Das aktuelle Stichwort MAG 22-02

Beratungsengpässe für S/4 Hana ab Sommer?

Das-aktuelle-Stichwort
Das aktuelle stichwort

Knapp neun von zehn Unternehmen (88 Prozent), die bereits eine ERP-Lösung von SAP im Einsatz haben, werden innerhalb der nächsten drei Jahre auf S/4 Hana migrieren. Das ergab eine Studie von Camelot und dem Analystenhaus Techconsult unter 200 deutschen Unternehmen.

Hierzu wurden Unternehmen, die eine zukünftige Implementierung des S/4-Systems als ERP-Lösung vornehmen möchten, zum Status quo und den Planungen der Transformation, den damit verbundenen Herausforderungen, Erwartungen und Ängsten der Unternehmen sowie den Anforderungen an SAP-Partner befragt. Erst einmal ist das eine gute Nachricht. Die fortschreitende Digitalisierung und der Wunsch, Prozesse durchgängiger und automatisiert zu gestalten, treiben Organisationen an, sich dem Thema S/4-Transformation mit hoher Priorität zu widmen. Auch der Zeitdruck durch das angekündigte Support-Ende für Vorgängerversionen spielt hier natürlich eine Rolle.

Warum das nun zum Problem werden könnte? Als Beratungshaus sehen wir jetzt schon eine sehr hohe Nachfrage nach Expertenberatung im Cloud-Umfeld. Unsere Prognose: Spätestens im Sommer 2022 wird es zu Überhitzungstendenzen kommen. Das heißt, Unternehmen, die spät mit der S/4-Transformation starten, könnten dann das Nachsehen haben. Dies würde vor allem Mittelständler treffen, die zudem weniger eigene Fachkräfte im Haus haben, um den Mangel an externer Unterstützung auszugleichen. 

Wunsch nach Best Practices ist groß

In der Studie „Erwartungen an S/4 Hana in 2022“ gaben 90 Prozent der befragten Unternehmen an, für die Umsetzung der Transformation nicht ausreichend Informationen und Hilfsleistungen zur Verfügung zu haben, zum Beispiel zu Ziel- und Vorgehensmodellen oder den Gesamtkosten. In eine ähnliche Richtung weist auch eine Untersuchung der DSAG aus dem Sommer 2021. Der Wunsch nach einer klaren Kostenstruktur und Best Practices ist bei Unternehmen entsprechend groß. Durch die mangelnde eigene Informationsbasis riskieren sie, wichtige strategische Entscheidungen nicht frühzeitig genug zu berücksichtigen.

Von einem Transformationspartner erwarten Unternehmen laut Studie vor allem zertifizierte, also nachweislich erfahrene, Mitarbeiter, tiefer gehendes Branchen-Know-how, Innovationskraft sowie Methoden- und Prozesskompetenz. Ohne diese Expertisen ist eine Transformation kaum zu stemmen. 

Viele Stolpersteine

Hinzu kommt aber noch ein weiterer Punkt, der in vielen Organisationen unterschätzt wird: 26 Prozent der befragten Unternehmen haben das Thema Change Management nicht in ihrer Planung verankert. Eine Begleitung des Veränderungsprozesses von außen sorgt dafür, dass der organisatorische Wandel besser gelingt.

Auch SAP hat erkannt, dass im Bereich S/4 bei vielen Kunden der Wunsch nach einem klaren Transformationspfad besteht, und 2021 das Programm Rise with SAP lanciert, in dem verschiedene Services rund um die Migration gebündelt sind: von der Neugestaltung der Geschäftsprozesse über die technische Migration bis hin zum Aufbau eines intelligenten Unternehmens. Camelot ist ein Rise-Partner der ersten Stunde und unterstützt die Bündelung dieses Angebots, auch weil es helfen wird, die Beratungsengpässe abzufedern, die für die kommenden Monate und Jahre zu erwarten sind. 

Weg zum Intelligent Enterprise 

Eine S/4-Transformation betrifft das gesamte Unternehmen und muss entsprechend umfassend in all ihren Dimensionen angegangen werden. Dies erfordert eine klare Ausrichtung an der Unternehmensstrategie sowie die Einbindung aller Geschäftsbereiche und Stakeholder – aktuell noch eine der größten Herausforderungen, vor denen sich Unternehmen sehen. Doch nur durch einen Ansatz, der die Organisation als Ganzes in den Blick nimmt, können die gewünschte Automatisierung von Prozessen, das Auflösen von Datensilos und die Performance-Optimierung des Gesamtsystems erreicht werden.

Jetzt starten!

Ob ein solcher Ansatz allen Unternehmen, die dies wünschen, im Jahr 2022 zur Verfügung stehen wird, ist zu hoffen, bleibt aber fraglich. Denn wenn nun ein großer Teil der Unternehmen, die die Migration noch vor sich haben, mit den Vorbereitungen startet, ist es gut möglich, dass nicht alle am Markt noch freie Beratungskapazitäten finden. Die Nachfrage ist groß und steigt stetig. Daher mein Ratschlag: besser früher als später um einen kompetenten Partner bemühen, der dann mit Ihrem Unternehmen die Transformation zum Intelligent Enterprise meistert.

https://e-3.de/partners/camelot-itlab-gmbh/

Über den Autor

Dr. Josef Packowski, Camelot

Dr. Josef Packowski ist CEO der Camelot Consulting Group.

Hinterlassen Sie einen Kommentar