MAG 1511 Wirtschaft

Das Zeug zum Digital Leader

2015
Geschrieben von E-3 Magazin

Nur sieben Prozent der Entscheider in Unternehmen vereint bisher die Kompetenzen eines Digital Leader, können wichtige Impulse für die digitale Transformation geben und den dafür notwendigen Veränderungsprozess im Unternehmen steuern.

Die aktuelle Studie „Digital Leader – Leadership im digitalen Zeitalter“ von Crisp Research im Auftrag von Dimension Data belegt, dass nur eine kleine Minderheit der Entscheider in deutschen Unternehmen wichtige Impulse für die digitale Transformation geben kann und den dafür notwendigen Veränderungsprozess im Unternehmen steuert.

Für die Studie wurden 503 Geschäftsführer sowie IT- und Business-Entscheider in Unternehmen im deutschsprachigen Raum zur digitalen Führungskultur befragt.

71 Prozent der befragten Entscheider sind demnach „Digital Beginner“, denen sowohl die technologischen Skills als auch das entsprechende Mindset fehlen, um die Transformation im eigenen Unternehmen voranzutreiben.

Winshuttle

Etwa jeder Fünfte ist auf dem richtigen Weg und bringt entweder die notwendigen Fähigkeiten und das Wissen („Digital Skills“) oder die Digital-First-Denkweise („Digital Mindset“) dafür mit.

„Die Studie zeigt deutlich, dass die Mitarbeiter an den entscheidenden Stellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bisher unzureichend für den digitalen Wandel gewappnet sind“

so Sven Heinsen, CEO von Dimension Data Deutschland.

„Nur eine kleine Minderheit bringt die Fähigkeiten eines Digital Leader mit, der die Digitalisierung als Chance begreift, strategisch neue digitale Geschäftsmodelle anpackt und bestehende IT-Lösungen kritisch nach ihrem Wertbeitrag für das eigene Unternehmen hinterfragt.

Aber genau das brauchen die Unternehmen, um Innovationen anzustoßen und Wettbewerbsvorteile zu realisieren, die eine konsequente digitale Transformation ermöglicht.“

Eine Generationenfrage

Diese Ergebnisse stehen im krassen Widerspruch zur Selbsteinschätzung der Entscheider: Fast 40 Prozent sehen sich als Digital Leader und ganze 60 Prozent schätzen ihre digitalen Skills als stark oder sehr stark ausgeprägt ein.

Die Studie zeigt zudem, dass die erfolgreiche Gestaltung der digitalen Transformation in Unternehmen eine Generationenfrage ist. So ist der Anteil derjenigen, die von einem sehr starken Effekt der Digitalisierung auf das eigene Unternehmen überzeugt sind, bei den unter 40-Jährigen fast doppelt so hoch wie bei der älteren Generation.

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich beim Durchschnittsalter im Unternehmen: Je höher dieses liegt, desto geringer wird der Einfluss der digitalen Transformation eingeschätzt. Insgesamt 50 Prozent der Entscheider sind überzeugt davon, dass ihr Unternehmen überhaupt nicht oder nur schwach von der Digitalisierung berührt wird.

Offenbar ist die Entscheidungsebene zudem in mehr als jedem fünften Unternehmen nicht mit der Digitalisierungsstrategie und -steuerung verknüpft: 22 Prozent der Befragten gaben an, an keinem einzigen Digitalisierungsprojekt beteiligt zu sein.

Diejenigen, die sich mit dem Aufbau einer IT der nächsten Generation beschäftigen, haben den Umbau respektive die Cloudifizierung der IT-Infrastruktur und IT-Sicherheit ganz oben auf der Agenda; diese wird derzeit in 39 Prozent der Unternehmen umgesetzt.

„Gleichzeitig überrascht jedoch, dass erst bei knapp einem Fünftel der Unternehmen etwaige Projekte zur digitalen Transformation auf strategischer Ebene bzw. Vorstandsebene angekommen sind“

kommentiert Heinsen.

„Indem sie die überholte Einschätzung vertreten, dass allein die IT-Abteilung für digitale Themen zuständig sei, verpassen die Führungskräfte die Chance, den Wandel aktiv mitzugestalten und ihn entschieden voranzutreiben“

ergänzt Heinsen.

„Das birgt die Gefahr, dass die Lösungen nicht auf die Geschäftsstrategie zugeschnitten sind und die hohen Investitionen in neue Technologien sich nicht auszahlen.“

Über den Autor

E-3 Magazin

Information und Bildungsarbeit von und für die SAP-Community.

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