Anwendungs- und Systemlandschaften.

„Bei allen diesen Themen spielen historische Informationen außerhalb ihrer Ursprungssysteme eine entscheidende Rolle. Das ist auch meine zentrale Botschaft an die Fachabteilungen und den CFO“, betont Thomas Failer und erklärt abschließend: „Fachabteilungen, CIO und CFO sehen die Trennung zwischen operativen und historischen Informationen erst einmal kritisch. Sie sagen, dass sie den gesamten Informationsbestand auch im neuen System haben wollen, mit allen negativen Folgen, die wir bereits diskutiert haben. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Um agil zu sein, schnell und gleichzeitig ohne viel Aufwand Veränderungen vornehmen und Prozesse optimieren zu können, müssen die historischen Informationen geradezu außerhalb der alten wie der neuen SAP-Landschaft aufbewahrt und gemanagt werden. Trotzdem bin ich absolut überzeugt davon: Haben die Anwender erst einmal verstanden, dass sie trotz dieser Trennung im Backend auf sämtliche Informationen in der gleichen oder sogar höheren Qualität zugreifen können, dann steht einer SAP-S/4-Transformation auf Basis unseres Ansatzes und mithilfe von JiVS IMP nichts mehr im Wege.“

https://e-3.de/partners/data-migration-services-ag/
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