Management Manager Magazin Edition

Beyond Brownfield

[shutterstock 88699048 kiketxo]
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Geschrieben von Jürgen Löhle, Consilio

Der Beyond-Brownfield-Ansatz von SAP-Partner Consilio soll nicht nur frühere Investitionen sichern, sondern will durch die passende Prozess- und Systemoptimierung nach der Conversion auch echten Mehrwert im Unternehmen schaffen.

Die digitale Transformation, verbunden mit der zunehmenden Komplexität der Prozesse und Wertschöpfungsketten, oder neue Technologien, wie IoT, Automatisierung sowie Artificial Intelligence, zeigen schnell die Grenzen des Altsystems auf. Vor diesem Hintergrund sind Unternehmen dazu angehalten, auf SAP S/4 und die Datenbank SAP Hana zu wechseln.

Doch der Umstieg gilt als aufwändig und anspruchsvoll, da er nahezu jeden Geschäftsbereich tangiert. Hinzu kommt, dass mehrere Migrationsstrategien zur Auswahl stehen. Unternehmen sollten sich daher einige grundsätzliche Gedanken in strategischer, taktischer und operativer Hinsicht machen, bevor sie sich für eine der angebotenen Migrationsstrategien entscheiden.

Der Greenfield-Ansatz beschreibt eine vollumfängliche Neuimplementierung von SAP S/4. Dabei werden sämtliche Prozesse, Organisation, Stammdaten und Systeme neu konfiguriert und installiert. Für viele Unternehmen ist dies ein sehr aufwändiges und nicht zwingend notwendiges Szenario.

Der Grund: Der maßgebliche Funktionsumfang in S/4 und Hana für die Kundenauftragsabwicklung, Bestellungen und Fertigungsaufträge hat sich nur unwesentlich verändert. Besteht die Hoffnung, wertvolle, individuelle Systemanpassungen, die es dem Unternehmen in der Vergangenheit erlaubten, Arbeitsabläufe zu optimieren oder gar Wettbewerbsvorteile zu erzielen, zurück in den Standard zu führen, so werden Anwender oftmals enttäuscht.

Auch in S/4 fehlen passende Funktionalitäten. Passen also die im Einsatz befindlichen Geschäftsprozesse überwiegend zu den aktuellen Anforderungen, so ist durch einen Greenfield-Ansatz kein großer Nutzen zu erwarten. Im Gegenteil. Etablierte Anwendungen und Prozesse müssen unter Umständen 1:1 neu nachgebildet und getestet werden. Es ist somit äußerst fraglich, ob das dafür aufgewendete Budget den erzielten Mehrwert rechtfertigt. 

ERP-Wartungsfähigkeit


Ein Greenfield empfiehlt sich deshalb nur für Unternehmen, deren SAP-Systeme nach vielen Jahren sehr schwer zu warten sind, häufig mit Ausfällen kämpfen oder wenn die Geschäftsprozesse nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Typische Gründe können veränderte Produkte oder Absatzkanäle sein. Oftmals trifft diese Situation auch für Carve-outs zu. Beispielsweise, weil das vom Mutterunternehmen mitgegebene SAP-System nicht mehr zum aktuellen Geschäftsmodell der Tochter passt.

Doch die Realität sieht anders aus. Bei den meisten Unternehmen deckt die aktuelle SAP-ERP-Lösung die zentralen Geschäftsprozesse sehr gut ab. Eine Neuimplementierung von S/4 würde also über das Ziel hinausschießen, da sie keine wesentlichen Vorteile in Bezug auf Prozessverbesserungen brächte. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich der Brownfield-Ansatz, der den Bruchteil eines Greenfields kostet. 

Unter einem Brownfield-Projekt versteht man im Allgemeinen die Überführung des SAP-ERP-Systems ähnlich einem Releasewechsel nach S/4. Die Qualität des Ergebnisses hängt vom Weitblick der vo-rangestellten, strategischen Überlegungen ab. Liegt der Fokus auf einem schnellen Umstieg oder einem möglichst schlanken Ergebnis? Vieles lässt sich besser kalkulieren, wenn man sich vor der Konvertierung bereits Gedanken über das „Beyond“ macht.

Im Rahmen der Brownfield Conversion müssen durch SAP vorgegebene Simplifications umgesetzt werden. Außerdem wird dringend empfohlen, überflüssige Altlasten zu bereinigen. Durch Analysen werden nicht mehr notwendige Erweiterungen und Modifikationen des SAP-Standards identifiziert.

Dieser Ballast, der sich über Jahre oder gar Jahrzehnte angesammelt hat – dazu gehören obsolet gewordene Entwicklungen, Daten oder Customizing –, wird konsequent eliminiert. Die verbleibenden unternehmensspezifischen Entwicklungen werden bei der Conversion in S/4 übernommen. Mithilfe einer Archivierung lassen sich veraltete und nicht mehr notwendige Stamm- und Bewegungsdaten ebenfalls entfernen.

Clean Digital Core


Nach der Transformation kommen die bestehenden Prozessabläufe, Funktionen und deren Customizing auf den Prüfstand. Bei dem Beyond-Brownfield-Ansatz von Consilio führen Spezialisten im Nachgang eine Prozess- und Systemoptimierung durch. Dadurch wird das System noch schlanker und für die zukünftigen Innovationen in S/4 vorbereitet – clean Digital Core!

Der Crossfield-Ansatz ist ein Mix aus beiden Welten. Der wesentliche Vorteil zu einem Brownfield ist die Möglichkeit, Geschäftsprozesse, Organisationsstrukturen und Systeme umfassend anzupassen. Spezielle Transformation Tools übernehmen dabei die historischen Daten und, falls bei einzelnen Prozessen keine Veränderungen notwendig sind, auch selektiv das Customizing sowie Erweiterungen.

Ein solches Szenario ist vor allem für globale Systemlandschaften mit Buchungskreisen im zwei- bis dreistelligen Bereich interessant, bei denen Brownfield aufgrund von Umfang und Risiko nicht realisierbar ist. In der Praxis haben sich bei dieser Variante unterschiedliche Szenarien in einer sinnvollen und idealerweise geschäftsprozessunabhängigen Reihenfolge und Bündelung bewährt.

Somit ist der Brownfield-Ansatz für die meisten Unternehmen der richtige Weg. Mit dem Beyond–Brownfield-Ansatz von Consilio lassen sich alle Potenziale der anderen Transformationsansätze erschließen, nur schneller und kostengünstiger.

Mit dem Brownfield-Ansatz in Kombination mit dem Beyond-Gedanken von Consilio sichern Unternehmen also nicht nur die getätigten Investitionen, sondern investieren ihr Budget ergebnisorientiert in die Bereinigung des Systems und die tatsächlichen Innovationen von S/4.

Mit dem Predictive Accounting können bereits bei Erfassung des Kundenauftrags die Auswirkungen auf die Finanzbuchhaltung analysiert werden. Bisher war dies erst nach Lieferung und Fakturierung möglich. 

Advanced Available to Promise erhöht beispielsweise intern und extern die Kundenzufriedenheit und Planungssicherheit, indem realistische Liefertermine für Produkte anhand einer Verfügbarkeitsprüfung unternehmensübergreifend ermittelt werden. Mit S/4 embedded PP/DS liefert SAP erstmals eine integrierte Lösung zur Produktions- und Feinplanung. Embedded PP/DS schafft Transparenz in allen Prozessschritten, wodurch Unternehmen eine hohe Planungssicherheit gewinnen.

Dank dynamischer Alerts erkennen sie Probleme schnell. Simulationen helfen, Optimierungsmöglichkeiten zu finden, bevor es zu Störungen kommt. Genaue Terminplanung ermöglicht einen besseren Kundenservice. Alle Planungsschritte finden in nur einem einzigen System statt. Embedded PP/DS ersetzt die Anbindung von externen Produktionsplanungs- und Optimierungslösungen.

Analytics und KPIs


Mit Embedded Analytics steht Unternehmen ein leistungsstarkes, operatives Echtzeit-Reporting zur Seite. Auch dann, wenn Anwender weder über eine Datenkonsolidierung noch über ein Data Warehouse verfügen. Smart Business KPIs ermöglichen dem End-User eine rollenbasierte Arbeitsweise und helfen, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen. Die vorkonfigurierten Apps erlauben einen unmittelbaren, transparenten Zugriff auf Informationen in Form von KPI-Cockpits und sind flexibel modifizier- und erweiterbar.

Für die Mehrzahl der SAP-Anwender ist Brownfield die beste Wahl, da diese einerseits ihren Wettbewerbsvorteil behalten, andererseits – im Sinne des Beyond-
Brownfield-Gedankens von Consilio – nahezu alle Defizite einer Conversion eliminieren. Der Beyond-Brownfield-Ansatz garantiert einen sauberen digitalen S/4 Core, der die Grundlage für weitere Innovationen bildet. Das Budget lässt sich dadurch zielgerichtet für Prozessverbesserungen und Innovationen einsetzen.

Über den Autor

Jürgen Löhle, Consilio

Geschäftsinhaber und Gründer, Consilio

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