Satire: DAS LETZTE bietet journalistische und künstlerische Einblicke in die Tiefen der SAP-Community. Bitterböse, sarkastisch, visionär und mutig, zielt die E-3 Monatssatire oftmals unter die Gürtellinie und trifft immer wieder den wunden Punkt.

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Doppelt hält besser

Für indirekte Nutzung auch noch Lizenz- und Pflegegebühr zu verlangen ist aus Sicht der SAP eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme. Für Partner und Bestandskunden aber eine existenzbedrohende Verpflichtung.

Lieber doppelt kassieren, bevor man jemanden übersieht, mag sich SAP denken. Man hält die Hand auf, wenn jemand das Haus betritt, und steht abermals mit dem Hut in der Hand am Ausgang. Das ist kein neues Phänomen in Walldorf. Schon unter Ex-SAP-CEO Léo Apotheker war das doppelte Kassieren für einmal erbrachte Leistung der normale Gang der Dinge – sicher ist sicher. SAP-Software war nie preiswert, aber immer ihr Geld wert. Niemand zahlt gerne, aber für die „legalen“ Lizenzen haben die Bestandskunden nicht nur freiwillig hohe Preise akzeptiert, sondern auch immer entsprechenden Gegenwert bekommen. Viele Jahre lang war es ein funktionierendes Ecosystem zur Zufriedenheit beider Seiten. SAP motivierte Partner und Anwender mit den bereitgestellten Werkzeugen, eigene Entwicklungen voranzutreiben und Add-ons zu […]

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Der Weg ist das Ziel

Dumm nur, dass die SAP-Bestandskunden nicht warten können. Das wirkliche Leben bleibt nicht stehen. SAP und einige Partner diskutieren lieber Visionen, statt tragfähige Roadmaps anzubieten.

Es ist zum Verzweifeln: Draußen vor der Tür fließt das Leben schnell vorüber und gefühlt wird es durch das Internet immer schneller. Die Antwort der SAP: immer neue Tricks und Versprechungen wie Virtual Reality (VR), künstliche Intelligenz (KI), Internet der Dinge (IoT) und natürlich SolMan. Die SolMan-Roadmap wird immer gefährlicher und unsicherer, sodass nur noch Humor hilft: Der Weg ist das Ziel! Viel zu spät hat SAP vergangenes Jahr ihre Bestandskunden nachdrücklich und nachweislich auf die neue Version 7.2 aufmerksam gemacht. Viel zu spät hat SAP vergangenes Jahr den Ramp-up-Zyklus für den neuen SolMan 7.2 gestartet. Viel zu spät hat SAP dieses Jahr die Erkenntnisse aus dem Ramp-up in die neue Version eingepflegt. Das Ergebnis: Einen stabilen, ausgereiften und getesteten […]

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Furcht und Zittern

Ist es Furcht vor einer drohenden Gefahr, weiß Hasso Plattner etwas, das wir noch nicht wissen? Oder ist es Angst vor einer unsicheren, undefinierbaren ERP-Zukunft?

Von Hasso Plattner ist das Protokoll einer internen Besprechung über­liefert, in dem er sinngemäß ausführte, er sei von unfähigen Mitarbeitern umgeben und die wenigen, die in seinen Augen nicht unfähig wären, würden das Falsche machen. Hasso Plattner fürchtet sich vor dem Scheitern seiner SAP. Das ist eine konkrete Furcht, die ihn erzittern lässt. Angst hingegen machen ihm seine „Nachbarn“ im Silicon Valley: Die vielen Start-ups und Konzerne wie Google, Apple, Amazon, Facebook etc. bewegen sich seiner Ansicht nach wesentlich schneller, erfolgreicher, agiler als seine „europäische“ SAP in Walldorf. Es ist eine diffuse, subjektive Angst, die aus einer amerikanischen Sichtweise entsteht. Das Ergebnis sind Unruhe und Stress. Hasso Plattner treibt die SAP-Mitarbeiter vor sich her, als gäbe es kein Morgen, und […]

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Platzgummer

Robert Platzgummer ist tot

Ein tragischer Verlust für die SAP-Community, das E-3 Team und ganz speziell für Brigitte Enzinger und mich. Wir haben mit Robert Platzgummer (1975 bis 2016) fünfzehn Jahre erfolgreich zusammengearbeitet. Unsere ganze Anteilnahme gehört seiner Mutter und seiner Schwester.

Am 30. Dezember 2016 verstarb Robert Platzgummer im Alter von nur 41 Jahren nach fast zwei Jahren Kampf gegen den Krebs. Er hatte noch viele Ideen und Pläne. In der deutschen Comicszene war er weithin bekannt – unter anderem als Schöpfer der Mingamangas: „Die Art von Humor, die er mit seinem Comic Mingamanga verbreitet, enthält genau die Aufmüpfigkeit und Respektlosigkeit, die auch berühmte Münchener Humoristen wie Karl Valentin, Dieter Hildebrandt oder Michael Mittermeier ihr Eigen nennen.“ (Zitat Georg F. W. Tempel, Zack 128) Mit liebenswerter und einfühlsamer „Respektlosigkeit“ widmete er sich auch den Comics im E-3 Magazin. Robert Platzgummer war von Beginn an, seit 2001, mit dabei, anfangs illustrierte er „Das Letzte“. Auf dieser Seite versuchte ich eine Anekdote aus […]

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Buschtrommeln

Datenübertragung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Im Laufe der Menschheitsgeschichte wurden unzählige Varianten erprobt. Meistens waren die neuen Übertragungstechniken besser als die vorhergehenden. SAP geht den umgekehrten Weg.

Es gab Zeiten, da konnte man am Computerterminal das Erscheinen jedes einzelnen Buchstabens verfolgen, bis nach Minuten ein vollständiger Text lesbar wurde. Stand dieser Text dann auch noch in einem sinnvollen Zusammenhang zur Situation des Empfängers, ergab sich aus den Daten so etwas wie Information. Es gibt ein sehr beachtenswertes Buch mit dem Titel: „Die Information – Geschichte, Theorie, Flut“. Bestseller­autor James Gleick erzählt, wie die Information zum Kernstück unserer heutigen Zivilisation wurde. Beginnend bei den Wörtern, den „sprechenden“ Trommeln in Afrika, über das Morsealphabet bis hin zur Internetrevolution beleuchtet er, wie die Übermittlung von Informationen die Gesellschaften prägte und veränderte. Gleick erläutert die Theorien, die sich mit dem Codieren und Decodieren, der Übermittlung von Inhalten und dem Verbreiten der […]

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Bravo-Scherenschnitt

Manche werden sich noch erinnern: Manchmal gab es in den Bravo-Magazinen Musikstars zum Sammeln und Ausschneiden. Das Ergebnis war ein lebensgroßes Poster mit seinem Idol.

Ich war Fan von Alice Cooper und Suzi Quatro, Letztere gab es eines Tages als Scherenschnitt in Lebensgröße. Suzi ist eine gute Musikerin, aber kein Riese, und so hatte ich schon nach wenigen Ausgaben mein Idol im engen schwarzen Lederoverall an der Wand hängen. Aufregend! Immerhin war der Reißverschluss an der Vorderseite gut zwanzig Zentimeter geöffnet. Heute müsste der Reißverschluss bis mindestens zehn Zentimeter unter dem Nabel offen sein, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die Wahrnehmung und die Begierden haben sich geändert. Offensichtlich aber nicht bei SAP in Walldorf – hier hängt man immer noch in der Zeitschleife der Scherenschnitte. Als vor nicht ganz zwei Jahren S/4 in New York, USA, präsentiert wurde, versprachen Hasso Plattner, Bill McDermott und Bernd Leukert […]

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Die Liebe der SAP-Bestandskunden

SAP verspricht ein goldenes Zeitalter für alle. Naturgemäß sind alle geblendet und wie in „Die Liebe der Danae“ hatte auch Professor Hasso Plattner anfangs gute Chancen.

Zeus will die schöne Danae erobern. Auf seiner Liste finden sich schon Alkmene, Europa, Leda und Semele. Mit einem Versprechen auf viel Gold will er Danae gewinnen. Fast scheint es, als ob der Plan gelingt, letztendlich verliebt sich Danae in den Falschen, aber richtigen Midas und Zeus zieht sich mit all seinem Gold in den Olymp zurück. SAP will die Bestandskunden mit neuen, glänzenden Ideen abermals erobern. R/3 war ein gewaltiger Erfolg. ECC 6.0 aus Walldorf ist weltweit zum ERP-Standard geworden. Wie Zeus mit Alkmene, Europa, Leda und Semele noch nicht das Auslangen fand und ständig nach neuen Eroberungen Ausschau hielt, will sich auch SAP nicht mit ERP zufriedengeben. In der Richard-Strauss-Oper ist es Midas, bei SAP ist es Hana. […]

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Altlasten und Erfahrungsschatz

Es gibt immer zwei Seiten. Wenn sich zwei streiten, gibt es manchmal drei Meinungen. Ist nun die SAP Business Suite 7 eine Altlast, ein gereiftes Produkt oder ein Erfahrungsschatz?

Die Frage nach dem Wert der SAP Business Suite 7, in der Folge kurz S/7 genannt, ist nicht trivial. SAP will bis 2025 ein neues ERP-Zeitalter etablieren. Es soll S/4 heißen und auf der In-memory-Computing-Datenbank Hana basieren. Somit stellt sich sofort die Frage, was soll mit den Altlasten R/3, R/3 Enterprise, ERP/ECC 6.0 und der „alten“ SAP Business Suite 7 auf AnyDB geschehen? Naturgemäß sind viele Komponenten und Konzepte von R/3 und ECC 6.0 überholt, altbacken und antiquiert. Aber muss man deswegen gleich in die entgegengesetzte Richtung marschieren? In den sogenannten alten Systemen der SAP-Bestandskunden steckt viel Wissen und Liebe. Die vorhandenen Abap-Modifikationen waren vielleicht nicht immer notwendig. Somit hat SAP schon recht, wenn ein Neubeginn und Ausmisten gefordert werden. […]

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EhP-Prototyp S/4

Das kann es nicht gewesen sein! Idee, Vision, Konzept – ausgezeichnet, aber die Ausführung und Umsetzung ist mangelhaft. S/4 ist eine tragfähige Vision, aber kein operativ brauchbares ERP.

Vor vielen Jahren kündigte SAPs Ex-Co-CEO Jim Hagemann Snabe die Renovierung des ECC-6.0-Cores an (ERP 6.0 und Business Suite 7). Ein Jahr später sprach SAP-Technikvorstand Bernd Leukert von einer Runderneuerung des In-memory-Computing-Konglomerats Hana. Zur Präsentation von S/4 mit Hana gab es lediglich einen Uralt-R/3-Referenzkunden. Bis heute: Weder der SAP’sche Core wurde überarbeitet noch gibt es eine verschlankte Hana-Version, und das größte aller Übel – also der ERP-GAU – ist S/4! Bis heute gibt es keine eigenständige, autonome Version, sondern S/4 Finance und Logistics sind lediglich Add-ons zur Uralt-Business-Suite-7 auf Hana (SoH, Suite on Hana). Wie lange noch will SAP eine S/4-Produktentwicklung und Roadmap als Add-ons für die Business Suite 7 betreiben und verkaufen? Das Bild ist grotesk: S/4-Add-on auf S/7 […]

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Indirekte Nutzung: Datenhoheit

SAP ist ein Monster. Es will nicht nur mit neuen Lizenzen gefüttert werden, sondern nimmt auch die Daten der Anwender in Geiselhaft. Hinter „indirekter Nutzung“ verbirgt sich der Daten-GAU für die SAP-Bestandskunden – aber Theseus hat den Minotaurus erschlagen.

Es gibt gute und böse Monster. In den gruseligen Märchen und der griechischen Antike müssen sie mit Jungfrauen und Jungmännern gefüttert werden. Das ist eine grausame Art des Tributs. In der modernen Zeit muss man jährlich Softwarelizenzen erwerben. Ein gutartiges Monster ist R/3, weil es bei richtiger, manchmal sehr teurer Pflege im Gegenzug seinen Besitzern viel Freude machen kann. Es ist gefräßig aber berechenbar. Minotaurus, im Zentrum des von Dädalus erbauten Labyrinths, war ein böses Monster. NetWeaver Foundation for Third Party Applications ist auch ein böses Monster, weil es sich lange versteckt hielt und Anfang vergangenen Jahres mit ungeheurem Getöse aus den Tiefen der PKL hervorbrach (SAPs Preis- und Konditionenliste). Gerüchte über seine Existenz gibt es schon seit vielen Jahren, […]