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Dämpfer für die Digitalisierung

Zwei von drei Unternehmen halten sich für Nachzügler bei der Digitalisierung und 2023 will jedes dritte Unternehmen Digitalisierungsinvestitionen zurückfahren.
3. Oktober 2022
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Weltlage bremst digitale Transformation der Wirtschaft

Unterbrechung von Lieferketten, steigende Energiekosten und eine beschleunigte Inflation drohen der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft einen Dämpfer zu geben. So hat in 94 Prozent der Unternehmen die Digitalisierung zwar durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen, aber 95 Prozent erwarten, dass Störungen in den Lieferketten nun die Digitalisierung bremsen werden. 92 Prozent haben diese Sorge aufgrund der hohen Inflationsrate, 78 Prozent wegen steigender Energiekosten und 57 Prozent aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Zugleich gehen zwei Drittel davon aus, dass in fünf Jahren digitale Geschäftsmodelle von sehr großer Bedeutung oder sogar entscheidend für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg sein werden. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland. „Digitalisierung ist das beste Mittel für Widerstandsfähigkeit und Resilienz gegenüber Krisen jeder Art. Wir müssen alles daransetzen, dass die in der Pandemie erzielten Digitalisierungsfortschritte in der Pandemie jetzt nicht verpuffen, sondern nachgehalten und verstärkt werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

In der Vergangenheit sind viele Unternehmen bei der Digitalisierung auf unerwartete Schwierigkeiten gestoßen. Das geben neun von zehn Befragten an. Gleichzeitig sind 61 Prozent überzeugt: Digitalisierung hat unser Unternehmen wettbewerbsfähiger gemacht. Und 51 Prozent stellen fest, dass sie durch Digitalisierung als Arbeitgeber attraktiver geworden sind. „Digitalisierung ist kein Selbstläufer und lässt sich nicht nebenher aus dem Ärmel schütteln. Digitalisierung braucht Strategie, Kompetenz und Ressourcen. Digitalisierung erfordert neben Investitionen in Hardware und Software auch einschlägiges Know-how auf allen Ebenen und die Bereitschaft, Prozesse umzubauen und nicht selten auch die Unternehmenskultur fortzuentwickeln“, so Berg. „Klug aufgesetzt macht Digitalisierung die Unternehmen effizienter, schneller und wettbewerbsfähiger – und verschafft ihnen einen Vorteil bei der Gewinnung von Talenten.“

Fast alle Unternehmen haben in den vergangenen fünf Jahren ihr Angebot digitalisiert. So geben zehn Prozent an, neue digitale Produkte auf den Markt gebracht zu haben, bestehende Produkte haben sieben Prozent durch digitale ersetzt und 14 Prozent mit digitalen ergänzt. Ein Drittel hat neue digitale Dienstleistungen ins Angebot genommen, 56 Prozent haben bestehende Dienstleistungen mit digitalen ergänzt und zehn Prozent haben bestehende Dienstleistungen durch digitale ersetzt. Die große Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass digitale Geschäftsmodelle für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg wichtiger werden.

Jedes vierte sagt, dass sie in fünf Jahren eine eher große Bedeutung haben werden, 38 Prozent gehen von einer sehr großen Bedeutung aus und 31 Prozent rechnen damit, dass die Digitalisierung für ihren Geschäftserfolg sogar entscheidend sein wird. Nur drei Prozent sprechen ihr eine geringe Bedeutung zu. „Es reicht nicht, irgendwas mit Digital zu machen. Es geht darum, das Geschäftsmodell des eigenen Unternehmens sehr gezielt auf die digitale Welt auszurichten“, so Berg.

Von der Politik wünscht sich eine große Mehrheit der Unternehmen vor allem schnellere Genehmigungsverfahren und den Abbau baurechtlicher Hürden, um den Ausbau der Gigabit-Netze voranzubringen. Mit Blick auf mehr digitale Souveränität sollten die Fördermittel stärker konzentriert werden und dorthin fließen, wo sie die größte Wirkung entfalten, statt sie mit der Gießkanne zu verteilen. Berg: „Die Politik hat viele digitale Baustellen und die müssen mit der angekündigten Digitalstrategie schnellstmöglich abgearbeitet werden.“

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