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Automatisierte Lagerprozesse mit EWM

Gestörte Lieferketten und die aktuelle Unsicherheit unter den Konsumenten verlangen Unternehmen eine hohe Flexibilität und Resilienz ab. Erfolgsentscheidend ist es, Menschen, Prozesse, Daten und Technologie in Einklang zu bringen.
9. Oktober 2022
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Passende Automatisierungslösung mit smarter Systemarchitektur und SAP Extended Warehouse Management

Transparente Bestände und echtzeitfähige Prozesse in der Supply Chain sowie skalierbare Automatiklösungen im Lager steigern die Agilität. Als ganzheitliche ERP-Lösung bietet S/4 Hana nahtlosen Zugriff auf unterschiedliche aktuelle und historische Daten. Damit lassen sich Lieferanten und Beschaffungsprozesse analysieren und bewerten, um aus diesen Erkenntnissen optimale Beschaffungsstrategien zu entwickeln und Risiken in der Lieferkette zu reduzieren. Für das Warehouse Management bietet S/4 mit SAP Extended Warehouse Management (EWM) eine skalierbare Lösung für die Lagerverwaltung und -steuerung an.

Supply Chain und Warehouse

Im Gartner Magic Quadrant for WMS 2022 zählt EWM zu den führenden Lösungen zur effizienten Verwaltung von Beständen und zur vollständigen Unterstützung aller Arten von Lagern und Lagerbewegungen. SAP EWM eignet sich vor allem, wenn eine moderne, hochflexible Lagerdisposition und Arbeitsorganisation sowie weitreichende Möglichkeiten zur Automatisierung von Abläufen im Lager gefordert sind. Sämtliche kundenindividuellen Anforderungen an die Lagerprozesse – vom Wareneingang über die Lagerhaltung bis zur Kommissionierung und dem Versand – können mit dem modularen EWM-Baukasten abgedeckt und optimiert werden. Durch die nahtlose Verknüpfung der intralogistischen Prozesse mit den vor- und nachgelagerten Transport- und Yard-Management-Prozessen integriert in S/4 können die Anwender ihre Supply Chain ganzheitlich und flexibel steuern.

Gute Informatikregel: von der Ist-Analyse über das Soll-Konzept und Realisierung zum Go-live.

Vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen, steigender Lohn- und Arbeitsplatzkosten sowie knapper Logistikflächen setzen immer mehr Unternehmen Automatisierungslösungen in ihren Lagern ein. Der Markt für Intralogistik bietet dazu eine Vielzahl an Automationslösungen für den innerbetrieblichen Materialtransport, die Lagerung und Kommissionierung sowie Verpackung und Verladung. Doch die Technik allein wird nicht den gewünschten Erfolg bringen, wenn sie nicht mit den Menschen, den Prozessen und dem Master Data Management abgestimmt und verzahnt ist.

Um die richtige Automationslösung in Verbindung mit dem WMS, den Prozessen und den Anwendern zu wählen, sollten deshalb alle Bausteine bereits in der Planungs- und Konzeptionsphase berücksichtigt und die passenden Projektpartner ausgewählt werden. Dabei können Supply-Chain-Architekten wie LogiPlus helfen. Das EWM-Beratungshaus unterstützt Unternehmen seit rund 25 Jahren mit passgenauen Konzepten und Lösungen zur Optimierung und Digitalisierung der Supply Chain. Wie ein Generalplaner oder Architekt greift LogiPlus dazu je nach Bedarf auf andere Dienstleister mit entsprechender Expertise aus seinem Netzwerk zu. Als EWM-Pioniere haben die LogiPlus-Berater weitreichende Projekterfahrung in der Intralogistik sowie bei der Integration von automatischen Gewerken und Prozessen im Lager. Dabei haben sie immer einen ganzheitlichen Blick auf das Automatisierungsprojekt und zeigen verschiedene Möglichkeiten der Integration von SAP EWM mit Fahrerlosen Transportsystemen (AGVs), Regalbediengeräten oder anderen Automatisierungslösungen wie AutoStore oder Lagerlifte auf.

Erfolgsentscheidend für jedes Projekt sind Training und Enablement der Projektmitarbeiter und Anwender, die das System später operativ bedienen. Denn ohne stabile und integrierte Prozesse und ohne die betroffenen Mitarbeiter in dem Change-Prozess mitzunehmen, werden die gewünschten Potenziale der Automatisierungslösung, wie die Steigerung der Produktivität oder kürzere Durchlaufzeiten, nur zum Teil gehoben. Deshalb sollte es differenzierte Schulungskonzepte geben und die geplanten organisatorischen und prozessualen Anpassungen klar kommuniziert werden, zum Beispiel durch Abbildung der Prozessflüsse sowie der Integrations- und Entscheidungspunkte. 

Dabei muss die Anwendung der Technologie rechtzeitig vor und während der Inbetriebnahme entsprechend trainiert werden, damit die zugesicherte Leistung im laufenden Betrieb auch erreicht werden kann. Hier können Partner wie die LogiPlus gerade in der kritischen Übergangsphase beim Wechsel von einem manuellen Lager zu einem automatischen Lager auch personell unterstützen, bis die Prozesse reibungslos laufen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, bei der Auswahl des richtigen Software-Implementierungspartners auch auf die Supply-Chain- und Logistikexpertise des Anbieters zu achten. Erfahrene Berater kennen die Herausforderungen und Pain Points bei der Inbetriebnahme und bringen ihr Know-how bei der Gestaltung der Prozesse und Arbeitsplätze ein. 

Betrachtet man AutoStore als mögliche Lagerautomationslösung: Viele der Unternehmen, die sich mit AutoStore im Zuge der Automatisierung ihrer Kleinteilelager beschäftigen, haben SAP EWM als Warehouse Management System (WMS) im Einsatz. Bei der Auswahl der passenden Lagerautomationslösung ist es ebenso wichtig, neben den physischen Kriterien frühzeitig auch die softwareseitigen Integrationsmöglichkeiten des Systems und seine technischen Schnittstellen und die Kopplung bei der System- und Anbieterauswahl zu prüfen. AutoStore bietet beispielsweise verschiedene Standard-Schnittstellen (APIs) zur direkten Anbindung des Systems mit dem WMS des Anwenderunternehmens. Darüber hinaus lassen sich mit dem AutoStore-live-Simulator die Prozesse rund um das AutoStore-System testen, bevor die Hardware installiert ist. Andere Intralogistik-Anbieter stellen ein Warehouse Control System (WCS) als Middleware bereit, um eine in sich geschlossene IT-Integration zu ermöglichen. 

Warehouse Control System

Mit dem Task- und Bin-Interface hingegen stellt AutoStore flexible Integrationsschnittstellen bereit, um viele unternehmensspezifische Herausforderungen bedienen zu können. Dabei sind im Gegensatz zu vordefinierten Lösungen über ein WCS sämtliche Parameter frei definierbar. Somit können die Prozesse auf die Anforderungen und Wünsche des Kunden angepasst werden. Wie bereits oben beschrieben, sind bei der Integration folgende Bereiche zu berücksichtigen: Prozesse (Ein-, Um- und Auslagerung); Mitarbeiter (Organisation und Enablement); Master Data Management; und Technologie (IT-Infrastruktur und Schnittstellen). Diese ganzheitliche Betrachtungsweise kam auch bei einem Projekt mit der DAW zum Tragen.

SCM und die dazugehörige IT-Architektur sind ein SAP’sches Softwaremodul inklusive Organisation, Wissen, Algorithmen, Datenstrukturen.

Europas größter privater Hersteller von Baufarben und Wärmedämmung führte am Hauptsitz in Ober-Ramstadt AutoStore zur Optimierung des Materialflusses und zur Effizienzsteigerung ein. Doch erst durch die direkte Integration in das bestehende SAP EWM System entfaltete AutoStore sein volles Potenzial. Einer der Erfolgsgaranten war die vorgelagerte Analyse der Ist-Situation bei DAW. Diese garantierte eine maßgeschneiderte Anbindung via Task Interface mit SAP EWM als führendem System. DAW profitiert somit unter anderem von kompletter Transparenz im SAP EWM, von durchgängig systemgeführtem Arbeiten und von UI5-Arbeitsplatzdialogen. 

Durch die direkte Anbindung von Auto-Store an SAP EWM mit den bekannten Schnittstellen ist keine separate Schnittstelle für die Stammdaten notwendig. Dies ermöglicht eine vollständige Transparenz der Bestände. Die Tatsache, dass keine Stammdaten übertragen werden, reduziert den organisatorischen Aufwand im laufenden Betrieb. So entfällt auch der Aufwand zur Synchronisation. Das ermöglicht eine durchgehende Transparenz ohne Zusatzaufwand für die Stammdatenpflege und die Wartung eines zusätzlichen unterlagerten Systems. Darüber hinaus kann der Anwender die Standard-EWM-Monitoring-Tools nutzen und sämtliche integrierten Automatikgewerke, um diese zu überwachen und ggf. zu steuern.

Das in SAP EWM integrierte Ressourcenmanagement kann für die Einsatzplanung und Arbeitsorganisation durch die nahtlose Integration analog zu den anderen Gewerken des Lagers genutzt werden. So kann beispielsweise die Steuerung oder Zuordnung verschiedener „Arbeitsvorräte“ zu personellen Ressourcen über Standardwerkzeuge gesteuert werden. Auch die im EWM definierte Ein- und Auslagerstrategie ist jederzeit transparent einsehbar. 

Zudem ermöglicht eine direkte Integration des AutoStore gewerkübergreifend die Nutzung der sogenannten Slotting-Funktion des EWM-Systems. Hierbei handelt es sich um eine Strategie zur Platzierung von Beständen an verschiedenen Stellplätzen im Lager, um so die Produktivität von Abläufen wie Warenannahme, Wiederauffüllung oder Kommissionierung zu optimieren. So kann die Lagerfläche optimal ausgenutzt werden und anhand der physischen Paramater der Produkte bestimmt werden, für welche Produkte es sich lohnt, dass sie im AutoStore gelagert werden sollen. Hierzu muss neben den Produktparametern und der per se schnellen Kommissionierung auch der Aufwand für die Einlagerung in das AutoStore in Betracht gezogen werden. Der Gesamtaufwand entscheidet über den optimalen Platz im Lager.


Mit SAP EWM das WMS-Optimum

Welche Automatisierungslösung schließlich die richtige ist, hängt immer von den individuellen Anforderungen des Unternehmens, seiner Produkte, den benötigten Prozessen und dem zur Verfügung stehenden Raum sowie weiteren Faktoren ab. Um das volle Potenzial einer Automatisierungslösung auszuschöpfen, sollten im Sinne einer ganzheitlichen Supply-Chain-Architektur frühzeitig alle Puzzleteile in die Betrachtung einbezogen werden. Die Lösung muss also auch die Prozesse, Menschen und Arbeitsplätze sowie die bestehende IT-Infrastruktur und Master Data berücksichtigen. Mit SAP EWM haben Anwender in jedem Fall ein zukunftssicheres WMS, das sich jederzeit auch für komplexe automatisierte Prozesse erweitern lässt. Der Software-Implementierungspartner sollte über entsprechende Supply-Chain- und Logistik-erfahrung verfügen, um die automatischen Gewerke so effizient wie möglich zu integrieren. Smarte Systemarchitekturen und Standard-Schnittstellen sparen hier Lizenz- und Wartungskosten.

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